Es gibt unzählige Bücher zum Thema Projektmanagement. Was kann ein weiteres noch leisten? Der Unternehmensberater und Autor dieses Buches, Markus Körner, will einen neuen Ansatz vorstellen, der einfacher, wirksamer, schneller und flexibler als das klassische Projektmanagement ist. Das ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Denn die Themen, die der Autor behandelt, sind die klassischen des Projektmanagements:
- die Klärung der Projektidee,
- die Bestellung des Projektleiters,
- die klare Beschreibung des Projektauftrags und des Projektziels,
- die Zusammenstellung des Projektteams,
- die Zeitplanung,
- die Aufgabenverteilung,
- die Aufgabenverteilung.
Wichtige Aspekte wie das Projektcontrolling scheinen sogar zu fehlen. Liest man genauer in das Buch hinein, entdeckt man doch einiges, was das Buch von anderer Projektmanagement-Literatur unterscheidet. Der Autor geht unterschiedlichen speziellen Fragestellungen nach, die in der Praxis bedeutsam sind und zeigt Lösungen dafür auf. Besonders hervorzuheben ist, wie er mit gelungenen Metaphern Lust am Lesen eines weiteren Buches zum Thema erzeugt. So ist ein Geschäftsprojekt für Körner eine Expedition – im konkreten Fall die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Vor dem Hintergrund dieses Bildes führt er zahlreiche Methoden und Werkzeuge, aber auch viele wichtigen Ratschläge aus.
So erläutert er vier wichtige Aspekte bei der Bestimmung der Projektidee:
- Bestimmen, auf welcher Managementebene das Projekt angesiedelt ist und wie weitreichend es für das Unternehmen ist,
- welche Vorgeschichte es hat,
- welche Probleme maßgeblich sind und
- welche Wirkungskette sichtbar ist.
Einige Themen greift Körner auf, die nur in wenigen Projektmanagement-Ratgebern in dieser Form ausgeführt werden. So etwa die Bedeutung eines guten Konzepts, das die Grundlage für die Projektidee ist. Ein guter Projektleiter ist immer auch ein guter Konzeptionist. Das bedeutet, er
- durchdenkt sein Projekt im Vorfeld,
- behält den Überblick und denkt strategisch,
- bündelt verschieden Perspektiven und Positionen und
- denkt auch an den schlimmsten Fall, der eintreten kann.
Für die konkrete Projektplanung stellt Körner unterschiedliche Modelle, Methoden und Werkzeuge vor; viele sind sehr hilfreich, um ein Projekt voranzutreiben, so dass die Ziele erreicht werden. Aufgabengliederung, To-Do-Listen und Meilensteinplanung sind dabei wichtige Elemente. Immer wieder geht der Autor insbesondere auf mögliche Fallen ein. Ihm liegt besonders daran, dass der Leser kritische Punkte erkennt und dafür seine angemessenen Lösungen zur Hand hat.
So schafft es Körner am Ende doch, der klassischen Projektmanagementliteratur einen weiteren Impuls und eine neue, zum Teil anregende Perspektive zu geben. Es ist nichts grundsätzlich Neues dabei; aber gerade diejenigen, die schon viele Bücher zum Projektmanagement gelesen haben, werden hier noch einzelne, ergänzende und hilfreiche Bausteine finden.
