Management hat sehr viel mit Entscheidungen zu tun – unabhängig davon ob und wie sie gefällt werden. Gerade deshalb ist es wichtig, sich den jeweils eigenen Entscheidungsprozess bewusst zu machen, um möglichst richtige Entscheidungen zu treffen. Der Berater und Coach Kai-Jürgen Lietz hat sich auf Entscheidungen spezialisiert. In diesem Buch geht es ihm nicht um formale Entscheidungs-Methoden, sondern um allgemeine Faustregeln. Und vor allem darum, sichtbar zu machen, von was unsere Entscheidungen beeinflusst werden.
Wie verhindert man, in allgegenwärtige Entscheidungsfallen zu tappen? Denn es kann für den Manager und sein Unternehmen schnell sehr teuer werden, wenn falsche Entscheidungen getroffen werden. Das macht Lietz am Beispiel prominenter Entscheidungen aus der Geschichte sichtbar. Aus seiner Sicht brauchen gute Entscheidungen drei wesentliche Komponenten:
- Entscheidungsklarheit
- attraktive Alternativen
- Unterstützung für die Umsetzung
Leider hat man es in der Praxis immer wieder mit Entscheidungsfallen zu tun. Fünfzehn von ihnen stellt Lietz vor. Das sind unter anderem die folgenden Problemsituationen:
- Angebotsfalle: Wir lassen uns von einem Anbieter diktieren, wie der Bedarf auszusehen hat, und orientieren uns nur an den Alternativen, die er anbietet – anstatt selbst klar zu formulieren, was wir wollen.
- Elefantenfalle: Wir überschätzen ein Entscheidungskriterium (z.B. den Preis) und unterschätzen ein genauso wichtiges (z.B. die Qualität).
- Schneckenfalle: Wir drücken uns so lange vor einer Entscheidung, bis es fast zu spät ist – und nur noch wenige Alternativen machbar sind.
- Treibjagdfalle: Wir lassen uns in einer vermeintlichen Notsituation in eine Entscheidung treiben, die Sicherheit verspricht. Doch in Wahrheit sind wir überhaupt nicht bedroht.
In den weiteren Kapiteln seines Buches entwickelt Lietz dann sein Modell der Entscheidungsfindung. Dabei geht er auch auf besonders schwierige Entscheidungssituationen und auf solche ein, in denen eine schnelle Entscheidung gefragt ist. Hier gilt es beispielsweise einige allgemeine Kriterien zu prüfen, die in fast jeder Situation wichtig sind. Das sind einfache Ja/ Nein-Entscheidungen bezüglich: Löst es das Problem, lässt sich damit Geld verdienen, unterstützt es die eigenen Ziele und die unternehmerische Vision, steigert es den eigenen Einfluss, lässt sich Zeit gewinnen, hilft es bei der tägliche Arbeit und einige mehr.
Am Ende seines Buches entwickelt Lietz einen einfachen Entscheidungskompass, der aus vier Elementen besteht. Fast alle Entscheidungen lassen sich auf dieses Schema übertragen. Und so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Entscheidungen gut sind und von alle getragen werden. Das Buch ist so eine sehr hilfreiche Werkzeugkiste, um zu fördern, dass in Unternehmen mehr gute Entscheidungen getroffen werden.
Wer selbst prüfen will, wie gut seine "Entscheidungskompetenz" ist und ob er den Entscheidungsfallen entgeht, kann dies auf der Webseite des Autors im Rahmen eines Quiz prüfen:
www.entscheidertest.de
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