Grote, Sven; Kauffeld, Simone; Frieling, Ekkehart (Hrsg.)Kompetenzmanagement Grundlagen und Praxisbeispiele

Das Buch beschreibt zehn Lösungen zum Kompetenzmanagement aus der Praxis und zeigt mögliche Schritte zur Entwicklung und Umsetzung auf. Dabei gelingt auch der Bezug zu Theorie und Modellen dieser Form der Personalentwicklung.

2006, Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 286 + XII Seiten
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Im Forschungsprojekt „Lernkultur Kompetenzentwicklung“ haben Wissenschaftler von der Gesamthochschule Kassel unter der Federführung von Professor Ekkehart Frieling gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen Lösungen zur Kompetenzentwicklung entwickelt, beschrieben und evaluiert. In diesem Buch stellen sie ihre Ergebnisse vor.

Dabei stehen die individuellen Lösungen der zehn Unternehmen im Vordergrund. Sie werden ausführlich beschrieben und erläutert. Die Autoren dieser zehn Beiträge in diesem Sammelband sind Vertreter der jeweiligen Unternehmen; teilweise wurden sie von den Wissenschaftlern aus Kassel unterstützt. In jedem einzelnen Beitrag werden zunächst das Unternehmen und seine Rahmenbedingungen vorgestellt. Dabei werden auch die Ziele des Kompetenzmanagements genannt. Den größten Raum nimmt die Beschreibung der jeweiligen Lösungen ein. Das sind beispielsweise:

  • ein Kompetenzmanagementsystem für Führungskräfte bei AXA Deutschland, in dem umfangreiche Kompetenzmerkmale für die Führungskräfte hinterlegt sind;
  • das Kompetenzmanagement bei Braun Melsungen, das bei der neuen Pharmafabrik L.I.F.E. angewendet wurde;
  • ein System zur Beschreibung von Mitarbeiter-Lebenszyklen bei DaimlerChrysler (Wörth);
  • die Verbindung des Kompetenzmanagements mit den Prozessaufgaben bei Siegenia-Aubi.

Die Autoren beschreiben auch sehr ausführlich, wie sie bei der Einführung ihres Kompetenzmanagements vorgegangen sind. Sie zeigen dabei auch Probleme und kritische Einflussfaktoren auf. So entsteht ein facettenreiches Bild zu unterschiedlichen Lösungen des Kompetenzmanagements, zur Vorgehensweise bei der Einführung und zu unterschiedlichen Systematiken und EDV-gestützten Systemen für das Kompetenzmanagement.

Drei Beiträge der Kasseler Wissenschaftler rahmen diese zehn Praxisbeiträge ein. In den ersten beiden Kapiteln des Buches erläutern die Autoren das Konzept des Kompetenzmanagements und die zugrunde liegenden Theorien und Modelle. Sie gehen insbesondere darauf ein, welche Arten von Kompetenzen es gibt und wie diese gemessen werden können. Sie weisen auch darauf hin, welche systematischen Probleme dabei auftauchen können. Beispielsweise weisen sie darauf hin, wie schwierig es sein kann, Kompetenzen von Mitarbeitern richtig zu messen und zu beurteilen.

Ein besonderes Plus: Sie zeigen Unterschiede des Verständnisses von Kompetenzmanagement im englischsprachigen und deutschsprachigen Raum auf. In einem zweiten Kapitel nehmen sie die Prozessperspektive ein: Sie zeigen Faktoren auf, die bei der Einführung eines Kompetenzmanagements von Bedeutung sind; auch sie gehen auf mögliche Stolpersteine ein.

Am Ende des Buches blicken die Wissenschaftler in die Zukunft und zeigen einige Perspektiven für das Kompetenzmanagement auf. Das sind unter anderem:

  • die Rolle von Seminarveranstaltungen für die Kompetenzentwicklung;
  • die Bedeutung von arbeitsintegrierten Maßnahmen;
  • die Integration in die Arbeitsgestaltung;
  • die neuen Herausforderungen durch den demografischen Wandel.

Das Buch ist besonders interessant für Personalentwickler, die sich über neue Forschungsergebnisse und ihre praktische Umsetzung interessieren. Den beteiligten Autoren ist es gelungen, einen differenzierten Strauß von praktikablen Lösungen aufzuzeigen und gleichzeitig die Verknüpfung zur Theorie zu liefern.


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