Profi-Fußballvereine sind Wirtschaftsunternehmen. Sie setzen Millionen um und sind einem knallharten Wettbewerb ausgesetzt. Einige, besonders professionell geführte Vereine haben ein eigenes Führungs- und Managementinstrumentarium entwickelt. Die Betriebswirte und Professoren Sven Voelpel und Ralf Lanwehr haben sich auf die Suche gemacht und zeigen auf, welche der Instrumente auch für Unternehmen, ihre Führungskräfte und Manager hilfreich sind.
Sie betrachten vier Bereiche:
- Führung,
- Management,
- Struktur und
- Kultur.
Im Bereich der Führung stellen die Autoren die beiden idealtypischen Modelle der transaktionalen und der transformalen Führung vor. Transaktionale Führungsmodelle basieren auf der Annahme, dass es in Unternehmen eine klare Hierarchie braucht und dass die Mitarbeiter ihre Leistung dann erbringen, wenn sie dafür Anreize (zum Beispiel ein Gehalt) erhalten. Hierfür lassen sich im Verhältnis Trainer und Spieler einige Vergleiche anstellen. Die Autoren arbeiten dabei die Vorteile dieser Art von Führung heraus, aber auch ihre Nachteile.
Sie zeigen auf, welche Bedeutung Ziele, Kontrolle, Selbstvertrauen und andere Faktoren in Führungsprozessen haben können und illustrieren dies anhand zahlreicher Beispiele aus dem Fußballgeschehen. Unterstützt wird dies durch mehrere Interviews mit Akteuren des Profi-Fußballs (Manager, Trainer), Psychologen und Managementtrainern, die der Sportjournalist Jörg Wontorra führte.
So erarbeiten die Autoren ein sehr differenziertes und vor allem anregendes Bild von Führung und Management vor dem Hintergrund spezifischer Organisationsstrukturen und Organisationskulturen. Einige Selbsttests helfen dem Leser, sein Führungsverständnis, seine Einstellungen und sein Verhalten vor diesem Hintergrund zu verorten und zu bewerten.
Im Kapitel „Management“ stellen Voelpel und Lanwehr die wichtigen Rollen eines Manager vor. Er ist nach ihrem Verständnis jemand, der:
- Entscheidungen trifft,
- Konflikte managt,
- Mitarbeiter fördert und unterstützt,
- Prozesse analysiert, strukturiert und überwacht,
- als Koordinator alles unter einen Hut bekommt,
- Ergebnisse erzielt,
- mit Stress umgehen kann,
- den Überblick bewahrt,
- kreativ ist und Ideen nutzt,
- das Bild vom Ganzen in den Außenraum vermittelt.
Auf struktureller Ebene zeichnet ihn aus, dass er sowohl operative Prozesse und kurzfristige Lösungen entwickeln kann, als auch Strategien, Innovationen und langfristige Entwicklungen verfolgt. Zum Schluss stellen Voelpel und Lanwehr das Unternehmen buw (Call-Center-Betreiber) vor, das in seine gesamte Unternehmenskultur die Metapher des Fußballs eingebaut hat – und dafür auch eine Auszeichnung erhalten hat. Ein illustratives und anregendes Beispiel dafür, wie praktisch die Lehren und die Erkenntnisse aus der Welt des Fußballs für die Gestaltung und Organisation von Wirtschaftsunternehmen (und auch Nonprofit- und Verwaltungs-Organisationen) sein kann.
- Aufgabendelegierung
- Beziehungsmanagement
- Change Management
- Coaching
- Führungsethik
- Kommunikationsmanagement
- Konfliktmanagement
- Macht
- Mitarbeitergespräch
- Mitarbeiterorientierung
- Mitarbeiterzufriedenheit
- Motivation
- Organisationsentwicklung
- Personalentwicklung
- Persönlichkeitsentwicklung
- Selbstmanagement
- Teamarbeit
- Unternehmensimage
- Vertrauen
- Zusammenarbeit
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