Menschen lernen und entwickeln ihre Kompetenzen vor allem dann, wenn sie einen Bezug zu ihrer alltäglichen Praxis herstellen können und wenn sie emotional und motivational herausgefordert werden. Beides bietet die klassische Form des E-Learning nicht. Wohl aber das sogenannte Social Web. Das sehen die beiden Lernexperten von der Steinbeis-Hochschule in Berlin, John Erpenbeck und Werner Sauter als ihre grundlegende These. In diesem Buch haben sie unterschiedliche Modelle, Methoden und Beispielen zusammen getragen, die das verdeutlichen sollen.
Zunächst gehen sie sehr ausführlich der Frage nach, was Kompetenzen, Wissen und Werte, die dabei eine wichtige Rolle für die Motivation zum Lernen spielen, sind. Sie stellen unterschiedliche Perspektiven und Modelle vor, die diese Begriffe erläutern und die aufzeigen, inwiefern sie sich vermitteln lassen. Sie unterscheiden dabei drei Stufen:
- Lernen in der Praxis,
- Coaching,
- Training.
Sie zeigen, welche Faktoren eine Rolle spielen, wenn Werte und Kompetenzen in diesen jeweiligen Stufen vermittelt werden sollen. Dazu erläutern sie auf der Basis wissenschaftlicher Modelle und Erkenntnisse wichtige Ansatzpunkte. Sie bleiben aber meist auf einer abstrakten, wissenschaftlichen Ebene. Dem Praktiker fällt es schwer, daraus nun konkrete Handlungsanleitungen abzuleiten.
Im zweiten Teil des Buches gehen Erpenbeck und Sauter dann der Frage nach, inwiefern Wissen, Werte und Kompetenzen auch durch das virtuelle Lernen über das Internet (Stichwort: E-Learning) vermittelt werden können. Ihre Kernaussagen sind:
- Das klassische E-Learning (1.0) ist statisch. Es wird nur Information in eine Richtung weitergegeben (vom Trainer oder Softwareprogramm zum Lernenden). Und die Lerninhalte sind vorbestimmt.
- Das neue E-Learning (2.0) ist dynamisch. Es basiert zu einem großen Teil auf Vernetzung und Kommunikation. Lerninhalte werden vom Trainer und von den Lernenden gleichermaßen entwickelt und vermittelt.
Das erläutern die Autoren wiederum sehr ausführlich und sehr differenziert. Das grundlegende Modell ist dabei die Verbindung von Blended Learning und Social Software. Sie stellen unterschiedliche Lerntheorien und ihre Bedeutung für das Blended Learning vor. Dabei zeigen sie wichtige Regeln und Kriterien für den Aufbau entsprechender Lernarrangements auf.
In einem weiteren Kapitel stellen Erpenbeck und Sauter dann unterschiedliche Kommunikationsinstrumente im Internet vor, die beim Lernen hilfreich sein können. Besondere Bedeutung haben für sie Wikis und Weblogs. Diese Auswahl zeigt die dann doch beschränkte Sichtweise der Autoren, die dieses Buch im Jahr 2007 veröffentlicht haben. Inzwischen messen Lernexperten diesen Techniken keine so große Bedeutung mehr bei, wenn es um die Kompetenzentwicklung geht. Hier sind die Entwicklungen beim E-Learning 2.0 auch von Modewellen geprägt. Das verkennen Erpenbeck und Sauter in ihren Ausführungen.
Nichtsdestotrotz findet der Leser, der sich über die grundlegenden Zusammenhänge informieren will, der Hintergründe, Theorien und Modelle erfahren will und der wissen will, wo die Möglichkeiten und Grenzen der Kompetenzentwicklung im Internet liegen, hier eine Fülle von Einsichten und Anregungen. Er muss sich aber auf die wissenschaftliche und weniger praxisorientierte Sichtweise der Autoren einlassen. Im letzten Kapitel erhält er mit dem sogenannten KOBLESS ein Referenzmodell, das zeigt, wie er entsprechende Lernarrangements in seinem Unternehmen konzipieren kann und worauf er bei der Einführung achten sollte.
- Coaching
- E-Commerce
- Empfehlungsmarketing
- Erfahrungsaustausch
- Fachkompetenz
- Handel
- Internet
- Marktpotenzial
- Mittelstand
- Networking
- Onlinemarketing
- Organisationsentwicklung
- Personalbeschaffung
- Personalentwicklung
- Public Relations
- Unternehmensimage
- Unternehmenskultur
- Weiterbildung
- Wissensmanagement
- Zusammenarbeit
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