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Schiller, RobertDie Zeit der einsamen Wölfe ist vorbei Führen mit Leib und Seele

Führen von oben und einsame Entscheidungen treffen – diese Zeit ist vorbei, sagt der Unternehmensberater und Business-Coach Robert Schiller. Er entwickelt in diesem Buch sein Modell von der Führung nach dem Wir-Prinzip.

Bern: Stämpfli Verlag, 2009, 120 Seiten
ISBN-10: 3727213426
ISBN-13: 9783727213427
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Schlagworte: Führungskompetenz, Führungspsychologie, Führungsstil

Führung ist nach Meinung Schillers immer eine Frage der Beziehung zu seinen Mitarbeitern und der Zusammenarbeit mit anderen. Nicht zuletzt fühlen wir uns so wohler, sind leistungsfähiger und verfolgen unbeirrt unsere beruflichen und persönlichen Ziele, sagt der Autor.

Um das zu erreichen, brauchen wir eine Mission, Vision, Werte und Ziele. Es gilt, Tätigkeiten und Rahmenbedingungen zu suchen, die dem eigenen Wesen entsprechen. Schiller zeigt, worauf es ankommt, wenn ein Manager seinen Lebensentwurf entwickelt, der dem Wir-Prinzip folgt. Er spricht in diesem Zusammenhang von „meinem Lebensunternehmen“. Die wichtigen Fragen dabei sind:

  • Wer bin ich?
  • Was will und schätze ich?
  • Welches Umfeld macht mich stark?
  • Wie setze und erreiche ich persönliche Ziele?

Führung selbst ist etwas, das im Grunde jeder kann. Es gilt nach Schiller nur die Führungsqualitäten zu entdecken und zu fördern. Von der Grundlage des eigenen Lebensunternehmens aus, kann sich dann das Führen nach dem Wir-Prinzip entfalten. Was das bedeutet, entwickelt Schiller anhand einer Reihe von Führungsthesen, wie sie immer wieder genannt werden, die in diesem Buch aber kritisch hinterfragt werden. Hier einige Beispiele:

  • Der Vorgesetzte entscheidet.
  • Entscheidungen werden umgesetzt.
  • Die Mitarbeiter werden zur Selbstständigkeit erzogen.
  • Seminare bringen uns weiter.

Indem Schiller solche Aussagen infrage stellt, macht er sichtbar, was das Wir-Prinzip alles bedeuten kann. Dabei geht es vor allem um die Beziehung zu anderen, um Vertrauen, um die Akzeptanz von Einflussnahme, um Grenzen in dieser Beziehung. Um dies zu entwickeln, müssen die Hürden und Hemmnisse erkannt und Lernprozesse gefördert werden. In welchen Bereichen diese wichtig sind, erörtert Schiller ausführlich.

Neben den zahlreichen Fragen, die Schiller stellt, und den Anregungen, die er gibt, sind auch die kleinen, einfachen, in der Praxis aber durchaus anspruchsvollen Übungen das, was den Wert des Buches ausmacht. Diese hat der Autor am Ende zusammengestellt. Dazu gehören beispielsweise:

  • veränderte Gangart
  • Kopf ausschalten
  • Waldspaziergang
  • Jetzt rede ich
  • Vertrauensspaziergang

Gerade die Einfachheit und Klarheit dieser Übungen und der Aussagen Schillers machen den Reiz dieses kleinen Büchleins aus. Wer selbst führen will (unabhängig davon, ob man Führungskraft ist oder nicht), findet hier viele anregende Einsichten und neue Sichtweisen.