Eschenbach, Rolf; Horak, Christian (Hrsg.)Führung der Nonprofit Organisation Bewährte Instrumente im praktischen Einsatz

In diesem Buch finden Sie eine Vielzahl betriebswirtschaftlicher Instrumente, ihre Erklärung, Vorteile und Beispiele für die Anwendung. Leider ist der Bezug zu Nonprofit Organisationen nur vereinzelt dargestellt.

2003, Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, 562 Seiten
ISBN-10: 3791021354
ISBN-13: 9783791021355
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 3 von 5 Punkten bewertet

Auch sogenannte Nonprofit Organisationen bewegen sich in einem wirtschaftlichen Umfeld und müssen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln. Auch wenn ein wichtiges Merkmal von Unternehmen – Profit oder Gewinn zu erzielen – als Ziel oder Nebenbedingung nicht gegeben ist.

An der Wirtschaftsuniversität Wien gibt es einen Forschungsschwerpunkt „Nonprofit Organisationen“. In diesem Buch stellen der Universitätsprofessor Rolf Eschenbach und der Unternehmensberater Christian Horak Beiträge zum Thema „Führung in Nonprofit Organisationen“ als Ergebnisse dieses Forschungsbereichs zusammen. Sie setzen damit eine Reihe anderer Bücher zum Management von Nonprofit Organisationen fort.

Schon die Beiträge zeigen, dass Nonprofit Organisationen dieselben Aufgaben wie gewinnorientierte Unternehmen erfüllen müssen. Dazu gehören:

  • Strategien zu entwickeln
  • Organisationsstrukturen zu bilden
  • Marketing zu machen
  • Personalmanagement zu betreiben
  • Finanzen zu sichern
  • Rechnungswesen durchzuführen
  • Controlling zu machen
  • Projekte zu managen
  • Entscheidungen herbeizuführen
  • Konflikte zu bewältigen
  • Veränderungen herbeizuführen und zu bewältigen
  • Qualität sicherzustellen
  • Wissen zu managen

Die Autoren beschreiben, wie diese Aufgaben in Nonprofit Organisationen aussehen und wie sie dort erfüllt werden. Sie beziehen sich dabei auf zahlreiche klassische Management- und Führungsinstrumente; vom der Stärken/Schwächen-Analyse zur Strategieplanung bis hin zum Assessment Center für die Personalauswahl. Dabei gibt es natürlich eine Reihe von abweichenden Perspektiven. Zum Beispiel bestimmen Nonprofit Organisationen ihre Kernprodukte anders und der Stakeholder-Analyse zu den Anforderungen der unterschiedlichen Anspruchsgruppen hat in Nonprofit Organisationen besondere Bedeutung.

Aber gerade hier hat das Buch seine Schwächen. Die Autoren gehen davon aus, dass die Leser aus Nonprofit Organisationen sich bislang nicht mit dem Thema Management und Führung befasst haben. Aus diesem Grund stellen sie hier zahlreiche Instrumente des Managements und der Führung zusammen, die man so – oft auch besser – in beliebig vielen anderen Managementbüchern lesen kann. Sie beschreiben das Instrument und zählen Vor- und Nachteile auf. Das tun sie für fast alle Instrumente nach demselben Schema. Es wird kaum deutlich, warum gerade dieses Instrument für Nonprofit Organisationen wichtig ist und was in diesem Umfeld ihre Besonderheit ausmacht. So bleibt fast alles sehr allgemein und beliebig.

Nur die konkreten Beispiele, die die Anwendung einzelner Instrumente verdeutlichen sollen, stammen aus Nonprofit Organisationen und vermitteln so indirekt die Besonderheiten. Und am Ende vermittelt ein „Ausblick“ in etwa, was denn nun die Besonderheiten von Nonprofit Organisationen sind, die sich betriebswirtschaftlicher und Managementtechniken bedienen (sollen). Leider sind die Gedanken hier viel zu knapp und wenig spezifisch.


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