Wissensmanagement ist eigentlich ein alter Hut den aber kaum jemand wirklich getragen hat. Nun kommt er wieder in Mode. Der Grund dafür ist, dass mit dem Internet nicht nur eine neue und einfache Technologie zur Verfügung steht, sondern auch neue Ideen zur Organisation von Wissensmanagement entstehen.
Michael Peter Schmidt, Berater zum Thema Wissensmanagement, greift eine Idee auf, die sehr viel Charme besitzt. Im Internet entsteht viel Information bzw. Wissen. Sehr viele Menschen finden zusammen und tauschen sich aus. Dort nennt man dies Community. Warum nicht diese Mechanismen für das Wissensmanagement nutzen? Der Autor zeigt in diesem Buch, wie es geht. Im Mittelpunkt steht der Wissensaustausch.
Zunächst geht es darum zu verstehen, wie Wissensaustausch funktioniert und was seine Bedingungen sind. Der Autor macht deutlich, dass es sehr schwierig ist, Menschen davon zu überzeugen, eigenes Wissen her zu geben und fremdes Wissen zu akzeptieren. Eine wichtige Grundlage ist deshalb Vertrauen.
Wichtige Aspekte für das Funktionieren
- Ausreichend viele Mitglieder und Nutzer
- Dynamik und Aktualität
- Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten
- Qualität des Angebots an Informationen
- Fortentwicklung für das Mitglied
- Fortentwicklung der Community
- Nutzen und Ansehen des Mitglieds außerhalb der Community
Darüber hinaus gilt es, die immer wieder dargestellten Probleme beim Wissensmanagement zu beachten: Warum sollten Menschen ihr Wissen weiter geben? Wo treffen sich Anbieter und Nachfrager von Wissen?
Wissensaustausch auf dem Marktplatz
Der Autor nutzt dazu das Bild des Marktplatzes: In Wissensshops treffen sich die Teilnehmer. Wer Wissen gibt, wird dafür im übertragenen Sinn entlohnt. Auf die Bewertung und Bezahlung von Wissen geht Schmidt sehr ausführlich ein. Eine wichtige Person in diesem Modell ist der Wissensmanager. Er muss dafür sorgen, dass Angebot und Nachfrage zusammen kommen und dass alles mit geordneten Dingen zugeht.
Zum Aufbau einer Knowledge Community
- Ein Intranet-Portal sollte sich an bestehende Arbeitsabläufe anfügen.
- Der Zugang zum Wissen sollte über mehrere Formen möglich sein, die das gezielte Suchen und das assoziative „Stöbern“ unterstützen.
- Ein Wissens-Thema sollte beinhalten: Einen Wegweiser durch das Thema, Informationen (Dokumente etc.), Neuigkeiten, Treffpunkt für den Informations- und Wissensaustausch, Bereich für Fragen und Antworten.
- Es müssen mehrere Anwendungsfälle unterschieden werden: täglicher Bedarf, wöchentlich, monatlich und bedarfsorientiert.
- Genauso müssen verschiedene Anwendertypen unterschieden werden: Wissensnutzer, Wissensberater, Wissensmanager und Wissensadministrator.
- Die konkrete Realisierung sollte schrittweise erfolgen, wobei die Unterstützung durch einen Mentor unerlässlich ist. Die Schritte sind: Analyse, Richtungsbestimmung, Vorbereitung, Start, Flug, Korrektur und Landung.
Der Autor entwickelt sein Konzept am Metapher des Shops, der Straße, des Stadtviertels und der Stadt. Er stellt ein anspruchsvolles Konzept für Knowledge Communities vor. Ob dieses Konzept in der Praxis einfach zu realisieren ist, ist zu bezweifeln. Dies zeigt seine eigene Community unter
http://www.knowledgecommunities.de
Dennoch findet der Wissens- und Communitymanager eine Vielzahl von Anregungen und Checklisten - auch für eine schrittweise Umsetzung, die ja erst einmal klein anfangen kann.
Informationen zum Thema "Wissensmanagement" finden Sie in unserem Baustein:
Wissen managen im Intranet
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