Brandt, ThomasErfolgsmessung im Projektmanagement Wirkung und Nutzen sicher beurteilen

Jedes Projekt sollte nützlich sein. Während sich das projektinterne Controlling weitgehend etabliert hat, stellt Brandt Methoden vor, wie man den Nutzen eines Projekts insgesamt misst und sicherstellt.

2004, Düsseldorf: Symposion Publishing, 163 Seiten
ISBN-10: 3936608601
ISBN-13: 9783936608601
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 4 von 5 Punkten bewertet

Schlagwort: Projektmanagement

Viele Projekte scheitern und Unternehmen verschwenden mit unsinnigen Projekten sehr viel Geld. Gerade deshalb ist die Erfolgsmessung von Projekten so wichtig. Thomas Brandt hat seine Erfahrungen als Projekt-Manager im Siemens-Konzern in diesem Buch zusammengefasst. Dabei geht es ihm nur am Rande (im ersten Kapitel) um das Projekt-Controlling als wichtige Teilaufgabe innerhalb eines Projekts und im Rahmen des Projekt-Managements.

Brandt geht es vielmehr darum, die Wirkung und den Nutzen des Projekts insgesamt für das Unternehmen zu ermitteln und zu bewerten. Diese Erfolgsmessung betrachtet er unter drei Aspekten:

  1. Methoden: In diesem Kapitel werden wichtige Kriterien abgeleitet, denen die Methoden genügen müssen, mit denen Projekte bewertet werden. Außerdem werden einige Bewertungsmethoden vorgestellt. Das sind bekannte Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsmessung: Kostenvergleich, Gewinnvergleich, dynamische Investitionsanalysen, Nutzwertanalyse, Szenarioanalyse, Argumentenbilanz etc.
  2. Verfahren: Auf der Grundlage dieser bekannten Methoden entwickelt Brandt ein eigenes Verfahren zur Messung des Projekt-Erfolgs. Er nennt es „Impact Detection & Assessment“ (IDEA).
  3. Praxis: Im dritten Teil seines Buches beschreibt Brandt, wie seine Methode in der Praxis angewendet wird und wie sie funktioniert. Hierbei nutzt er eine Kombination aus mehreren etablierten Methoden, um monetäre Effekte zu messen, nicht-monetäre Effekte zu ermitteln, Sensitivitätsanalysen durchzuführen und Prognosen abzuleiten.

Sein IDEA-Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass es die Erhebung von Wirkungen und ihre Bewertung voneinander trennt. Schon das erste kann sehr schwierig sein, weshalb hier eine systematische Vorgehensweise wichtig ist. Die Phase I „Impact Detection“ hat vier Teilschritte:

  1. Vorauswahl der vom Projekt betroffenen Hauptprozesse;
  2. Identifizierung und Lokalisierung der direkten Wirkungen;
  3. Identifizierung und Lokalisierung der indirekten Wirkungen durch Wirkungsketten;
  4. Einteilung der Wirkungen in die Wirkungsarten.

Das scheint dem Leser im Grunde einsichtig und nachvollziehbar. Entsprechendes gilt auch für die zweite Phase des „Impact Assessment“. Hier werden

  1. Kennzahlen ausgewählt und gemessen;
  2. monetäre Effekte bestimmt und gemessen;
  3. die Ergebnisse konsolidiert.

Im dritten Praxisteil des Buches erläutert der Autor, wie diese einzelnen Phasen und Schritte konkret durchgeführt werden. Anhand von Beispielen zeigt er, wie sich Effekte ermitteln und messen lassen und wie monetäre Effekte bestimmt werden. Zahlreiche Schema-Abbildungen und Rechenbeispiele sollen das verdeutlichen.

Was in dem Buch etwas zu kurz kommt, ist die Einbindung von Projekten in die Organisation selbst: Das ist die Anbindung von Projekten an die Unternehmensstrategie oder der Bezug des Nutzens zu den eigentlichen Projektzielen, die ja die Bewertung erst möglich machen. Leider bleiben auch Einflussfaktoren ausgeblendet, die für den Projekterfolg wichtig sind. Hilfreich wären hier Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen. Das Buch bietet dennoch einige hilfreiche Ansätze, um den Nutzen eines Projekts insgesamt für das Unternehmen zu ermitteln. Das kann sich auch schon „vorbeugend“ auswirken bei der Durchführung des Projekts selbst.


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