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Moscho, Alexander; Richter, Ansgar (Hrsg.)Inhouse Consulting in Deutschland Markt, Strukturen, Strategien

Wenn die Kollegen aus dem eigenen Unternehmen als Berater auftreten, dann kann das Vorteile haben. Diese werden in diesem Buch anhand zahlreicher konkreter Beispiele für Inhouse-Consulting in großen Konzernen vorgestellt. So können andere unternehmensinterne Berater ihre eigene Stellung reflektieren und sich die eine oder andere Anregung abholen.

Wiesbaden: gabler Verlag, 2010, 199 Seiten
ISBN-10: 3834916749
ISBN-13: 9783834916747
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 4 von 5 Punkten bewertet

Schlagwort: Unternehmensberatung

Eine eigene Beratungsabteilung – das kann sich nicht jedes Unternehmen leisten. Doch große Unternehmen haben entgegen allen Outsourcing-Tendenzen ihre Kapazitäten für das Inhouse-Consulting aufgestockt. Sie haben erkannt, dass die Berater aus dem eigenen Hause oft einen sehr viel besseren Zugang zu den Mitarbeitern haben und mit den gewachsenen Strukturen besser vertraut sind, als externe Berater.

Der Leiter der Inhouse-Beratung der Bayer AG, Alexander Moscho, und der EBS-Professor Ansgar Richter haben nun diesen internen Servicebereich genauer unter die Lupe genommen. Sie haben in diesem Buch neun Beiträge zusammengestellt, die das Thema Inhouse-Consulting aus unterschiedlichen Perspektiven genauer beleuchten, wichtige Handlungsfelder sichtbar machen und zudem Vorschläge für Strategien und Management dieser Berater ableiten.

Im ersten Beitrag berichten die Autoren von einer Studie, die den Markt für Inhouse-Consulting genauer beleuchtet. Sie erläutern die organisatorische Verankerung im Unternehmen, die Struktur der Mitarbeiter in diesen Beratungen, die thematischen Schwerpunkte, die Projektcharakteristika und das Zusammenspiel mit externen Beratern. So zeichnen sie ein eindrückliches Bild des Angebots und der Nachfrage nach unternehmensinternen Beratungsleistungen.

In weiteren Beiträgen beschreiben die jeweiligen Autoren spezifische Handlungs- und Gestaltungsfelder des Inhouse-Consulting. Sie gehen den Fragen nach,

  • wie eine entsprechende Beratungsgruppe in einem Unternehmen aufgebaut und etabliert werden kann,
  • welche Anforderungen an sie gestellt werden und welche Aufgaben sie erfüllen müssen,
  • wie diese Berater ausgewählt und qualifiziert werden (Recruitment und Personalentwicklung),
  • wie das Inhouse-Consulting sich zu einer eigenständigen Marke entwickeln kann und
  • welche Vorteile es für Großkonzerne bringt.

Schließlich zeigen weitere Autoren noch drei konkrete Anwendungsfelder auf. Sie zeigen auf, welche Rolle das Inhouse-Consulting beim Aufbau einer Unternehmensakademie hat, wie sie bei einem tief greifenden organisatorischen Veränderungsprozess wirkt und wie sie ein KVP-Programm etabliert.

Alle Beiträge beziehen sich auf konkrete Fallbeispiele – von der Commerzbank über Bayer, EnBW bis hin zur Telekom. Das macht die Ausführungen anschaulicher und stellt sie in einen unmittelbaren Anwendungszusammenhang. Doch steht jeder Beitrag auch für sich allein. Das Buch gewinnt kein übergreifendes Profil. Der Leser (das sind wohl meist die Kollegen aus anderen Inhouse-Consulting-Einheiten) kann sich zwar selektiv einzelne Aspekte aus dem Buch auswählen, wird aber kaum ein Gesamtbild über Ziele, Aufgaben und Strukturen gewinnen können. Da nur Vertreter der Inhouse-Consultants zu Worte kommen, wird auch ein fast durchweg positives Bild gezeichnet. Negative Aspekte oder Differenzierungen bleiben ausgeblendet.

Dennoch sind in diesem Buch einige Anregungen für diejenigen enthalten, die den Zustand ihrer eigenen Beratungsabteilung einmal reflektieren wollen und die vielleicht Anregungen suchen nach weiteren Entwicklungsmöglichkeiten. Auch kleinere Unternehmen können von den Erfahrungen der Autoren profitieren. Denn auch dort kann es immer wieder Sonderaufgaben geben, die dann mit einer „schnellen Eingreiftruppe“ flexibel und kompetent gelöst werden können. Voraussetzung ist, dass die Inhouse-Berater die notwendigen Kompetenzen und Erfahrungen aus unterschiedlichen Querschnittsbereichen mitbringen.