Perfektionismus kann aufreibend sein. Wer meint, alles 110-prozentig machen zu müssen, ist meistens mehr gestresst und erreicht am Ende sogar weniger, sagt die Journalistin Simone Janson in diesem Buch. Sie erklärt, warum Perfektionismus nicht erstrebenswert ist und warum es vielmehr darum geht, die richtigen Prioritäten zu setzen. Das helfe auch der Karriere viel besser, meint Janson.
Studien legen nahe, dass Menschen, die nicht perfekt sein wollen, ein zufriedeneres und glücklicheres Leben führen. Janson meint, dass diese es sogar im Beruf leichter haben und dort punkten. Denn sie wissen, worauf es ankommt, ohne sich in Details zu verbeißen und zu verlieren.
Um das zu erklären und zu begründen unternimmt die Autorin Ausflüge in die Gehirnforschung, in die Psychologie und einige andere Wissenschaften; sie zitiert Studien und verweist auf wissenschaftliche Forschung. So bastelt sie ihr Argumentationsgebäude zusammen, mit dem sie dem Leser eine andere Sicht auf seine Arbeit nahelegen will. Dazu erzählt sie Geschichten und führt zahlreiche anschauliche Beispiele aus dem Unternehmensalltag auf.
Indem Janson so ihr Thema entfaltet, liefert sie auch zahlreiche Tipps und Hinweise, die im Berufsalltag helfen können. Beispiele dafür sind (Zitate aus dem Buch):
In vielen Fällen reicht es aus, sich zunächst nur einen allgemeinen ersten Eindruck zu verschaffen und sich eventuell später, wenn es wirklich wichtig ist, mit den Details zu beschäftigen.
- Insgesamt sollte es Sie nicht weniger als drei Minuten kosten, etwas aus dem Eingangsbehälter zu nehmen und es so abzulegen, dass Sie es jederzeit gut wiederfinden können. ...
- Eine gute Übung gegen Druck und Stress: Humor und Lachen. Denn Humor hilft, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen nicht zu resignieren, sondern den psychischen Druck abzubauen und die Dinge aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, Einstellungen zu korrigieren und neue Ressourcen zu entdecken.
Viele dieser Tipps sind anregend, manche aber auch sehr allgemein. Oft bergen sie das Problem, dass die Umsetzung für den Leser im Alltag schwierig sein dürfte; nicht nur, weil es da ja diesen inneren Schweinehund gibt. Vieles ist in unserem Unterbewusstsein so stark verankert (auch das eine wissenschaftliche Erkenntnis), dass es sich eben gar nicht oder nur sehr schwer verändern lässt. Das problematisiert Janson leider zu wenig. Sie geht implizit immer davon aus, dass es nur der Einsicht (durch ihr Buch) und ein bisschen guter Wille braucht – und schon hat man seine Arbeit im Griff. Von der Autorin lernt man unter anderem:
- Kollegen gegenüber Nein zu sagen,
- dem Chef selbstbewusst entgegentreten,
- die Arbeit besser einteilen und planen,
- mit Kritik besser umgehen,
- klare Entscheidungen zu treffen und
- Ordnung zu halten.
Letztlich geht es bei Janson meistens um das Thema Zeitmanagement. Viele Werkzeuge, Regeln und Tipps sind in der einschlägigen Fachliteratur beschrieben. Die Autorin sortiert etwas um, rückt spezifische Themen nach vorne und liefert einen neuen, oft auch erfrischenden und anregenden Blick auf Altbekanntes und Altbewährtes. Gleichwohl wird das eigentliche Thema etwas breit getreten und der rote Faden ist nicht immer ersichtlich. Immerhin: Ihre journalistische und sehr anregende Schreibweise machen das Buch leicht lesbar und die anschaulichen Beispiele vermitteln das Gefühl: Anderen geht es wie mir. Und das macht vielleicht Mut, doch an sich zu arbeiten.
- Arbeitsgestaltung
- Arbeitszeit
- Belastung
- Beziehungsmanagement
- Burnout
- Entscheidungsfindung
- Führungskompetenz
- Führungsstil
- Gesprächsführung
- Gesundheit
- Gesundheitsmanagement
- Konfliktmanagement
- Mitarbeiterzufriedenheit
- Motivation
- Produktivität
- Selbstmanagement
- Teamarbeit
- Unternehmenskultur
- Verhandlungstechnik
- Work-Life-Balance
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