Was ist eigentlich eine Marke? Wie weit lassen sich Formen der Markierung zeitlich zurückverfolgen? Können Marken ethische und kulturelle Leitbilder widerspiegeln und sind DDR-Produkte Kult?
Antworten auf diese und eine Vielzahl anderer Fragen zu geben, ist das Ziel dieses von Manfred Bruhn herausgegebenen Sammelbandes zum Thema Marke. Dominierte bislang in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Markenartikeln die Betriebswissenschaft, insbesondere das Marketing, so offenbart dieses Buch, dass durchaus auch andere Disziplinen substantielle Beiträge zur Beleuchtung des Phänomens Marke leisten können: die Linguistik, das Kulturmanagement und Design, die Rechtswissenschaft. Und was ist mit Psychologie?, ließe sich fragen. Die fehlt. Woran dies nun liegen mag, darüber lässt sich nur spekulieren. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen ist dieses Buch eine hervorragende Möglichkeit für Psychologen (aber auch alle anderen Interessierten), sich der unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Marke bewusst zu werden, denn, was die Psychologie zu bieten hat, belegen andere Werke.
Nach grundlegenden Begriffsbestimmungen und einem Abriss der Geschichte des Markenwesens, wendet sich das Buch dem Markenrecht aus rechthistorischer Sicht zu wobei man bei Lektüre dieses Beitrags immun dagegen sein sollte, dass manche Seiten mehr Fußnoten als Text ausweisen. Sehr spannend sind die beiden sprachwissenschaftlichen Abhandlungen, die zum einen die bisherige Forschung kurz skizzieren, zum anderen die forensische Linguistik vorstellen, die sich mit juristischen Fragen der Verwechselbarkeit von Markennamen beschäftigt. Hier sollte man nicht von der unvertrauten Terminologie zurückschrecken. Höchst abwechslungsreich präsentiert sich auch ein Beitrag des Direktors des deutschen Verpackungs-Museums, dessen Ausführungen zum Markennamen als Devise mit zahlreichen Abbildungen illustriert sind. Einflüsse aus Kunst, Literatur und Film werden nachgezeichnet, und es dürfte nicht nur für die Raucher unter den Lesern interessant sein, dass es einstmals Zigarettenmarken mit so bezeichnenden Namen wie Logik oder Deutsche Einheit gab. Die symbolische Kraft von Marken wird hier besonders evident. Kongenial werden im Anschluss die Bezüge zwischen Marke und Mythosbildung skizziert und aufgezeigt, was der Markenkauf mit rituellen Handlungen gemein hat. Abgerundet wird dieses Potpourri der Marke durch Betrachtungen zur Rolle des Designs von Markenartikeln, die für Laien ein wenig zu abstrakt anmuten und sicher durch eine Mehrzahl an Beispielen gewinnen würden.
In seiner Vielfalt ist dieser Sammelband bestechend. Wenn auch nicht jeder Beitrag jedem Leser gleichermaßen zusagen wird, so hält das Buch auf jeden Fall, was der Titel verspricht: die Symbolkraft des Zeichensystems Marke zu illustrieren und dies in einer sehr bereichernden multidisziplinären Art und Weise.
- Corporate Identity
- Design
- Internet
- Kernkompetenz
- Kommunikationspolitik
- Kreativität
- Kundenanalyse
- Kundengewinnung
- Markenbildung
- Marketing-Controlling
- Marketing-Instrument
- Mittelstand
- Onlinemarketing
- Point of Sale
- Preispolitik
- Produktplanung
- Stakeholder
- Unternehmensimage
- Unternehmenswettbewerb
- Werbung
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