Lauer, ThomasChange Management Grundlagen und Erfolgsfaktoren

Change Management und Wandel ist ein Dauerbrenner in jedem Unternehmen. Berater, Bücher und Ratgeber gibt es dazu zuhauf. In diesem Buch erfährt der Leser, warum so viele Change-Projekte dennoch scheitern und er lernt die Stellhebel kennen, die maßgeblich für den Erfolg sind. Der Autor vermittelt eine Auswahl von etablierten Erklärungsmodellen und hilfreichen Werkzeugen.

Berlin: Springer Verlag, 2010, 216 Seiten
ISBN-10: 3642043399
ISBN-13: 9783642043390
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 3 von 5 Punkten bewertet

Schlagwort: Change Management

Ein weiteres Buch zum Thema Change Management zu schreiben – dazu gehört schon etwas Mut. Ist der Buch- und Beratungsmarkt doch voll von Autoren und Akteuren, die sich die Kompetenz auf die Fahnen geschrieben haben, Veränderungen in Unternehmen zum Erfolg zu führen. Das weiß auch der Autor dieses Buches. Der Hochschulprofessor Thomas Lauer sah gerade in der Vielfalt ein Defizit und hat es sich mit diesem Buch zum Ziel gesetzt, die vielen Beiträge einmal zu strukturieren und zusammenzufassen.

So ist das Buch zwar nicht originell, aber durchaus gut strukturiert und aufbereitet. Die einzelnen Aspekte, die Lauer anspricht, beschreibt und erläutert, finden sich in den meisten anderen Change-Management-Büchern in vergleichbarer Weise. Lauer beschränkt sich auf die seiner Meinung nach wesentlichen Erfolgsfaktoren.

Bevor er diese im Einzelnen vorstellt, führt er in die Grundlagen des Change Managements ein. Er zeigt auf, was Ursachen und Auslöser für den Wandel in Organisationen sein können. Interessant ist seine Analogie zum Burnout-Syndrom von Mitarbeitern. In vergleichbarer Weise können Unternehmen „ausbrennen“, wenn sie zu schnell wachsen, wenn sie sich planlos in neue Geschäftsfelder stürzen, wenn die Unternehmensführung zu mächtig wird oder wenn die Erfolgskultur überzogen ist.

Was den Wandel in Unternehmen und damit das Change Management so schwierig macht, sind die vielen Hemmnisse, die sich dem in den Weg stellen. Dafür gibt es viele unterschiedliche Gründe, die Lauer vorstellt. Es sind vor allem Widerstände bei den Mitarbeitern, aber auch solche, die in der Organisationsstruktur oder in ihrer Kultur begründet sind. Der Autor zeigt auf, was es damit konkret auf sich hat, wo die Ursachen liegen und wie sie zu erklären sind.

Um seine Erfolgsfaktoren zu identifizieren, bezieht er sich auf das Modell von Kurt Lewin. Er sieht Veränderungen als Prozess mit den drei Phasen Auftauen, Verändern und Einfrieren. Dabei wirken jeweils spezifische Kräfte, die Veränderungen vorantreiben oder behindern können. Hier müssen nach Lauer die richtigen Maßnahmen ansetzen. Und daran knüpft er seine Erfolgsbausteine. Das sind:

  • Orientierung geben
  • Startmotivation vermitteln
  • Prozesse vorantreiben und auf die intrinsische Motivation bauen
  • Ziele aufzeigen

Um diese Grundlagen für den Wandel zu schaffen, braucht es ganz bestimmte Voraussetzungen und Maßnahmen. Das sind für Lauer die Erfolgsfaktoren, die er im zweiten Teil seines Buches vorstellt. Dazu führt er zunächst in das Thema und den Begriff ein. Dann stellt er vor, welche Bedeutung es für den Wandel in Unternehmen hat und worauf es dabei ankommt. Dabei stellt er meist den Bezug her zu einem allgemeinen Modell (zum Beispiel das der transformatorischen Führung) oder zu konkreten Werkzeugen (zum Beispiel der Projektinformationsmarkt). So soll der Leser erkennen, was er tun kann (oder unterlassen sollte), wenn er einen Change Prozess starten, vorantreiben oder zum Abschluss führen möchte. Die Erfolgsfaktoren sind nach Meinung Lauers:

  • die Führungskraft und ihr Verhalten
  • eine Vision
  • Kommunikation, um die Maßnahmen an die Belegschaft zu vermitteln
  • Partizipation, also Betroffene beteiligen
  • Integration der Mitarbeiter in Teams
  • Personalentwicklung
  • Projektorganisation
  • Konsultation von (externen) Beratern
  • Evolution als auf Dauer angelegter Wandel

Lauer ergänzt jedes Kapitel und jeden Erfolgsfaktor um Checklisten und Tipps für die Praxis. Das ist insofern noch hilfreich, als seine Ausführungen doch etwas akademisch und idealtypisch sind. Das gibt dem Buch zwar eine schlüssige Struktur, bleibt für den Praktiker aber dann doch oft zu abstrakt. Es wird der Eindruck erweckt, Change Management sei eine Ingenieursaufgabe, die nur abgearbeitet werden müsse, damit sich der Erfolg einstellt. Als Einführung und Überblick über das Thema ist das Buch hilfreich, auch wenn Lauer sich auf eine kleine Auswahl von Change Management-Modellen und Werkzeugen beschränkt. Ein Ratgeber für die Praxis ist es eher nicht.


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