Ein umfangreiches Buch, voll mit Modellen, Methoden, Werkzeugen, Tipps und Ratschlägen rund um das Thema Entscheiden. Das das Entscheiden die zentrale Funktion des Managements ist, ist hinlänglich bekannt. Aber letztlich trifft jeder Mitarbeiter tagtäglich eine Fülle von Entscheidungen. Sind diese falsch, kosten sie eine Menge Geld und Zeit – und es kann zu Konflikten kommen. Die allermeisten Entscheidungen werden intuitiv oder nach festgelegten bewussten oder unbewussten Programmen ab.
Einige Entscheidungen bedürfen aber einer genauen Analyse und Reflexion durch den Entscheider oder das Entscheiderteam. Für solche Fälle hat der Entscheidercoach Kai-Jürgen Lietz diese Entscheider-Bibel zusammengestellt und geschrieben. Es ist eine Erweiterung, Vertiefung und Fundierung seines Ratgeberbuches „Das Entscheider-Buch“ [1] .
Im ersten Kapitel greift er die wesentlichen Elemente des guten Entscheidens auf und nennt sie als Logik des Entscheidens:
- Klarheit über die Entscheidung, das sind Visionen, Ziele und einen Anlass dafür, eine Entscheidung treffen zu müssen;
- Alternativen, über die es zu entscheiden gilt;
- Unterstützung schaffen für die Entscheidung und
- die Entscheidung selbst.
Daraus setzt sich der sogenannte Entscheidercode zusammen. Wer Entscheidungen trifft, setzt diese Elemente in einer typischen Weise zusammen. In den folgenden Kapiteln werden diese Elemente ausführlich erläutert. Lietz beschreibt, was sie kennzeichnet, wie sie entwickelt werden, welche Funktion sie im Entscheidungsprozess haben. Der Leser lernt dabei eine Fülle von Methoden und Ratschlägen, die sich in spezifischen Entscheidungssituationen nutzen lassen.
Im letzten Kapitel geht Lietz dann auf die praktische Anwendung ein. Er nennt noch einmal die 15 Entscheidungsfallen aus seinem ersten Buch. Dann erklärt er 20 typische Entscheidungssituationen wie
- Auftragsvergabe
- Einstellung
- Entlassung
- Finanzierung
- Gründung
- Investitionen
- Nachfolge
Der Autor erklärt jeweils das Entscheidungsziel, den Auslöser, die inspirierende Frage, gewünschte Ergebnisse, Status-Quo-Ergebnisse und unerwünschte Ergebnisse. Diese Situationen werden ergänzt von typischen Entscheiderproblemen wie Angst vor Fehlern, Bedauern, Konfliktvermeidung oder massiver Widerstand. Außerdem stellt Lietz einige praktikable Entscheidungsmethoden vor:
- Pareto-Methode
- Risikobilanz
- Analytical Hierarchical Process
- Minimale Reue
- Entscheidungsbaum
- Entscheidungstabelle
- Nutzwertanalyse
Ein kleiner Entscheider-Test soll dem Leser helfen, seine Entscheidungspräferenzen und seinen Entscheidungs-Code zu finden. Das Buch besticht durch seine Ausführlichkeit und gleichzeitige Anschaulichkeit. Ob es damit gleich zur „Bibel“ stilisiert werden muss, bleibt wahrscheinlich den Marketing-Interessen von Autor und Verlag geschuldet.
