Schneider, BarbaraFleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf Wie Frauen in Führung gehen

Frauen stehen immer noch hinter den Männern, wenn es um die Top-Positionen in Unternehmen geht. Welche Ursachen dies hat und wie Frauen es schaffen, sich in der männerdominierten Berufswelt durchzusetzen, zeigt Barbara Schneider in diesem Buch. Sie erläutert auch, wie Unternehmen von weiblichen Führungskräften profitieren und warum sie nicht darauf verzichten sollten, die Karriere von Frauen zu fördern.

Offenbach: Gabal Verlag, 2009, 224 Seiten
ISBN-10: 3897499126
ISBN-13: 978389749912
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Obwohl Frauen gegenüber Männern in Sachen Bildung und Qualifikation in den letzten Jahren enorm aufgeholt haben und sie teilweise die Männer sogar überholt haben, wird das weibliche Geschlecht in Führungspositionen immer noch selten gesehen. Wie kommt das? Diese Frage stellt sich auch die Autorin. Sie nennt als Ursachen unter anderem, die zurückhaltende Art von Frauen und die Fleißfalle, in die sie immer wieder tappen. Sie arbeiten jahrelang fleißig vor sich hin in der Hoffnung, dass ihre Leistungen endlich anerkannt werden. Darauf warten sie aber vergebens. Denn um Karriere zu machen, zählen nicht nur Fleiß und Leistung.

Um beruflich Erfolg zu haben, müssen Frauen und auch Männer Marketing in eigener Sache betreiben und ständig für sich werben. Da Frauen bezüglich ihrer Fähigkeiten eher bescheiden sind, fällt ihnen das schwerer als Männern, die dies anscheinend schon von Geburt an perfekt beherrschen.

Deshalb ist die Karrierewelt wahrscheinlich auch rein mengenmäßig von Männern dominiert und folgt daher deren Regeln. Dies sind meistens ungeschriebene Gesetze, hinter die Frauen nur schwer kommen. Eine Frau steht oft alleine da und muss sich selbst helfen. Männer unterstützen sich gegenseitig und bekommen somit die Spielregeln schneller mit. Daher ist Eigeninitiative gefragt. Frauen müssen sich, wenn sie die Karriereleiter erklimmen möchten, mehr anstrengen, um das Gleiche zu erreichen wie ihre männlichen Kollegen.

Immer wieder gibt Barbara Schneider Praxistipps, in denen sie erklärt, was Frauen erfolgreich macht. Dazu nimmt sie kontextbezogene Zitate von weiblichen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Öffentlichkeit. Spannend und interessant lesen sich diese Erfolgstipps von realen Businessfrauen, die es geschafft haben.

Damit die Motivation auf dem langen steinigen Weg nicht verloren geht, braucht es konkrete Ziele und Pläne, wie diese erreicht werden können. Mit einem Zehn-Schritte-Plan für ein professionelles Selbstmarketing wird dem Leser oder besser der Leserin dieses Buchs Schritt für Schritt näher gebracht, wie die eigene Karriere entstehen kann. Zu Beginn helfen Klärungsfragen zum Beantworten, sich selbst besser kennenzulernen. Denn nur, wer seine eigenen Kompetenzen kennt, kann diese vermarkten. Zudem ist dies hilfreich zum Definieren von Zielen. Auch nützlich sind die Tipps, wie Frauen sich ein Netzwerk schaffen und mithilfe von Small Talk Beziehungen aufbauen können. Wie Frauen in Gehaltsverhandlungen ein hohes und adäquates Gehalt aushandeln und welches äußeres Erscheinungsbild sie haben sollten, wird praktisch erklärt.

Die Autorin, die selbst jahrelang Managementerfahrung in Großkonzernen sammelte, macht auch deutlich, dass es sich Unternehmen nicht mehr leisten können, auf 50 Prozent der Talente zu verzichten. Außerdem nennt sie die Vorteile, die ein weiblicher Führungsstil für das Unternehmen hat.

Dieser interessante und kurzweilig geschriebene Ratgeber ist ein Wegweiser durch den beruflichen Alltag für ambitionierte Frauen. Die Quintessenz: Gute Qualifikation müssen Frauen haben und gute Leistung müssen sie zeigen, aber an guter Eigenwerbung kommen sie nicht vorbei, wenn sie in eine höhere Position aufsteigen möchten. Sie müssen konsequent dafür sorgen, dass die richtigen Leute auch erfahren, dass sie das Zeug dazu haben, Chefin zu sein. Frauen leiden oftmals am Dornröschen-Syndrom. Dieses besagt, dass sie insgeheim hoffen, ihr Können und ihre Leistung werden irgendwann schon entdeckt. Doch den ersehnten Prinzen gibt es im Business womöglich noch seltener als in der Liebe.


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