Horn, Bettina; Bank für Sozialwirtschaft AG; Der Paritätische Gesamtverband e.V.; neues handeln GmbH (Hrsg.)Finanzen für den sozialen Bereich Von der öffentlichen Förderung zur zukunftsorientierten Finanzierungsgestaltung

Wer eine soziale Einrichtung betreibt und leitet, kommt nicht darum herum, die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Instrumente zu kennen, um seine Organisation am Leben halten zu können. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder die Finanzierung. Um sie sicherzustellen, müssen Marketing und Fundraising betrieben und andere Geldquellen erschlossen werden. Controlling und Planung helfen, den Überblick zu behalten. Das Arbeitshandbuch hilft bei der Umsetzung.

Hamburg: Verlag Dashöfer, 2008, Loseblattsammlung, 2 Bände
ISBN-10: 3938553227
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Soziale Einrichtungen und Organisationen haben wirtschaftlich oft einen schweren Stand. Sind sie doch zum großen Teil von staatlicher Unterstützung und Finanzierung abhängig. Doch die öffentlichen Kassen sind oft leer. So werden Mittel zusammengestrichen und die Existenz der Einrichtung ist gefährdet. Doch es gibt andere Möglichkeiten, die finanzielle Basis für die eigene Arbeit zu schaffen. In diesem Arbeitshandbuch werden diese ausführlich vorgestellt.

Das Autorenteam um die Hochschulprofessorin Bettina Hohn hat dazu eine Fülle von Beiträgen zusammengestellt, die zum einen vermitteln, wie finanzielle Mittel für soziale Einrichtungen eingeworben werden können (Fundraising), und zum anderen vermitteln, welche Rahmenbedingungen dafür relevant sind. Riskant ist für viele soziale Einrichtungen unter anderem die Steuergesetzgebung, wie gleich zu Beginn des Handbuchs ausgeführt wird. Dem stellen die Autoren gegenüber, dass das Fundraising auch positive Aspekte hat. Sie gibt den Spendern die Möglichkeit, jemandem ein Geschenk zu machen – und die Freude zu erleben, sein Geld für einen guten Zweck einzusetzen. Voraussetzungen aufseiten der sozialen Einrichtung sind:

  • Ehrlichkeit,
  • Glaubwürdigkeit,
  • Offenheit und
  • Klarheit.

Im zweiten Teil des Buches werden aktuelle Praxisbeispiele und Trends vorgestellt. Auch hier stehen die Rechtsentwicklung und das Fundraising im Vordergrund. Im dritten Teil geht es um das Marketing sozialer Einrichtungen. Besondere Schwerpunkte sind hier die Positionierung von sozialen Einrichtungen, die Relevanz der Marke und die Analyse der Zielgruppen (Stakeholder).

In den folgenden Teilen geht es dann konkret darum, wie Geldmittel für soziale Einrichtungen verfügbar gemacht werden können. Dafür gibt es zunächst drei Ansätze:

  • Erwirtschaftung von Eigenmitteln im Rahmen einer Geschäftsgründung,
  • Finanzierung über Banken sowie
  • Fundraising und Spendenwerbung.

Die Autoren erläutern ausführlich und mit einigen Praxisbeispielen, wie das funktioniert und worauf man achten sollte. Dabei stellen sie auch Checklisten zur Verfügung, die bei der Umsetzung helfen. Sehr umfangreich wird dabei das Fundraising, die Rahmenbedingungen dafür und die Möglichkeiten zur Durchführung erläutert. Manche Themen sind aus der allgemeinen Betriebswirtschaft bekannt; die Autoren wissen aber, wo gerade soziale Einrichtungen der Schuh drückt und wo dort die Defizite sind. Darauf gehen sie im Besonderen ein.

Im zweiten Band des Arbeitshandbuchs geht es dann um weitere spezifische Formen der Kooperation und des Einwerbens von Fördermitteln. Auch das kann die finanzielle Basis einer sozialen Einrichtung erheblich verbessern. Mögliche Kooperationspartner sind:

Unternehmen, die im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility aktiv sein wollen, und Stiftungen. Förderung kann es von der Europäischen Union, dem Bund, Ländern und von Kommunen geben. Eine Sonderrolle spielen Lotteriemittel. Alle diese Themen werden in jeweils eigenen Kapiteln ausführlich erläutert. Auch hier lernt der Leser, wie er Kooperationen aufbaut oder Fördermittel beantragt.

Zwischen diesen Ausführungen hat die Herausgeberin ein sehr zentrales Thema für soziale Einrichtungen aufgegriffen (Kapitel 11): Das Controlling und Finanzmanagement. Hier geht es um konkrete Werkzeuge und Instrumente, die bei der Planung und Steuerung sozialer Einrichtungen unabdingbar sind. Nur so lässt sich das Überleben sichern. Der Autor weist dabei zunächst auf das strategische Controlling hin, aber auch auf die Finanzbuchhaltung, die Bilanz sowie die Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Was für jedes Unternehmen gang und gäbe ist, sollte auch für soziale Einrichtungen selbstverständlich sein. Einen besonderen Abschnitt widmet der Autor dabei der Quersubventionierung, die gerade bei sozialen Einrichtungen eine wichtige Rolle spielt.


Hier können Sie das Kapitel "Erfolgsfaktoren für das Online-Fundraising" zum Probelesen herunterladen.

Und hier können Sie das Arbeitshandbuch direkt beim Verlag bestellen.


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