Es gibt die viele Arten von Konflikten. Im Allgemeinen unterscheidet man idealtypisch Sachverhaltskonflikte, Interessenskonflikte, Beziehungskonflikte, Wertekonflikte und Strukturkonflikte. Was es damit jeweils auf sich hat, erklärt Proksch im ersten Teil seines Buches. Das Problem ist, dass sich Konflikte in ihrem frühen Stadium nicht so leicht erkennen lassen. Hier gilt es, auf die leisen Signale und Symptome zu achten:
- Widerstand und Ablehnung,
- Rückzug und Desinteresse,
- Feindseligkeit und Gereiztheit,
- Sturheit und Uneinsichtigkeit,
- Formalität und Überkonformität,
- gesundheitliche Beschwerden.
Wenn sich diese Phänomene im Unternehmen oder im Team zeigen, dann ist häufig ein unbearbeiteter Konflikt die Ursache. Es gibt eine Reihe klassischer Methoden, um Konflikte zu bearbeiten und schließlich zu bewältigen. Diese stellt Proksch zunächst vor. So können die beiden streitenden Parteien voneinander getrennt werden oder es können Regeln und Vereinbarungen getroffen werden. Vielleicht lässt sich auch die eigentliche Ursache auf einer sachlichen Ebene lösen. Manchmal bekommen die Betroffenen eine persönliche Betreuung. Worum es Proksch darüber hinaus geht, sind die integrierenden oder komplementären Methoden des Konfliktmanagements. Das sind beispielsweise:
- Mediation
- Moderation
- Supervision
- Coaching
- Teamentwicklung
Da diese nach Meinung des Autors zu selten eingesetzt werden, stellt er sie in seinem Buch ausführlicher vor. Insbesondere die Mediation hält er für eine sehr wirksame Methode im Konfliktmanagement. Dabei durchlaufen die Konfliktparteien und der Mediator spezifische Phasen. Was diese kennzeichnet und wie man dabei vorgehen sollte, erläutert Proksch im Hauptteil seines Buches. Dieses Phasenmodell ergänzt er dann um spezifische Techniken. Hier spielen die Kommunikation, die Gesprächsführung und die Fragetechniken eine sehr wichtige Rolle.
Am Ende erklärt Proksch, wie ein solches Konfliktmanagementsystem in einem Unternehmen aufgebaut und verankert werden kann. Anhand von zwei Fallstudien illustriert er, wie das in einer Bank und in einem Krankenhaus realisiert wurde.
Obwohl das Buch nur knapp über einhundert Seiten umfasst, ist es vollgepackt mit wertvollem Know-how zur Konfliktbearbeitung und Konfliktlösung. Insbesondere Führungskräfte, die den Streit zwischen Mitarbeitern schlichten sollen, bekommen darin die hilfreichen Werkzeuge der Mediation vermittelt. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto des Autors. Um das zu fördern, hat er Checklisten, Muster und Vorlagen für die Mediationsarbeit am Ende noch zusammengestellt. Im Text begleitet ein fiktives, aber sehr anschauliches Beispiel den Leser, wie er Schritt für Schritt Konflikte lösen kann. Dabei vergisst Proksch nicht darauf hinzuweisen, dass die Methoden und das Wissen aus seinem Buch zwar hilfreich sind, aber noch viel wichtiger sind eigene Erfahrungen im und mit dem Konfliktmanagement. Und die kann jeder Leser in seinem Team nur selbst machen.
- Besprechung
- Beziehungsmanagement
- Fragetechnik
- Führungskompetenz
- Führungspsychologie
- Führungsstil
- Kommunikationskompetenz
- Kommunikationsmanagement
- Kündigung
- Moderation
- Motivation
- Schlüsselqualifikation
- Selbstmanagement
- Soziale Kompetenz
- Teamarbeit
- Telefonieren
- Unternehmenskultur
- Verhandlungstechnik
- Verhältnis zu Vorgesetzten
- Zusammenarbeit
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