Ott, UlrichMeditation für Skeptiker Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst

Menschen, die nichts mit Religion am Hut haben, umkurven oft vorsichtig vermeintlich esoterische Gebiete wie das der Meditation. Einerseits locken tiefe Entspannung, innere Ruhe oder gar ein erweitertes Bewusstsein, andererseits will man nichts mit der Räucherstäbchenfraktion zu tun haben. Für diese Menschen hat jetzt der Psychologe und Wissenschaftler Ulrich eine „säkularisierte“ Anleitung zum Meditieren geschrieben.

München: Droemer Knaur, 2010, 205 Seiten
ISBN-10: 3426291002
ISBN-13: 9783426291009
Rezensiert von: Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

In „Meditation für Skeptiker“ räumt Ott alles dogmatische Beiwerk aus dem Weg und macht Meditation als Werkzeug zugänglich. Seine Übungen sind neurobiologisch fundiert. Sie öffnen gestressten Zeitgenossen neue Wege zu einem neuen Bewusstsein.

Auch zum Meditieren braucht man Ziele

Bei der Meditation gilt, wie sonst im Leben, nur wer ein Ziel hat, erreicht es auch. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge sind durch Meditation, je nach Absicht, fünf unterschiedliche Tiefendimensionen erreichbar. Die erste besteht darin, Unruhe und Konzentrationsprobleme zu überwinden, die zweite sorgt für Entspannung, die dritte führt in den Bereich der Achtsamkeit und die vierte erzeugt ein hohes Maß an Klarheit und Dankbarkeit. Die fünfte Dimension schließlich, die erst mit einiger Übung erreicht werden kann, wird als „Gedankenstille und Grenzenlosigkeit“ beschrieben, ein mystischer Zustand.

Aller Anfang ist leicht

Voraussetzung für jede Meditation ist es, die Bewusstseinsstürme für einige Zeit auszuschalten, nicht ständig den Gedanken hinterher zu jagen oder von ihnen gejagt zu werden. Das ist der Grund für die Meditationsbilder (Mandalas), deshalb das wiederholte Aussprechen des Wortes „om“. Ulrich Ott weiß, dass der durchschnittliche „Westler“ an diesem Punkt oft schon aussteigt. Und er weiß, dass diese kulturell geformten Hilfen auch ersetzt werden können. Deshalb zeigt er Anfängern, wie sie, nachdem sie die richtige Sitzhaltung gefunden haben (vom Bürostuhl bis zum Lotussitz ist alles möglich) allein durch die Konzentration auf ihren Atem einen großen Schritt aus der Alltagshektik und einen ersten, wichtigen Schritt ins Reich der Meditation machen können.

Auch mystische Erfahrungen sind eine Sache der Chemie

Über das Fühlen und Denken führt Daniel Ott seine Leser bis hinein in den Bereich, in dem mystische Erfahrungen möglich werden. Und noch bevor der Durchschnittsskeptiker die Flucht ergreifen kann, erklärt er, was im Gehirn passiert, wenn plötzlich neue Erregungsmuster auftreten. Und wer weiß, dass sich bei regelmäßig meditierenden Menschen mehr graue Substanz im Hippocampus befindet (die Plastizität des Gehirns macht es lebenslang formbar – solange es geformt wird und nicht nur ausgetretene Gehirnpfade begangen werden), hat noch viel mehr Grund, sich auf einen Versuch einzulassen. Managementbuch.de – Empfehlung für gestresste Zeitgenossen, ohne spirituellen Überbau einen neuen Weg zu sich selbst zu finden.


Das könnte Sie auch interessieren

Seiwert, LotharAusgetickt Lieber selbstbestimmt als fremdgesteuert. Abschied vom Zeitmanagement

Ausgerechnet der "Zeitmanagement-Papst" plädiert für einen Abschied vom Zeitmanagement, wenn wir wieder Zeit haben wollen. Denn die Ursache für Stress und Burn-out ist nicht zu viel Arbeit, sondern der falsche Job. Ein Buch voller Denkanregungen, gespickt mit unterhaltsamen Anekdoten und Geschichten, die auf die Grundfrage zusteuern: Wie gelingt es, ein selbstbestimmtes und souveränes Leben zu führen? weiterlesen »

Peters, TomThe Little Big Things 163 Wege zur Spitzenleistung

Ober-Guru Tom Peters hat tatsächlich wieder mal ein gutes Buch geschrieben. Man merkt ihm an, dass er seit Jahrzehnten sammelt, aufschreibt und bedenkt, was Erfolg ausmacht. Die Denkanstöße die er damit liefert, sind auf jeden Fall lesenswert. Für die persönliche Entwicklung und die berufliche Karriere. weiterlesen »

Czotscher, Eric; Hetjens, DanjaYoga-Tools für Supermanager Damit Sie nichts mehr umwirft

Wer im Beruf fit und leistungsfähig sein oder wieder werden will, der muss auf sein körperliches und geistiges Befinden achten. Die Yoga-Lehre bietet viele praktische und vor allem sehr wirksame Übungen an, mit denen Gesundheit gefördert, Konzentration gesteigert, Verspannung gelöst, Stress abgebaut und Wohlbefinden gestärkt werden. Czotscher und Hetjens gelingt es, viele Yoga-Übungen für den Beruf vorzustellen und ihre Anwendung zu zeigen. weiterlesen »