In vielen Unternehmen ist die Dissonanz groß: Nach außen wird stolz erzählt, wie flexibel, wie innovativ, wie kundenorientiert, wie effizient man sei. Und nach innen wird jede kreative Regung der Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten erstickt. „Machen wir mal ein Brainstorming“ – das geht jedem Chef schnell über die Lippen. Aber wenn am Ende wieder einmal nichts dabei rauskommt, dann muss er sich nicht wundern, weiß der Kreativitätsexperte Jens-Uwe Meyer.
Noch vor jeder Kreativitätstechnik und vor jeder ausgefeilter Methode stehen die Organisationskultur und der Führungsstil der Vorgesetzten. Und wer es ernst damit meint und die kreativen Potenziale seiner Mitarbeiter wirklich nutzen will, der muss wissen, wie sich diese entwickeln können. Das ist Meyers Botschaft in seinem neuen Buch. Um Geschmack und Mut dafür zu machen, berichtet er im ersten Kapitel von vielen innovativen Unternehmen, natürlich Apple, aber auch Fiat und Amazon und Tata. Meyer erläutert, was die Corporate Creativity ausmacht.
Im zweiten Kapitel schaut der Autor in die Köpfe der Querdenker. Was zeichnet sie aus? Wann haben sie Erfolg? Ein wichtiger Faktor ist: Sie können die Schere der Denkblockaden im Kopf ausschalten. Sie lösen sich von Gewohnheiten. Sie gehen davon aus, dass alles irgendwie machbar ist. Sie vertrauen nicht auf ihr eigenes Wissen, sondern schauen sich in der Welt nach Neuem um. Sie brechen Regeln. Sie lassen Widersprüche zu.
Viele setzen Kreativität mit Brainstorming gleich. Das ist ein großer Irrtum, sagt Meyer. Und ergänzt gleich noch weitere weit verbreitete Irrtümer:
- nur Kreative sind kreativ
- Kreativitätstechniken machen kreativ
- Kreativität und Strategie widersprechen sich
- Kreativität ist teuer
Alles falsch, wenn die Rahmenbedingungen und die Führungsstruktur stimmt. Was damit gemeint ist, erläutert Meyer dann in den folgenden Kapiteln. Er zeigt auf, welche Strukturen, Führungsstile und Methoden geeignet sind, um das Kreativitätspotenzial aller Mitarbeiter zu heben. Sind die Barrieren und Hemmnisse erkannt, können sie überwunden oder umgangen werden. Wichtig ist zudem:
- das erkennen, was andere übersehen
- neue Fragestellungen suchen
- Analogien aus ganz anderen Bereichen nutzen
- Spannungen erzeugen, die Geistesblitze freisetzen
- neue Ideen ordnen und optimieren
- den Nutzen herausarbeiten
Meyer erzählt viele Beispiele, schreibt in anschaulichen Bildern und gibt zahlreiche Tipps, wie man Fallen erkennt und wie man es besser machen kann und soll. So entsteht für den Leser nach und nach das Bild einer kreativen Organisation und Kultur im Unternehmen, zu der er als Führungskraft sein Scherflein beitragen kann. Richtig praktisch wird es dann noch einmal im letzten Kapitel. Hier beschreibt der Autor, wie Sie Ihre Teamsitzungen kreativer machen – mit der APFEL-Methode. Diese hat er im Gastbeitrag für uns erläutert:
Ideen-Workshops: Mit dem APFEL neue Ideen entwickeln
- Beziehungsmanagement
- Change Management
- Coaching
- Entscheidungsfindung
- Führungsethik
- Führungskompetenz
- Führungspsychologie
- Ideenmanagement
- Innovationsprozess
- Innovationsstrategie
- Konfliktmanagement
- Konzeptentwicklung
- Mitarbeiterorientierung
- Motivation
- Persönlichkeitsentwicklung
- Selbstmanagement
- Teamarbeit
- Unternehmenskultur
- Vertrauen
- Zusammenarbeit
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