Innovative, kreative und erfolgreiche Existenzgründer sollen Mut machen. Sie haben es trotz Krise geschafft.
Der Appell: Mit Mut zum Risiko und den richtigen Rezepten in der Hinterhand in die Selbstständigkeit.
20 Portraits von erfolgreichen Unternhemensgründern wollen nun auch in Buchform "Mutmacher" sein. Zuvor stellten sie sich in einer Sendereihe des Bayrischen Fernsehens vor. Die ehrlichen und dadurch lehrreichen Portraits beweisen: Der Erfolg ist auch in der aktuellen konjunkturellen Krise dem gewiss, der mit Engagement und Zielstrebigkeit agiert.
Die Krise als Vorteil?
Die wenigsten Karrierepersönlichkeiten sind schon in einer erfolgreiche Unternehmerfamilie aufgewachsen. Nur ihr eigener Antrieb ermöglichte, dass sie ihre Ideen in die Tat umsetzten. Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sinkt die Zahl der Neugründungen seit 3 Jahren. Die Deutschen offenbaren in diesen Zeiten eine große Ängstlichkeit vor riskanten Entscheidungen.
Dabei kann eine Firmengründung in der Krise handfeste Vorteile mitbringen. Einerseits ist es zwar schwieriger an Startgelder zu kommen, aber andererseits bekommt man aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit einfach hochqualifizierte Arbeitskräfte. Startet das Unternehmen erfolgreich innerhalb schwieriger Zeiten, wird es ihm in guten Zeiten um so besser gehen. Eine erneute Flaute kann das krisenerprobte Unternehmen besser abfedern, als das vom Aufschwung verwöhnte können.
Vom "Krisen-Ausnutzer" bis zur "Miss-Networking"
Da wäre zum Beispiel Volker F. Kirschbaum, der die Krise für seine eigene Geschäftsidee nutzt. Anstatt "Consulting", also die rein theoretische Beratung krisengeschüttelter Unternehmen, wie es die vielen Unternehmensberatungen praktizieren, fällt Volker Kirschbaum praktische Entscheidungen und setzt sie auch in die Tat um. Er nennt dies treffend "Resulting". Die Bezahlung seiner Arbeit hängt vom Ergebnis ab. Erzielt er keine Erfolge, sieht er kein Geld. Das schafft Vertrauen. 40 Mitarbeiter und 60 Prozent Wachstum im Jahr 2002 beweisen, dass das Konzept aufgeht
Da wäre Anne Koark, die "Miss Networking" oder "Es gibt immer einen Weg.". 1999 entwickelte sie einen Rundum-Service für ausländische Unternehmen, die in Deutschland Fuß fassen wollten und immer auf die gleichen Startschwierigkeiten stießen. Auf Wunsch organisierte sie Büros, unterstützte bei Behördengängen, übernahm Buchhaltung und Marketing oder handelte Rabatte für Investitionen aus. Anfang 2001 ebbte der anfängliche Boom ab. Kunden gingen Pleite, Rechnungen blieben unbezahlt.
Die Insolvenz im April diesen Jahres bedeutet nicht das Ende. Für Anne Koark ist es nur ein neuer Anfang. Heute stehen mehr Menschen denn je auf ihrer Seite und bewundern ihren Mut und Ehrgeiz. Sie geht auf Menschen zu und erweckt schnell ihre Sympathien. Jeder kennt und schätzt sie - daher "Miss Networking".
Pleiterekord
Zwei Gesichter aus dem Buch, die verdeutlichen, dass man selbst im Pleiterekordjahr 2003 mit 40.000 Insolvenzen nicht den Kopf hängen lassen muss. Häufig steht und fällt der Erfolg mit der "richtigen" Kundenzielgruppe. Kann oder will diese aufgrund eigener Verluste nicht mehr zahlen, zieht dies das eigene Unternehmen mit in den "Pleitestrudel". Die drastisch nachgebende Zahlungsmoral deutscher Unternehmen belegte jüngst eine Studie. Nach dieser benötigten deutsche Unternehmen in den letzten drei Jahren durchschnittlich mit 16 statt 8 Tagen doppelt so lange, um ihre Rechnungen zu begleichen.
Solche Kunden zu umschiffen und viele weiter Lehren, lassen sich aus den schlicht in Szene gesetzten Erfahrungsberichten mitnehmen. Ein gutes Buch.
Die Autoren
Dr. Wolfgang Friedrich ist seit 1993 Redaktionsleiter und "Plusminus" Moderator im Ressort Wirtschaft des Bayrischen Fernsehens. Gerald Drews ist seit 20 Jahren Redakteur und freier Autor. Er arbeitet auch als Dozent und Verlagsagent. Lisa Wurscher ist seit knapp 10 Jahren freie Autorin und machte sich 2000 mit einer eigenen Filmproduktionsfirma selbstständig.
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