Brunner, AnneDie Kunst des Fragens

Ein sehr hilfreicher Ratgeber zum richtigen fragen. Zahlreiche Beispiele und viele konkrete Fragen zeigen, wie man mit dieser Technik erfolgreiche Gespräche führt (!).

2006, München: Hanser Verlag, 128 Seiten
ISBN-10: 3446405542
ISBN-13: 9783446405547
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

„Wer fragt, der führt“, lautet eine allgemeine Regel beim Gespräch zwischen zwei (oder mehr) Menschen. Er gibt das Thema und den Verlauf eines Gesprächs vor und erfährt außerdem Meinungen, Werte und Informationen seines Gegenüber. Fragen zeigen, dass man sich in den anderen hineindenken möchte, dass man an seiner Person interessiert ist. Es belegt das empathische Verhalten. Doch falsches Fragen kann auch zu Konflikten führen; schnell fühlt sich der Befragte auch ausgefragt. In diesem Buch lernt der Leser zu fragen.

Die Autorin Anne Brunner lehrt Soft Skills an der Fachhochschule München und erläutert in diesem Ratgeber, wie Fragen funktioniert. Im ersten Kapitel erklärt sie unterschiedliche Frageformen und ihre Bedeutung – insbesondere in Bezug auf den Informationsgehalt der Antwort und den Spielraum und Freiheitsgrad, den der Antwortende hat. Grundsätzlich können dabei unterschieden werden:

  • offene Fragen
  • geschlossene Fragen

Beide Fragetypen haben spezifische Vor- und Nachteile, die Brunner ausführlich erläutert. Was im Einzelfall wichtiger ist, hängt vom Interesse des Fragenden ab. Sie differenziert diese Fragetypen und entwickelt daraus das Modell des „Fragetrichters“. Hier geht es darum, durch fragen:

  • zu sammeln
  • einzugrenzen
  • auszusortieren
  • zu filtern
  • zu präzisieren
  • zusammenzufassen

Im dritten Kapitel stellt Brunner unterschiedliche Zwecke von Fragen vor. Es gibt beispielsweise Informationsfragen, hypothetische Fragen, Gegenfragen, zirkuläre Fragen oder Kontrollfragen. Im Gegensatz dazu das vierte Kapitel: Hier stellt die Autorin Fragen vor, die der Leser lieber nicht (so) stellen sollte.

Im fünften Kapitel erläutert Brunner, wie man durch Fragen eine Gruppe aufschließt und motiviert, also die Teamarbeit fördert. Hier geht es vor allem um Fragen, die Teilnehmer aktivieren. Das ist für den Leser besonders hilfreich, wenn er einen Workshop oder ein Meeting moderieren soll.

Dann beschreibt Brunner allgemeine Frageprinzipien. Ihre Erläuterungen basieren hier auf der Paar- und Familien-Therapie. Sie will damit sensibilisieren, wie man durch Fragen auch tiefergehenden Problemen auf die Spur kommen kann. Im siebten Kapitel werden weitere spezifische Fragesituationen beleuchtet: Fragen, die die Kreativität verbessern sollen, die Informationen zutage fördern sollen, die Probleme analysieren helfen oder die bei der Lösungsentwicklung förderlich sind.

Zum Abschluss listet Anne Brunner eine Vielzahl von Fragen auf, die man sich als Leser vielleicht immer schon einmal gestellt hat. Sie sind sehr allgemeiner Art, also nicht nur aus dem beruflichen Umfeld. Gerade durch ihre persönliche Note helfen die Fragen, ein „Gefühl“ für das Fragen – und die Antworten zu entwickeln.

Das kleine Buch ist ein hervorragender Ratgeber zum richtigen Fragen. Viele konkrete Beispiele machen den Stoff sehr anschaulich. Trotz des knappen Raums erläutert die Autorin ihr Anliegen sehr differenziert und an vielen Stellen auch sehr spannend.

Wer das Fragen mit diesem Buch lernt und regelmäßig anwendet, wird schnell Erfolge erkennen.


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