Bungard, Walter; Müller, Karsten; Niethammer, CathrinMitarbeiterbefragung – was dann …? MAB und Folgeprozesse erfolgreich gestalten

Mitarbeiterbefragungen entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie auch Verbesserungsmaßnahmen im Unternehmen auslösen. Das erwarten auch die Mitarbeiter. Die Autoren des Buches zeigen auf, worauf es bei der nachhaltigen Nutzung der Erkenntnisse ankommt und welche Instrumente für Veränderung und Innovation hilfreich sind.

Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2007, 225 + XII Seiten
ISBN-10: 354047837X
ISBN-13: 9783540478379
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Schlagwort: Rückmeldung

Mitarbeiterbefragungen sind bei Personalmanagern recht beliebt. Aber nicht immer bei den Mitarbeitern. Denn sie wissen, dass solche Befragungen meistens zu nichts führen. Am Ende bleibt alles beim Alten. Wozu dann der ganze Aufwand? Machen Sie keine halben Sachen, sagen auch die Autoren dieses Buches. Die drei Psychologen und Wissenschaftler von der Universität Mannheim wissen, dass der Frust bei den Mitarbeitern groß sein kann, wenn aus ihren Rückmeldungen am Ende nichts gemacht wird.

Deshalb zeigen sie in diesem Buch, wie man Mitarbeiterbefragungen (MAB) richtig durchführt und – vor allem – wie man die richtigen Maßnahmen im Anschluss daran auf die Spur bringt. Sie regen an, das „Follow-up“ gezielt zu planen und zu steuern.

Im ersten Teil erklären sie, wie Mitarbeiterbefragungen selbst durchgeführt werden und worauf es zu achten gilt. Wichtig dabei ist, sich über die Ziele der Befragung klar zu werden. Nur dann lässt sich ableiten, was den gefragt werden soll. Einen großen Raum nehmen die organisatorischen Maßnahmen zur Vorbereitung und Durchführung ein. Dazu gehört die Information der Führungskräfte, der Mitarbeiter und des Betriebsrats. Dann wird erläutert, welche Instrumente für eine Befragung geeignet sind, wie die Befragung durchgeführt wird und wie die Daten erfasst werden.

Die Brücke zum Follow-Up sind die Aspekte zur Ergebnisrückmeldung und zur Maßnahmenableitung. Damit befassen sich die Autoren im ausführlichen zweiten und dritten Teil des Buches. Zunächst geht es um die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere:

  • die Feedbackkultur im Unternehmen,
  • das Betriebsklima und die allgemeine Organisationskultur sowie
  • die Rolle der Führungskräfte im Veränderungsprozess.

Die Autoren heben dabei vor allem auf das Innovationsklima im Unternehmen ab. Nur wenn das entsprechend ausgeprägt ist, lassen sich Follow-Up-Maßnahmen überhaupt umsetzen. In ihren empirischen Untersuchungen haben die Forscher festgestellt, dass Mitarbeiterbefragungen immer dann zu einer deutlichen Verbesserung der Mitarbeitereinstellungen führten, wenn

  • die Ergebnisse der Befragung differenziert zurückgemeldet wurden,
  • das Feedback dezentral erfolgte und die Ergebnisse auch unter den Mitarbeitern diskutiert wurden,
  • die Mitarbeiter selbst Maßnahmen ableiten und umsetzen konnten,
  • die Umsetzung begleitet und konsequent überprüft wurde.

Die eher wissenschaftlichen Analysen und Erläuterungen des zweiten Teils des Buches werden dann im dritten Teil durch praktische Werkzeuge ergänzt. Die wichtigen Bausteine sind dabei eine gute Vermarktung der Befragung, das Training der Führungskräfte und die angemessene Aufbereitung der Ergebnisse. Daraus soll der Handlungs- und Verbesserungsbedarf abgeleitet werden. Der lässt sich am besten in einem Portfolio zeigen, indem einerseits die Zufriedenheit mit Sachverhalten und andererseits der Verbesserungsbedarf dort transparent gemacht werden. Daraus können dann die Mitarbeiter konkrete Maßnahmen ableiten, die sie umsetzen. Wichtig ist, dass die Umsetzung der Maßnahmen durch Monitoring und Controlling-Instrumente unterstützt wird. Auch dafür zeigen die Autoren Möglichkeiten auf.

Im letzten Teil des Buches beschreiben Praktiker aus den Unternehmen Continental, Carl Zeiss, Knorr-Bremse und MAN Nutzfahrzeuge, wie sie das Follow-Up in ihren Unternehmen organisiert und umgesetzt haben. Sie berichten von ihrer Vorgehensweise und ihren Erfahrungen.

So ist das Buch eine sehr gelungene Mischung aus wissenschaftlichen Hintergründen, praktikablen Instrumenten und anschaulichen Beispielen, um Mitarbeiterbefragungen durchzuführen und vor allem, um daraus wichtige Impulse für Veränderung, Innovation und Mitarbeiterzufriedenheit abzuleiten. Ansonsten bleiben die Befragungsergebnisse tote Zahlen, die frustrieren und zur Resignation führen können.


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