Der bekannte Management-Professor Henry Mintzberg geht in diesem Buch mit der MBA-Ausbildung, wie sie heute durchgeführt wird, sehr hart ins Gericht. Er will zeigen, dass diese Ausbildung einer grundlegenden Reform bedarf; denn sie wurde nach ihrer Erfindung im Jahr 1908 und einer letzten Überarbeitung in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts seither nicht mehr geändert. Zwei Aspekte sind die Grundlage seiner Kritik:
- Die MBA-Ausbildung suggeriert, dass sie Manager und Führungskräfte produziert. Dabei haben die jungen Leute, die es in den meisten Fällen sind, die ein MBA-Programm durchlaufen, kaum eigene Erfahrung darin, wie man Mitarbeiter führt, neue Produkte entwickelt oder mit Kunden arbeitet. Es fehlt ihnen die Praxis und das Management-Wissen aus eigener Anschauung. Die MBA-Ausbildung legitimiert also Menschen, die dies eigentlich nicht verdient haben.
- Wenn erfahrene Manager in so genannten Executive MBA-Programmen weitergebildet werden, so geschieht dies mit unzureichenden Methoden nämlich denen, mit denen die jungen Leute ausgebildet werden.
So richtet sich die Kritik von Mintzberg zum einen darauf, dass MBA-Programme für die falschen Leute ist, zum anderen die falschen Methoden nutzt. Was er konkret damit meint, erläutert er in den ersten beiden Kapiteln des Buchs.
Dann geht er auf die schädlichen Folgen ein. Das sind aus seiner Sicht:
- die Korrumpierung des Bildungsprozesses;
- die Korrumpierung der Managementpraxis;
- die Korrumpierung gestandener Unternehmen;
- die Korrumpierung gesellschaftlicher Institutionen.
Im folgenden analysiert Mintzberg, welche Veränderungen und Verbesserungen es an den MBA-Programmen gegeben hat. Einige positive Ansätze erkennt er in England, die er aufgreift und für eigene Vorschläge zur Verbesserung nutzt. In einem Kapitel beschreibt er eine eigene Programmfamilie, die er mit Kollegen zur Management-Aus- und Weiterbildung entwickelt hat.
Mit diesem Buch übt Mintzberg nicht nur Kritik an den bekannten MBA-Programmen in Amerika, sondern auch an der damit verbundenen Sichtweise, was Management ist. Nach seiner Meinung ist es eben keine reine Wissenschaft, sondern sehr viel mehr ein Handwerk, das auf Erfahrung gründet. Im Vordergrund dürfe deshalb weder das buchhalterische, noch das heroische Management stehen, wie es in den MBA-Programmen gelehrt wird. Vielmehr plädiert Mintzberg für den verbindlichen Management-Typ. Das zeigt auch seine Bezüge zur aktuellen Diskussion über Ethos, Moral und Selbstverständnis im Management.
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- Fachkompetenz
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- Führungskompetenz
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