Grieger-Langer, SuzanneDie Tricks der Trickser Immunität gegen Machenschaften, Manipulation und Machtspiele

Immer wieder gibt es Menschen, die auf Kosten anderer ihre persönlichen Interessen durchsetzen. Sie schrecken auch vor unfairen Praktiken nicht zurück. Sie schüchtern ein, sie halten ihre Zusagen nicht ein, sie streuen Gerüchte und lügen. Ein Arsenal von Praktiken unter dem die anderen leiden. Das beschreibt und illustriert die Autorin auf eindrückliche Weise. Wer mit Tricksern zu tun hat und sich das nicht mehr gefallen lassen will, findet hier einige Anregungen und Lösungen.

Paderborn: Junfermann Verlag, 2011, 127 Seiten
ISBN-10: 3873877864
ISBN-13: 9783873877863
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 4 von 5 Punkten bewertet

Jede Organisation hat eigene Spielregeln, wenn es um das Vorankommen, um die Karriere, um die persönlichen Interessen oder um den Einfluss bei Entscheidungen geht. Nicht immer wird dabei mit fairen Mitteln gespielt, also in etwa nach dem Prinzip der Gerechtigkeit und Angemessenheit: „Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“ Stattdessen manipulieren oder intrigieren die Kollegen, Vorgesetzten und Mitarbeiter, um ihre eigenen Interessen und Ziele oder einfach um ihr Ego zu befriedigen.

Manche leiden darunter. Sie fühlen sich betrogen, hintergangen und sogar gemobbt. Sie wollen sich wehren, wissen aber nicht so recht wie. Für sie hat der Management-Coach und Profiler Suzanne Grieger-Langer dieses Buch geschrieben. Sie geht dabei den schmalen Grat, dass sie zum einen den Betroffenen Werkzeuge an die Hand geben will, damit sie sich nicht alles gefallen lassen müssen; und zum anderen selbst dabei fair bleiben.

Der größte Teil der Hilfe besteht nach Grieger-Langer bereits darin, die Tricks der anderen zu kennen und diese einzuordnen. Deshalb stellt sie diese in diesem Buch ausführlich vor. Dabei zeigt sie, dass es immer wieder dieselben und nur wenige Muster sind, wie die unfairen Kollegen vorgehen. Sie manipulieren, sie wollen kontrollieren und sie üben ihre Macht aus. Dabei wenden sie typische Tricks oder Manöver an. Beispiele dafür sind:

  • Sie machen Zusagen, die sie dann nicht einhalten. Man wird immer wieder vertröstet, mal erhält man kleine Kompensationen zur Ruhigstellung, aber am Ende steht man selbst allein da.
  • Sie pflegen ihr Handicap. Sie sagen, was sie nicht können, dass ihnen das nicht möglich ist und weisen damit die Verantwortung soweit wie möglich von sich.
  • Sie verrichten hin und wieder eine kleine gute Tat und bringen damit andere in ein Schuldverhältnis, das sie später hemmungslos ausnutzen: „Ich habe dir doch damals bei X geholfen; jetzt musst du mal …“
  • Sie geben Fehlinformationen in kleinen Dosen weiter, die die Gedanken der anderen infizieren und diese in eine falsche Richtung lenken.
  • Sie schüchtern ein, indem sie ständig unterbrechen, schlau daherreden, laut werden, die anderen unsicher machen.
  • Sie geben Informationen nicht weiter, verbreiten Klatsch und Gerüchte, lenken die Blicke auf Nebenkriegsschauplätze und sie lügen.

Diese und noch einige weitere typische Verhaltensweisen der Trickser stellt Grieger-Langer ausführlich vor. Sie gibt Beispiele, erklärt und illustriert. Dabei entfaltet sich ein differenziertes, illustres und manchmal schockierendes Bild, wie Trickser vorgehen. Sie erklärt die unterschiedlichen Typen von Tricksern, Manipulatoren und Machtspielern und benennt ihre Gefährlichkeit.

Dabei sei es nicht wichtig, ja falsch, wenn man verstehen wolle, warum diese Menschen so sind. Es gehe nach Grieger-Langer nur darum, sich vor ihnen zu schützen und die richtige Abwehrstrategie zu haben. Doch hier hat das Buch Mängel. So richtig gute Tipps findet der Leser nur sehr selten. Die allgemeine Aufforderung, deutlich zu machen: „So nicht mit mir!“, ist zu kurz gegriffen. Hilfreich sei nach Meinung der Autorin in den meisten Fällen:

  • Trickser zu erkennen und ihnen nichts zu glauben und schon gar nicht zu vertrauen,
  • das „Spielfeld“ einfach zu verlassen und die Trickser allein zu lassen,
  • sich ein Netzwerk aus anderen Personen aufbauen, die fair sind und mit denen sich gut zusammenarbeiten lässt,
  • auf keinen Fall entgegenkommen, Verständnis aufbringen, nach Kompromissen suchen.

Sprache und Aufmachung des Buches sind etwas gewöhnungsbedürftig. Die Autorin schreibt locker und provokant. Aber manchmal gehen die Gedanken auch hin und her, der Leser verliert den Roten Faden. Gleichwohl ein hilfreiches Buch für alle, die das Gefühl haben, von anderen (im Unternehmen oder Privat) ausgenutzt, manipuliert oder unfair behandelt zu werden.


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