Wer versucht, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, der macht häufiger Fehler, wird unkonzentriert und erfährt Stress und Überforderung. Eine belastende Situation, der sich trotzdem immer mehr Menschen im Büro stellen müssen; denn die Anforderungen steigen. Und Multitasking wird zum Normalzustand – mit fatalen Folgen, wie Beate Schneider und Martin Schubert in diesem Buch erklären.
Die Unternehmensberater und Coaches zeigen, warum das menschliche Gehirn nur beschränkt in der Lage ist, viele Dinge gleichzeitig zu tun, welche Folgen dies für die Arbeit, das Unternehmen und die Menschen haben kann und wie man der Multitaskingfalle entkommt. Der entscheidende Schritt: Weg vom Reagieren hin zum bewussten Entscheiden und aktiven Handeln. Das Werkzeug dafür ist unser Gehirn. Im ersten Kapitel erklären Schneider und Schubert ausführlich warum.
Das Gehirn verarbeitet Informationen und packt sie ins Ultrakurzzeitgedächtnis, ins Kurzzeitgedächtnis oder ins Langzeitgedächtnis. Um zu erklären, wie das Gehirn mit Multitasking umgeht, nutzen die Autoren die Theorie der zentralen Kapazität: Verarbeitungsprozesse im Gehirn brauchen Aufmerksamkeits-Ressourcen. Und die Kapazität dafür ist begrenzt. Wenn diese ausgeschöpft ist, entstehen Fehler. Die genauen Funktionen und Abläufe dabei werden ausführlich dargestellt; Beispiele sollen dies veranschaulichen. Unter anderem erklären die Autoren, ob sich durch Training etwas verbessern lässt oder ob Frauen beim Multitasking besser sind als Männer.
Die negativen Folgen des Multitasking erläutern Schneider und Schubert im zweiten Kapitel ihres Buches. Menschen können nicht mehr konzentriert an einer Aufgabe arbeiten; sie werden häufig unterbrochen und müssen immer mehrere Dinge gleichzeitig tun. Das führt zu Fehlern und die kosten im Unternehmen Geld. Die eigene Persönlichkeit nimmt Schaden, denn Wahrnehmungen werden nicht mehr richtig verarbeitet, bleiben an der Oberfläche. Aufgaben werden nicht angemessen erfüllt, das Gefühl der Zufriedenheit bleibt aus. Die Kreativität leidet. Und wir sind gestresst und nervös. Am Ende droht Burn-out.
Doch es gibt auch Lösungen und Auswege aus der Multitaksing-Falle, die Schneider und Schubert in der zweiten Hälfte ihres Buches vorstellen. Im ersten Schritt sollten wir Umdenken, meinen die Autoren. Ein recht allgemeiner Ratschlag. Auch die Vorschlläge, weniger an Probleme und mehr an Lösungen zu denken, vorwärtsgerichtete Strategien und zielorientierte Denkweise zu verfolgen, bleibt im Vagen. Etwas konkreter sind die folgenden Ratschläge:
- Entscheiden Sie sich für etwas.
- Lernen Sie, Prioritäten zu vergeben.
- Gehen Sie Aufgaben unterschiedlich an – je nach ihrer Art.
- Entwickeln Sie positive Gefühle.
- Üben Sie Gelassenheit.
- Nutzen Sie Zufriedenheit als Basis, um neue Eindrücke aufzunehmen und zu verarbeiten.
- Seien Sie neugierig.
Die Gelassenheit wird dann zum Thema des letzten Kapitels, wo die Autoren noch einmal konkrete Vorschläge machen und Wege aufzeigen, die aus der Multitaskingfalle führen. Klares Ja und Nein, Entmachtung der E-Mail, Ablenkungen abwehren, Aufgaben einplanen, Regeln für die Kommunikation festlegen und den eigenen Führungsstil anpassen.
Vieles von dem, was Schneider und Schubert vorschlagen, kennt man aus einschlägigen Ratgebern zum Zeitmanagement. Hier ist es in vielen Alltagsgeschichten aus dem Büro verpackt. Das macht die Tipps anschaulich und verständlich. Nur wie immer: Umsetzen muss sie der Leser selbst – und darin dürfte das Kernproblem liegen.
