Wenn in einem Unternehmen etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, dann sollten die Alarmglocken läuten. Denn der Schaden, der durch Korruption, Betrug oder Datenmissbrauch entstehen kann, ist beträchtlich. Es drohen nicht nur Strafen durch Gerichtsverfahren, sondern auch ein kaum noch wieder gut zu machender Imageverlust in der Öffentlichkeit und gegenüber Stakeholdern.
Um dem vorzubeugen, sollten Unternehmen ein eigenes internes Kontrollsystem aufbauen. Die Pflicht der Unternehmensleitung, ein entsprechendes System einzuführen und zu pflegen, leitet sich aus gesetzlichen Vorgaben wie dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG), dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) oder dem Sarbanes-Oxley Act (SOX) ab. Der Experte für Risikomanagement und Controlling, Oliver Bungartz, zeigt in diesem Handbuch und Ratgeber auf, wie Unternehmen ein internes Kontrollsystem einführen können.
Grundlage und Richtschnur ist für Bungartz das Rahmenwerk des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO), das er im ersten Kapitel ausführlich vorstellt. Es zeigt auf, wie ein internes Kontrollsystem ausgestaltet sein sollte und welche Dokumentationen grundsätzlich notwendig und welche möglich sind. Dabei stellt er viele konkrete Beispiele und auch praktische Vorlagen vor, wie die Dokumente aufgebaut sein können.
Immer wieder geht der Autor auf Hintergründe und Entwicklungen ein, die eine Rolle spielen. Er stellt die kritischen Faktoren des Systems heraus und zeigt, wie Lösungen aussehen können. Diese werden auch im zweiten Kapitel ausführlich vorgestellt. Bungartz geht dabei die wichtigen Prozesse im Unternehmen durch und zeigt, welche Teilprozesse relevant sind (Prozessmodell), welche Aufgaben dort erfüllt werden, wie sich der jeweilige Bereich entwickelt hat, welche typischen Rollen und Verantwortlichkeiten es dort gibt und welche Risiken eine Rolle spielen. Die betrachteten Prozesse sind dabei:
- Beschaffung,
- Produktion,
- Absatz,
- Anlagevermögen,
- Personal,
- Rechnungslegung,
- Finanzen,
- Steuern und
- Informationstechnologie.
Für alle diese Prozesse stellt Bungartz als zentrale Bausteine des internen Kontrollsystems dann diese Elemente vor:
- Risiko-Kontroll-Matrizen,
- Fraud-Indikatoren und
- Kennzahlen.
Sie bilden den Kern des Handbuchs und werden ausführlich vorgestellt und mit zahlreichen Beispielen für die Anwendung in der Praxis erläutert. So findet der Leser ausführliche Tabellen mit Teilprozessen, Zielen, Risiken und Kontrollaktivitäten, lange Listen mit Indikatoren, die anzeigen sollen, ob Mitarbeiter betrügen.
In den letzten beiden Kapiteln erläutert Bungartz, wie das Projektmanagement zur Einführung eines internen Kontrollsystems aussehen kann und wie es mit der internen Revision und dem Risikomanagement verknüpft werden kann – das Enterprise Risk Management. Wer in seinem Unternehmen ein internes Kontrollsystem einführen will, findet hier eine Fülle von praktischen Vorlagen und Anleitungen. Er muss im Grunde „nur“ die Übersetzungsarbeit für sein Unternehmen leisten.
