"Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß." Dieses Zitat wird immer wieder angeführt, wenn es um das Thema Wissensmanagement geht. Auf diesen unterschwelligen Vorwurf hat Siemens reagiert und betreibt seit vielen Jahren aktives Wissensmanagement. Wie erfolgreich dies ist, sei dahin gestellt.
Das Buch von Davenport und Probst zeigt in jedem Fall auf, dass es einige spannende Ansätze bei Siemens gibt.
Mehrere Siemensmitarbeiter und -mitarbeiterinnen haben mit wissenschaftlicher Unterstützung praktische Fallbeispiele zusammengetragen, die sehr anschaulich beschreiben, wie Wissensmanagement funktionieren kann.
Folgende Aspekte kommen dabei zur Sprache:
- Knowledge Transfer: In vielen Unternehmensbereichen von Siemens stellen sich immer wieder die Fragen: "Wer hat das schon einmal gemacht?" "Wer kennt sich hier aus?" Insbesondere im Vertrieb kommt dies häufig vor.
- Communities of Practice: Experten tauschen sich regelmäßig über spezifische Fragestellungen oder neue Entwicklungen aus.
- Added Value of Knowledge Management: Vier Fallbeispiele zeigen auf, wie Siemens seine Kunden erfolgreicher macht, indem es sein Wissen bündelt und nutzbringend einsetzt.
- Measuring Knowledge Management: Am Ende müssen das Unternehmen und seine Mitarbeiter einen Vorteil von Wissensmanagement haben. Welche Mittel und Wege es dafür gibt, stellen die Autoren dar.
Die jeweils beschriebenen Lösungen sind sehr vielgestaltig. Oft geht es um die Organisation persönlicher Treffen, den zielgerichteten Austausch von e-Mails oder den Einsatz einer speziellen Informationstechnik. Das Internet hat vielen Initiativen einen großen Schub verliehen. Fast alle Prozesse werden durch Internet oder Intranet unterstützt.
Einige Autoren zeigen auf, nach welchem Modell sie vorgegangen sind. So wird deutlich, dass es wichtig ist:
- einen Wissensmanager zu haben, der sich vor allem in der Startphase um Aufbau, Entwicklung, Inhalte, Koordination und Aktivierung der Mitarbeiter kümmert,
- für die Mitarbeiter konkrete Anreize zu geben - in Form von Prämien, Zielvereinbarungen im Personalgespräch etc.,
- die Kultur des Wissensaustauschs aktiv zu pflegen,
- einfache und praktikable technische Unterstützung zu haben,
- allen den Nutzen von Wissensmanagement immer wieder aufzuzeigen.
Aufgrund der sehr anschaulichen Beispiele ist das Buch in jedem Fall lesenswert. Jeder Beitrag endet mit einer informativen Zusammenfassung und mit Fragen zur Diskussion.
Weitere Informationen finden Sie auch in unseren Bausteinen zum Thema Wissensmanagement:
Wissen managen im Intranet
Balanced Scorecard im Wissensmanagement
- Change Management
- Erfahrungsaustausch
- Erfahrungswissen
- Ideenmanagement
- Informationstechnik
- Innovationskultur
- Innovationsstrategie
- Intranet
- Kreativität
- Kundenanalyse
- Lernen
- Mitarbeiterorientierung
- Mittelstand
- Moderation
- Personalentwicklung
- Projektmanagement
- Prozessmanagement
- Unternehmenskultur
- Web 2.0
- Zusammenarbeit
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