Viele Weiterbildungen leiden darunter, dass sie langweilig sind – insbesondere, wenn es um die Vermittlung von Fachwissen geht. Die Trainer und Lehrer spulen ihren Stoff herunter, die Teilnehmer werden schnell müde, schauen ständig auf die Uhr und warten auf das Ende. Die Folge: Es bleibt wenig hängen. Doch es gibt besondere Methoden, um ein Seminar oder den Unterricht lebendig zu gestalten. Die Naturwissenschaftler und Fachtrainer Juliane Meyerhoff und Christoph Brühl stellen eine Fülle solcher Methoden in diesem Buch vor.
Im ersten Teil geht es um das Konzipieren des Unterrichts. Das zugrunde liegende Modell ist der sogenannte Konzeptkreis. Er beinhaltet alle Schritte, die zur Unterrichtsvorbereitung notwendig sind. Das sind:
- Feststellen der Lernursachen, der Lernbedarfe, der Motivation und Erwartungen der Teilnehmer;
- Festlegung der Lernziele;
- Zusammenstellung der Lerninhalte, wobei auf Vorkenntnisse der Teilnehmer eingegangen wird;
- Rahmenbedingungen wie Schulungsraum, Dauer, Gruppengröße und Sitzordnungen;
- Planung und Vorbereitung des Ablaufs und des Unterrichtsleitfadens sowie der Methoden, die eingesetzt werden sollen;
- der Unterricht selbst unter Berücksichtigung von gruppendynamischen Aspekten, unterschiedlichen Lerntypen, Spielregeln und dem Lernvermögen der Teilnehmer;
- der Anwendung und der Transfer durch die Teilnehmer in ihre Alltagssituation;
- die Evaluation über den Erfolg des Unterrichts.
Meyerhoff und Brühl erläutern jeden Schritt ausführlich und sehr konkret. So kann der Trainer und Dozent direkt in die Vorbereitung seines Unterrichts einsteigen. Er muss im Grunde nur alle einzelnen Punkte abarbeiten, um seinen Unterricht perfekt vorzubereiten. Positiver Nebeneffekt: Er kann dem Auftraggeber ein durchdachtes Konzept und einen überzeugenden Plan vorlegen, wie der Unterricht ablaufen soll.
Im umfangreicheren zweiten Teil des Buches geht es dann um die geeigneten Methoden für den Unterricht oder das Seminar. Die Themen sind hier:
- Wie das Lernen vorbereitet und begleitet wird;
- Wie Sozialformen variiert werden können;
- Wie Vorkenntnisse aktiviert werden;
- Wie Neues abwechslungsreich gelernt wird;
- Wie das Gelernte geübt wird, bis es sitzt;
- Wie der Lernfortschritt bewertet wird.
Für diese Fragestellungen stellen Meyerhoff und Brühl jeweils eine Reihe von Methoden vor. Sie beschreiben diese kurz, benennen, in welcher Form diese eingesetzt werden kann, wofür sie geeignet ist, welche Fragen in der Vorbereitung wichtig sind, welche Variationen es gibt, was die Vorteile und was die Grenzen oder Schwierigkeiten der Methode sind. So kann sich der Leser ein sehr gutes Bild von der Leistungsfähigkeit und den Einsatzmöglichkeiten einer Methode machen. Im Allgemeinen reichen die Erläuterungen auch aus, die Methode im eigenen Unterricht einzusetzen. Dabei ist eine Fülle besonders anregender Methoden dabei, die alle Teilnehmer fordern und sicherlich auch Spaß machen. Gerade beim Üben des Gelernten stellen die Autoren viele Alternativen zum simplen Auswendiglernen vor, die alle Teilnehmer aktiv einbezieht und sehr abwechslungsreich und gerade deshalb auch nachhaltig sein kann.
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