Für fast jeden Anlass im Leben gibt es in den einschlägigen Ratgeberbüchern und im Internet fertige Reden. Wohl formuliert müssen sie vom Redner nur vorgelesen oder sehr gut einstudiert werden. Funktioniert das auch für die Antrittsrede des neuen Chefs? Wie kommt es an, wenn die Mitarbeiter schnell merken: Der liest ja nur Standardfloskeln ab!
Der Trainer und Personalberater Hans-Jürgen Kratz hat in seinem Buch – gleich im ersten Kapitel – ebenfalls ein Mustermanuskript für die Antrittsrede als Chef. Genauso deutlich sagt er gleich zu Beginn: „Sie müssen von dem, was Sie sagen, überzeugt sein und auch entsprechend handeln!“
Deshalb hat er hier einen Ratgeber geschrieben, der jedem, der (erstmalig) eine Führungsrolle übernimmt, helfen soll, seine eigene, individuelle Antrittsrede zu erarbeiten, hinter der er voll und ganz stehen kann. Dazu zerlegt er seine Musterrede in die einzelnen Aspekte, die zu Beginn angesprochen werden sollen. Das sind immerhin 30 Bausteine. Diese fasst Kratz zu sieben Feldern zusammen:
- das Verhältnis Vorgesetzter und Mitarbeiter
- die Beteiligung der Mitarbeiter
- den Austausch von Informationen
- die Kontrolleaufgabe
- das Arbeitsverhalten
- die Lösung von Konflikten
- der persönliche Kontakt
Er erläutert die einzelnen Bausteine, zeigt auf, worauf eine Führungskraft achten sollte, welche Fallen es gibt und was aus seiner Sicht gutes Führungsverhalten ist. Ziel ist, dass sich der Leser, die angehende Führungskraft, selbst ein Bild machen kann und für sich selbst bestimmen kann, was er zu diesem Aspekt in seiner Antrittsrede sagen will.
An einigen Stellen idealisiert der Autor. Er hat die perfekte Führungskraft vor Augen, die aber niemand wirklich sein kann. In seinen Ausführungen geht er weniger auf die Antrittsrede als solche ein, als vielmehr auf das – aus seiner Sicht – gute Führungsverhalten. Das ist dann eher allgemein und unverbindlich. Und dadurch fällt es schwer, die Ratschläge auf die eigene Situation zu übertragen. Und in einer persönlichen Rede vor den eigenen Mitarbeitern kann das sogar eine negative Wirkung haben. Denn dieses Idealbild wird nicht geglaubt, weil es aufgesetzt wirkt und nicht zu dem Menschen passt, der da vorne steht, und auch nicht zu der Situation im eigenen Team.
Gleichwohl kann der Leser aus den Ausführungen herauspicken, was er für angemessen hält. Er findet bei den einzelnen Bausteinen auch Checklisten, die sichtbar machen, welche Überlegungen er anstellen sollte. Am Ende weist Kratz auch noch einmal deutlich darauf hin, dass die eigene Rede kritisch unter die Lupe genommen werden muss:
- Passt der in der Rede genannte Aspekt zum Unternehmen und zur Situation in der Abteilung?
- Ist die Aussage nur ein Lippenbekenntnis oder wirklich ernst gemeint und realistisch?
- Wird das Gesagte auch in kritischen Situationen seine Gültigkeit behalten?
- Ist die Formulierung missverständlich, aggressiv oder von einem „Weichmacher“ durchsetzt.
- Klingt sie wie aus einem Lehrbuch oder würde sie so auch in jedem persönlichen Gespräch gesagt.
- Ist es ein wirklich wichtiger Punkt?
Kratz’ Quintessenz ist, dass sich nicht nur die Antrittsrede als solche, sondern auch ihre gewissenhafte Vorbereitung in jedem Fall lohnen. Sie kann helfen, eine positive Beziehung zu den Mitarbeitern aufzubauen, deren Ängste und Vorurteile abzubauen und gleichzeitig eine eigene klare Linie zu vermitteln.
- Aufgabendelegierung
- Change Management
- Coaching
- Führungsethik
- Führungskompetenz
- Führungspsychologie
- Gesprächsführung
- Kommunikationskompetenz
- Konfliktmanagement
- Mitarbeitergespräch
- Mitarbeiterorientierung
- Mitarbeiterzufriedenheit
- Motivation
- Persönlichkeitsentwicklung
- Soziale Kompetenz
- Teamarbeit
- Teamentwicklung
- Unternehmenskultur
- Vertrauen
- Zusammenarbeit
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