Das Buch beginnt mit vielen Fragen an den Leser. Es will damit sein Vorwissen zum Thema Mass Custoization testen. Wer auf die meist sehr komplexen und vielschichtigen Fragen mit dem gewünschten richtig oder falsch antwortet, dürfte immer gemischte Gefühle dabei haben; denn selten lässt sich das in so einfache Kategorien packen. Aber immerhin erhält er so indirekt den Hinweis, in welchem Kapitel in welche Inhalte erwarten.
Die beiden Herausgeber, Frank T. Piller und Christoph M. Sotko, sind sicherlich Experten in diesem nicht mehr ganz neuen, aber immer noch aktuellen Themengebiet der kundenintegrierten Produktion. Der eine Berater, der andere Wissenschaftler versuchen sie Theorie und Praxis umfassend zu würdigen und ein breites Spektrum abzudecken. Dazu gehören zu Beginn:
- die Geschichte des Konzepts
- die Segmentierung der Märkte und die Individualisierung der Kunden
- einige bisherige empirische Ergebnisse
Ausgehend von der neuen Rolle des Kunden leitet Piller das Konzept der Mass Customization und der sogenannten Open Innovation her und definiert dieses (im vierten Kapitel). Der Kunde entwickle sich zum Co-Designer und zum Co-Produzenten, meint Piller. Diese neue Aufgabenverteilung und die Änderung der Entwicklungs- und Produktionsprozesse, die sich daraus ergeben, werden ausführlich beschrieben. So entsteht eine neue Wertschöpfungskette.
Im fünften Kapitel beschreiben die beiden Herausgeber, wie ein Unternehmen selbst diese neue Wertschöpfungskette für sich umsetzen kann. Sie entwickeln auf der Basis unterschiedlicher Modelle ihr eigenes und beschreiben dabei eine mögliche Vorgehensweise; und sie weisen auf mögliche Stolperfallen hin.
Mass Customization ist im Gegensatz zu Personalisierung, One-to-One-Marketing ein Konzept aus den Bereichen Entwicklung, Produktion und Logistik. Gleichwohl gibt es natürlich enge Anknüpfungspunkte an das Marketing, das die Herausgeber im sechsten Kapitel genauer beleuchten. Sie zeigen, welche Möglichkeiten es sich im Marketingmix ergeben, wenn ein Unternehmen Mass Customization beherrscht. Denn diese Fähigkeit muss natürlich auch richtig vermarktet werden.
Der Praktiker fragt gerne: Was kostet das Ganze? Die Antwort erhält er im siebten Kapitel. Und man vermutet richtig: Der Nutzen überwiegt den Aufwand wenn man es richtig macht.
In ihren letzten beiden Kapitel stellen die Autoren das Konzept Mass Customization noch in Zusammenhang mit dem allseits bekannten Customer Relationship Management. Dabei führen sie vor allem Argumente ins Feld, warum Customer Relationship Management so oft scheitert. Ein wichtiger Grund ist natürlich, dass es an Mass Customization fehlt.
Alles in allem ist dieses Buch aber ein gutes Buch. Es liefert eine Fülle von Informationen, und wer das Buch zu Ende gelesen oder durchgearbeitet hat, ist noch lange nicht fertig.
Denn: Wie immer zeichnen sich die Bücher des Symposion-Verlags durch einen hohen Nutzwert aus: Das Buch befindet sich im PDF-Format auf einer beilliegenden CD-ROM, sodass sich seine Inhalte weitergehend nutzen lassen. Außerdem erhält der Käufer einen Gutschein über 15 Euro, mit dem er auf der Webseite des Verlags weitere kostenpflichtige Inhalte, Expertenkapitel und Fallstudien zum Thema, kaufen kann. So kann sich der Leser weitere Inhalte nach seinem Wunsch zusammenstellen. Damit ist das Buch selbst ein Beispiel für Mass Customization.
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