Unternehmen, die global tätig sind, müssen sich auch an den global üblichen Regelungen zur Finanzberichterstattung orientieren. Insbesondere dann, wenn sie den internationalen Kapitalmarkt nutzen wollen. Über viele Jahre hinweg war es deshalb allgemeine Übung, das amerikanische Regelwerk der Internationalen Rechnungslegung zu nutzen – die US Generally Accepted Accounting Principles (US GAAP). Doch seit einigen Jahren hat sich eine Alternative entwickelt: Die International Financial Reporting Standards (IFRS).
Im Allgemeinen müssen sich die Controller, Buchhalter und Finanzexperten eines Unternehmens mit diesem Regelwerk auseinandersetzen. Es bedarf spezifischen Know-hows, um alle Bestimmungen zu verstehen und in der Praxis richtig anzuwenden. Den drei Autoren dieses Buches, Günther Hirschböck, Helmut Kerschbaumer und Anne Schurbohm, kommt das Verdienst zu, die wesentlichen Inhalte des Regelwerks und den Sprachgebrauch für Führungskräfte aufbereitet zu haben. Es richtet sich also weniger an die Experten der IFRS, als vielmehr an diejenigen, die „mitreden“ wollen oder müssen.
Im ersten Kapitel erklären die Autoren, woher die IFRS kommen, was die zentralen Inhalte sind, welche Rolle sie in den Unternehmen der Europäischen Union spielen und was die konzeptionellen Unterschiede zwischen IFRS und HGB (Handelsgesetzbuch) sind. Seit den Siebziger Jahren bemüht sich der Verein International Accounting Standards Committee (IASC) um einheitliche und international gültige Rechnungslegungs-Standards. Und im Jahr 2001 erfolgte eine grundlegende Neuausrichtung, die mit der Einführung der IFRS sichtbar wurde. Das Regelwerk setzt sich zusammen aus:
- einem Rahmenkonzept (Framework),
- den Standards (IFRS und IAS) sowie
- den Interpretationen (IFRIC und SIC).
In den folgenden Kapiteln erläutern die Autoren, welche Aspekte der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung von IFRS betroffen sind. Das sind insbesondere:
- Der Jahresabschluss eines Unternehmens oder eines Konzerns,
- die Bilanzierung und Bewertung von Vermögenswerten und Schulden im Besonderen sowie
- die Bilanzierung einzelner Sachverhalte wie Sachanlagen, immaterielle Werte, Leasingverhältnisse, Vorräte, Fremdkapitalkosten, Rückstellungen und vieles mehr.
Der Jahresabschluss umfasst dabei die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung, eine Aufstellung der Veränderungen des Eigenkapitals, eine Kapitalflussrechnung, den Anhang mit Erläuterungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie eine Segmentberichterstattung bei kapitalmarktorientierten Unternehmen.
Alle Positionen werden im Buch erklärt und kurz erläutert. Tabellen und Übersichten einer Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und einer Cashflow-Rechnung machen deutlich, wie diese aufgebaut sein sollten und welche Punkte sie enthalten sollten.
Jedes Kapitel beginnt mit einer Executive Summary, die erläutert, was die zentralen Aussagen der jeweiligen Regelung sind und wo genau sie beschrieben sind. Dann werden die einzelnen Bestimmungen erläutert. Schließlich werden die Bestimmungen nach IFRS am Ende mit denen des HGB verglichen. So ist das Buch dicht gepackt mit alle wichtigen Informationen. Es bedarf einiger Anstrengungen, sich durch alle Details durchzuarbeiten. Ein paar Beispiele oder Beispielrechnungen wären hilfreich gewesen. Nichtsdestotrotz ist das Buch eine sehr gute Zusammenfassung des IFRS.
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