Bieger, Thomas; zu Knyphausen-Aufseß, Dodo; Krys Christian (Hrsg.)Innovative Geschäftsmodelle Konzeptionelle Grundlagen, Gestaltungsfelder und unternehmerische Praxis

Wenn ein Unternehmen erfolgreich ist, heißt es oft, es habe ein überzeugendes Geschäftsmodell. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff und hinter diesem Konstrukt? Was zeichnet erfolgreiche Geschäftsmodelle aus? Wie eignen sie sich, um den Erfolg von Unternehmen zu planen und zu erklären? Anhand vieler Fachbeiträge erschließen sich dem interessierten Leser der Begriff des Geschäftsmodells und die Faktoren, die für den Erfolg von Unternehmen in unterschiedlichen Branchen von Bedeutung sind.

Berlin: Springer Verlag, 2011, 392 + XX Seiten
ISBN-10: 3642180671
ISBN-13: 9783642180675
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 4 von 5 Punkten bewertet

Das richtige Geschäftsmodell ist die Grundlage für den unternehmerischen Erfolg. Wenn junge Unternehmen überdurchschnittlich wachsen und sie auch noch rentabel sind, dann zeigt sich, dass ihr Geschäftsmodell funktioniert. Man wundert sich manchmal, wie einige unbekannte Gründer in kurzer Zeit ein veritables Unternehmen auf die Beine stellen. Im Nachhinein denkt man: Warum sind wir nicht darauf gekommen. Die Verantwortlichen hatten einfach eine gute Idee, haben daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell gemacht und den Betrieb erfolgreich organisiert.

Um ein wenig Licht hinter diese „Geheimnisse“ zu bringen, haben Wissenschaftler und Praktiker aus dem Academic Network der Roland Berger Strategy Consultants einmal genauer hingeschaut und ihre Erkenntnisse in diesem Buch zusammengefasst. Sie erläutern, was innovative Geschäftsmodelle kennzeichnet und was ihren Erfolg ausmacht.

In der Einleitung und im ersten Teil des Buches erläutern die jeweiligen Autoren erst einmal den Begriff „Geschäftsmodell“. Das ist zunächst ein theoretisches Konstrukt beziehungsweise eine modellhafte Beschreibung, die Antworten gibt auf folgende Fragen:

  • Wie kann Wertschöpfung am Markt erzielt werden?
  • Wie müssen dazu die Kunden bearbeitet werden?
  • Wie sind Kommerzialisierung und Ertragsmechanismen ausgestaltet?
  • Wie wird die Wertschöpfungskette konfiguriert?
  • Wie kann dabei mit Partnern zusammengearbeitet werden?
  • Welcher Leistungsfokus besteht?
  • Wie werden Produkt- und Leistungsinnovationen gestaltet?
  • Wie können diese Elemente in einer positiven Wachstumsdynamik kombiniert werden?

Diese und vergleichbare Aspekte werden in den ersten Beiträgen entfaltet, analysiert, erläutert, in Zusammenhang gebracht und auf ihre Erklärungskraft hin geprüft. Einzelne Aspekte werden dabei noch genauer beleuchtet:

  • Was macht ein Geschäftsmodell innovativ?
  • Wie werden dahinter stehende Geschäftsideen und ihre Umsetzung finanziert?
  • Was treibt sie an und wie entwickeln sie sich?

Im zweiten Teil des Buches geht es dann um konkrete Gestaltungsfelder. Das sind im Grunde die Aspekte, die durch die Kernfragen bereits angerissen wurden: die Wertschöpfungskette, die Integration der Kunden, das Erlösmodell, das Wachstum, Innovation, Prozessgestaltung. Das wird alles sehr ausführlich und sehr akademisch dargelegt und erklärt. Der Leser lernt wie aus einem Lehrbuch, was dieses Konstrukt „Geschäftsmodell“ alles ausmacht. Die einzelnen Kapitel sind vollgepackt mit Informationen.

Das gilt dann auch für den dritten Teil, in dem Beispiele für innovative Geschäftsmodelle ausführlich vorgestellt werden. Es wird die Geschichte ausgewählter Unternehmen beschrieben und die Faktoren, die ihren Erfolg ausmachten – in Bezug auf das jeweilige Geschäftsmodell. Die Beispiele sind:

  • Google
  • Automobilhersteller
  • manroland (Druckmaschinen)
  • Banken
  • Schweizerische Bundesbahn
  • ein sogenanntes Bottom-of-the Pyramid-Projekt (für besonders arme Menschen in Entwicklungsländern)

Der Leser kann aus diesen Beispielen erkennen, was den Erfolg dieser Unternehmen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ausmacht. Er erkennt die wichtigen Stellhebel, aus denen sich Erlöse generieren lassen und die kritischen Erfolgsfaktoren.

Ein wenig leidet das Buch wie fast jeder Sammelband darunter, dass die einzelnen Autoren ihre Beiträge nicht intensiv aufeinander abstimmen. So ergeben sich Doppelungen, manchmal auch unterschiedliche Sichtweisen auf ein und denselben Aspekt. Ein schlüssiges und in sich stimmiges Bild ergibt sich für den Leser nicht. Gleichwohl ist das Buch mit seinen vielen gehalt- und anspruchsvollen Beiträgen eine Fundgrube für alle, die lernen wollen, was der Begriff Geschäftsmodell konkret bedeutet und was er für die Praxis und vor allem für den Erfolg von Unternehmen bedeutet.


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