Das Modell der „Dynamischen Urteilsbildung“ wurde vom holländischen Soziologen und Unternehmensberater Lex Bos entwickelt. Das Verfahren soll den Urteilsbildungsprozess begleiten und für alle Teilnehmende transparent machen. Den beiden Herausgeberinnen und Beraterinnen, Susanne Bächtold und Katja Supersaxo, kommt mit diesem Buch das Verdienst zu, dieses Modell in den deutschsprachigen Raum zu übertragen.
In drei Teilen fassen sie die Beiträge der dreizehn Autorinnen und Autoren zusammen, die zum einen das Modell und seine Grundlagen erläutern, zum zweiten ihre Anwendung und weitere Entwicklung beschreiben und schließlich Beispiele aus der Praxis vorstellen. Sie alle wollen Hilfestellung geben, wenn es darum geht, Situationen zu beurteilen und Entscheidungen zu treffen – insbesondere dann, wenn es sich um komplexe Situationen handelt, wenn mehrere Personen davon betroffen oder dabei beteiligt sind oder weil die Folgen sehr weitreichend sein können.
Das Modell der Dynamischen Urteilsbildung ist ausgerichtet auf die Urteilsbildung in Arbeitszusammenhängen in Gruppen oder Teams. Die zugrunde liegende Frage kann in Richtung einer Erkenntnis oder einer Handlung zielen. Mit Hilfe des Modells kann die Situation auf wenige, aber wesentliche Aspekte zu reduziert werden. Das Grundmodell nennt sich Lemniskate, das die zentralen Elemente des Modells und ihre Zusammenhänge aufzeigt.
- Ausgangspunkt ist eine Fragestellung (in der Gegenwart).
- Das aktuelle Umfeld wird bestimmt von den eigenen Gefühlen einerseits und
- von Personen, der Zeit und der Situation andererseits.
- Erstaunen und Interesse sind die Motoren in Richtung Vergangenheit.
- Hier geht es um einen Erkenntnisweg in Richtung Einsicht und Folgerungen;
- Grundlage dafür sind Fakten (wahrnehmen) und Begriffe (denken).
- In Richtung Zukunft wirken Beklemmung und Enthusiasmus.
- Der Wahlweg führt letztlich zum Beschluss und zur Entscheidung.
- Dafür notwendig sind Ziele (wollen) und Mittel (anwenden).
In einem einführenden Beitrag werden die Theorieansätze vorgestellt, die Grundlage für die Dynamische Urteilsbildung sind. In weiteren Beiträgen erfährt der Leser, wie das Modell bei der Ausbildung zur Supervision angewendet werden kann. Die Beispiele im dritten Teil basieren auf der bisherigen Arbeit mit diesem Modell in unterschiedlichen Ländern und Anwendungsfällen. Sie zeigen konkrete Anwendungen der Lemniskate auf, etwa für
- Organisationsentwicklung,
- Managementtraining,
- Supervision,
- Coaching,
- Konfliktlösung,
- Mediation und
- Selbstmanagement.
Wer sich über dieses Instrument informieren und seine Anwendung erlernen will, hat mit diesem Buch eine sehr gute Grundlage. Die einzelnen Beiträge sind sehr verständlich und anschaulich aufgebaut. Sie erläutern Schritt für Schritt Elemente oder Beispiele für den Einsatz in der Praxis.
- Ablauforganisation
- Berichtswesen
- Besprechung
- Büroorganisation
- Change Management
- Erfolgsfaktor
- Fragetechnik
- Führungsstil
- Gesprächsführung
- Konzeptentwicklung
- Kreativität
- Krisenmanagement
- Mitarbeiterorientierung
- Moderation
- Motivation
- Problemlösetechnik
- Produktivität
- Risikomanagement
- Selbstmanagement
- Zeitmanagement
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