Fiedler, RudolfControlling von Projekten Mit konkreten Beispielen aus der Unternehmenspraxis

Jeder Projektleiter braucht ein angemessenes Projektcontrolling. Alles andere gleicht einem Blindflug. Doch die Erhebung und Analyse von Daten und das Berichtswesen können leicht ausufern. Gefragt sind praktikable Instrumente, die der Leser in diesem gut strukturierten und hilfreich aufbereiteten Buch findet.

Wiesbaden: Vieweg + teubner, 2010, 5., erweiterte Auflage, 280 + XVI Seiten
ISBN-10: 383480889X
ISBN-13: 9783834808899
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Schlagwort: Projektcontrolling

Dass ein angemessenes Projektcontrolling zwingend notwendig zum Projektmanagement gehört, wird kaum noch jemand bestreiten. Doch im Projektalltag wird das immer noch vernachlässigt. Manche Methoden und Werkzeuge sind für den Alltag zu komplex, andere sind schlichtweg nicht bekannt. Der Hochschulprofessor und Experte für Projektmanagement Rudolf Fiedler hat nun seinen „Klassiker“ des Projektcontrollings überarbeitet und um viele Beispiele erweitert.

Im ersten Kapitel seines Buches zeigt Fiedler, wie sich das Projektcontrolling vom Projektmanagement abgrenzt beziehungsweise, inwiefern es eine wichtige Teilfunktion des Projektmanagements ist. Im Kern geht es darum, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dabei beeinflussen vor allem sogenannte „weiche Faktoren“ den Erfolg des Projekts; und die sind mit den klassischen Controlling-Instrumenten nicht so leicht zu fassen. Fiedler beschreibt die typischen Aufgaben des Projektcontrollers und illustriert dies unter anderem an Stellenanzeigen von Unternehmen, die einen Projektcontroller suchen.

Er unterscheidet das strategische vom operativen Projektcontrolling und erläutert im zweiten Kapitel, welche Funktion das erstere hat. Hier geht es vor allem darum, die richtigen Projekte durchzuführen, also aus der Fülle von möglichen Projekten im Unternehmen die richtigen zu initiieren und erfolgreich voranzutreiben (Multiprojektmanagement).

Den umfangreichsten Teil seines Buches widmet Fiedler dem operativen Projektcontrolling. Hier stellt er eine Fülle praxistauglicher Methoden und Instrumente vor, die dabei helfen sollen, dass ein Projekt in der Erfolgsspur bleibt. Er unterscheidet dabei die Projektplanung von der Projektkontrolle. Üblich ist dabei, dass folgende Erfolgsfaktoren überwacht werden:

  • Leistung und Qualität,
  • Termine und
  • Kosten.

Zudem müssen Projektrisiken erkannt und beobachtet werden. Im Vorfeld müssen im Rahmen der Projektplanung die Ziele festgelegt werden und dann die zeitlichen und monetären Aufwendungen berechnet oder abgeschätzt werden. Im Projektverlauf wird dann überprüft, ob diese Planwerte auch eingehalten werden oder ob der Plan angepasst werden muss (was der übliche Fall sein dürfte). Einige Instrumente, die Fiedler dafür vorstellt, sind:

  • Kosten-Trenddiagramm,
  • Earned Value Analyse,
  • Termin-Trenddiagramm,
  • Meilensteintrendanalyse,
  • Time-at-Completion,
  • Leistungskennziffern.

Der Leser erfährt, wie diese Methoden funktionieren und wie sie eingesetzt werden. Fiedler ergänzt diese Erläuterungen um konkrete Unternehmensbeispiele und viele Tipps und Hinweise. Durch das Layout des Buches und die vielen Grafiken und Lesehilfen kann sich der Leser einfach durch das Buch navigieren und durcharbeiten. Ergänzt werden die Ausführungen auch durch zahlreiche Internet-Links.

Im letzten Kapitel zeigt Fiedler zudem, wie das Projektcontrolling durch EDV-Programme wie SAP, MS-Project oder durch Führungsinformationssysteme unterstützt werden kann. Hier wird deutlich, dass Projektcontrolling auch recht komplex sein kann. Die Praxis mag dagegen einfache und nützliche Werkzeuge, die sich pragmatisch anpassen und nutzen lassen.


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