Das Denken ist das wesentliche Merkmal der menschlichen Spezies. Und es verwundert wenig, wenn sich viele Fachgebiete und unzählige Wissenschaftler mit diesem Phänomen befassen. In diesem Buch geht es um die psychologische Perspektive des Denkens. Die drei Professoren Tilmann Betsch, Joachim Funke und Henning Plessner haben hier ein Lehrbuch konzipiert und entwickelt, das dem Studierenden und dem interessierten Laien sehr anschaulich erläutert, wie das Denken funktioniert – insbesondere wenn es um die grundlegenden Techniken des Urteilens, Entscheidens und Problemlösens geht.
Nach einer kurzen Hinführung zum Thema und einer Einordnung bearbeiten die Autoren systematisch diese drei Denkprozesse, ihre Hintergründe und wissenschaftliche Erkenntnisse und Einsichten. Zudem stellen sie jeweils einige Modelle und Werkzeuge vor, die in der Praxis nicht nur von Bedeutung sind, sondern auch Hilfestellung bieten. So beginnt jeder der drei Teile mit einer Einführung in den Stand der Forschung beziehungsweise mit einer Erläuterung der grundlegenden Konzepte. Dann wird es spezifisch.
- Zum Urteilen: Hier erklären die Autoren, welche Grundlagen für die Bildung eines Urteils wichtig sind. Wichtig sind dabei Vorwissen, Wahrnehmung und konkrete Reize (sogenannte Cues), die uns zum Urteilen bringen. Dann ist das Urteilen ein Prozess, indem bestimmte Regeln und Strategien angewendet werden. Diese sind vom Kontext und von emotionalen Einflüssen abhängig. Täuschungen können zu Fehlurteilen führen.
- Zum Entscheiden: Der Entscheidungsprozess lässt sich in drei Phasen unterteilen. Zunächst wird die Entscheidungssituation als solche wahrgenommen (Ich muss eine Entscheidung treffen) und es werden Bewertungs- und Entscheidungsstrategien eingesetzt. Diese müssen nicht immer rational sein, wie zahlreiche Studien zeigen. Oft erkennt der Entscheider, dass er vor der Entscheidung Informationen benötigt. Diese Informationssuche ist ein Teilprozess des Entscheidens (Phase zwei). In der dritten Phase wird die Entscheidung überprüft. Effekte werden wahrgenommen und beurteilt. So entsteht ein Lern- und Erfahrungsprozess.
- Zum Problemlösen: Auch hier wird der Prozess des Problemlösens in seine einzelnen Phasen zerlegt und erläutert. Dann stellen die Autoren einige Phänomene vor, die man bei Menschen beobachten kann, wenn sie Probleme lösen. Schließlich stellen die Autoren grundlegende Theorien und dann Methoden für das Problemlösen vor. Dabei belassen sie es bei einigen wenigen allgemeinen Methoden; konkrete Werkzeuge werden nicht oder nur am Rande benannt.
Das Buch ist als Lehrbuch konzipiert und richtet sich an Studierende. Autoren und Verlag haben dafür ein möglichst leser- und nutzenorientiertes Format gewählt, damit aus dem Lesebuch ein Arbeitsbuch werden kann. Auch auf die Didaktik wurde großen Wert gelegt. Jedes Kapitel nennt Lernziele und Übungen zur Reflexion und zur Überprüfung, ob alles verstanden wurde. Zudem wurde konsequent mit Definitionen, Beispielen, Hintergründen (Studienergebnissen) und vielen Abbildungen gearbeitet. Marginalien sollen beim schnellen Lesen helfen. Das macht das Buch trotz der kleinen Schrifttype und den dicht gedrängten Inhalten anschaulich. Es lässt sich damit lernen.
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