Rosenfeld, EvelinDie Strategie der Aufrichtigkeit Vertrauens- und Profilaufbau durch wertebasierte Managementsysteme

Menschen mit dem Unternehmen und Ziele mit Werten verbinden – dafür bietet dieses Buch ein konkretes Modell. Es zeigt auf, wie wertorientiertes Management Schritt für Schritt in etablierte Managementsysteme integriert werden kann. Aus normativen Vorgaben werden praktische Ratschläge.

Norderstedt: Books on Demand, 2008, 263 Seiten
ISBN-10: 383703321X
ISBN-13: 9783837033212
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Wohl selten wurde so viel und erregt über Werte und Management diskutiert wie jetzt in den Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise. Insbesondere Bankern wird vorgeworfen, sie hätten viele Hemmungen über Bord geworfen und wären über viele Jahre nur schnellem Gewinn und hohen Boni hinterher gerannt.

Die Managementberaterin und Expertin für Wertmanagement Evelin Rosenfeld entwickelt in ihrem neuen Buch ein ganz anderes System. Denn sie konstatiert eine weitere Krise: die Vertrauenskrise. Mit ihrer Strategie der Aufrichtigkeit trifft sie damit auf ein aktuelles und manchen drängendes Bedürfnis im Management. Sie will zeigen, dass Finanzkrise, Klimakatastrophe und soziale Konflikte ein erhebliches Risiko für Unternehmen darstellen und dass deshalb ein Paradigmenwechsel notwendig ist. Die Eckpunkte des neuen Paradigmas sind:

  • Vereinfachung durch Eindeutigkeit
  • Verantwortung durch Verbindlichkeit
  • Vertrauen durch Wertkontinuität

Das Besondere an diesem Buch: Rosenfeld belässt es nicht bei moralischen Appellen, sondern entwickelt ein operatives Steuerungssystem, mit dessen Hilfe sich Vertrauen und ein wertorientiertes Profil aufbauen lassen.

Dazu beschreibt sie im ersten Teil des Buches, welche Kräfte und Einflussfaktoren wirksam sind, die Unternehmen und ihre Manager zu einem wertorientierten und ethischen Verhalten führen können. Sie erklärt die Unterschiede zwischen Corporate Responsibility, Corporate Governance, Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship. Schließlich geht es Rosenfeld darum, „die Werthaltung der Schlüsselpersonen, die auf Entscheidungen und Zielgrößen des Unternehmens wesentlich Einfluss nehmen, sichtbar zu machen und mit der herrschenden Unternehmenskultur in Einklang zu bringen.“

Wie das funktionieren kann, beschreibt sie ausführlich im Hauptteil ihres Buches. Hier stellt sie die Systematik wertbasierter Managementsysteme vor. Sie erklärt die sechs wichtigen Spielregeln:

  1. Verantwortung ist persönlich.
  2. Die Anwendung eines wertebasierten Entscheidungsmaßstabs ist bindend.
  3. Der Strategietransfer findet immer auf Sach- und Werteebene statt.
  4. Strategische und operative Verantwortungsbereiche sind souverän.
  5. Ein auf Wertschätzung, Transparenz und klarer Rollenverteilung basierendes Kommunikationsverhalten sichern.
  6. Veränderungen sind (über-) lebenswichtig.

Anschließend zeigt sie die Schritte zur Entwicklung eines solchen Managementsystems auf. Sie erläutert, welche Stakeholder dabei beteiligt sind und wie die Werthaltigkeit am Ende gemessen werden kann: mit dem Wertmaßstab aus Eigenständigkeit, Solidarität und Kontinuität. Ausführlich stellt sie dar, wie diese Maßstäbe im Unternehmen, in den Managementsystemen, beim Top-Management und bei den Mitarbeitern verankert werden können. Schließlich nutzt sie das Instrument der Balanced Scorecard, um sichtbar zu machen, wie die Integration in bestehende Steuerungsgrößen funktionieren kann.

Rosenfeld gelingt es, bekannte Denk- und Beschreibungsweisen aus dem Management zu nutzen, um die wertorientierten Paradigmen zu integrieren. So gewinnt dieses Buch auch bei diesem eher normativen Thema, einen praktischen Nutzen für alle, die wertorientiert arbeiten und ihr Unternehmen entsprechend leiten wollen.


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