Koch, SusanneEinführung in das Management von Geschäftsprozessen Six Sigma, Kaizen und TQM

In diesem Buch lernen Einsteiger in das Thema Prozessmanagement kennen, welche Modelle, Methoden und Werkzeuge geeignet sind, um Prozesse zu analysieren, zu definieren, zu gestalten und umzusetzen. Dabei verknüpft die Autorin die einschlägigen Prozessmanagement-Werkzeuge mit Methoden des Qualitätsmanagements, um zu zeigen, wie die Prozessqualität verbessert und Kosten eingespart werden können.

Berlin: Springer Verlag, 2011, 261 + VIII Seiten
ISBN-10: 3642011209
ISBN-13: 9783642011207
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 4 von 5 Punkten bewertet

Prozesse werden definiert und gestaltet, damit die Aktivitäten aller Mitarbeiter eines Unternehmens zueinander passen. Das ist in der Praxis oft sehr schwierig, weil sich die Anforderungen der Kunden, die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen, die verfügbaren Ressourcen, das Verhalten der Mitarbeiter und viele Parameter mehr ständig ändern. Die Prozesse müssen also robust sein. Sie sollten aber auch so gestaltet sein, dass die erforderliche Qualität der Ergebnisse sichergestellt ist (Effektivität) und die Kosten möglichst gering sind (Effizienz).

Für die qualitäts- und kostenorientierte Gestaltung der Prozesse gibt es eine Fülle von Werkzeugen, von denen die Professorin Susanne Koch in diesem Buch einige vorstellt und erläutert. Sie bezieht sich dabei auf solche Werkzeuge, die im Rahmen der Konzepte „Six Sigma“, „Kaizen“ und „Total Quality Management“ eine Rolle spielen.

Im ersten Teil führt Koch die wichtigen Begriffe „Prozess“, „Geschäftsprozess“ und „Qualitätsmanagement“ ein. Sie erklärt, welche Merkmale sie kennzeichnen und welche Faktoren eine Rolle spielen. Ihre wesentliche Botschaft: Wer gute Qualität liefern will, muss seine Prozesse im Griff haben.

Im zweiten Teil stellt sie dazu Methoden des Prozessmanagements vor. Prozesse werden zunächst modelliert. Das bedeutet, es wird ein Modell erstellt, das die betrachteten Abläufe als chronologische Abfolge von Tätigkeiten (Prozesse) im Unternehmen abbildet und hinreichend genau beschreibt. Das hat Vorteile für das Unternehmen und die Mitarbeiter gleichermaßen. Dazu gehören nach Koch:

  • Transparenz und Verständnis für die Abläufe
  • Erkennen von Fehlern und Fehlermöglichkeiten
  • Identifikation von Kostentreibern
  • Dokumentation von Wissen
  • Verbesserung von Schwachstellen
  • Simulation von alternativen Abläufen und ihren Effekten
  • Motivation der Mitarbeiter, indem deutlich wird, wofür deren Tätigkeiten wichtig sind

Die Autorin stellt ein Referenzmodell für das Supply Chain Management (SCOR) ausführlich vor und beschreibt, wie Prozesse abgebildet werden, wie bestehende Prozesse analysiert und zukünftige Soll-Prozesse definiert, gestaltet und umgesetzt werden. Dazu erklärt sie, welche spezifischen Methoden und Werkzeuge für die einzelnen Schritte des Prozessmanagements eingesetzt werden können.

Schließlich verknüpft Koch die Methoden des Prozessmanagements mit denen der Qualitätsmanagements. Im dritten und vierten Teil des Buches stellt sie die dort relevanten Modelle, Konzepte und Methoden vor. Das sind insbesondere:

  • Total Quality Management
  • EFQM-Modell
  • Business Reengineering
  • Six Sigma
  • Kaizen
  • PDCA-Zyklus
  • Total Cycle Time

In einem ausführlichen Anhang beschreibt Koch dann auch noch einige konkrete Instrumente, die in diesen Themenfeldern übergreifend eingesetzt werden. Das sind: Metaplantechnik, Brainstorming, morphologischer Kasten und Six Sigma Toolbox. So ist dieses Buch vor allem ein Methoden- und Werkzeugbuch für Prozessmanager. Erfahrene Prozessplaner dürften das Meiste daraus bereits kennen. Für Einsteiger ist es eine hilfreiche Einführung.

Zumal Koch alle Themen und Inhalte sehr systematisch zusammengestellt und verständlich beschrieben hat. Viele Grafiken und Übersichten erklären die Funktionsweise der Methoden und Werkzeuge und die Autorin ergänzt Vorgehensweise, Vorteile und Nachteile. Ein paar realistische Beispiele hätten diese Darstellungen noch gut ergänzt. Als Professorin einer Hochschule dürfte Koch auch ihre Studierenden als Leser des Buches im Auge gehabt haben.


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