Es gibt kaum ein wirksameres Marketing-Instrument als die Empfehlung durch einen Kunden. Positive Mundpropaganda kann aus einem Produkt ein Kult-Produkt machen; sie ist Ausdruck dessen, dass die Kunden zufrieden oder sogar begeistert sind. Andererseits kann negative Mundpropaganda dazu führen, dass ein Produkt vom Markt gefegt wird. Der Werbeexperte Bernd Röthlingshöfer beschreibt in diesem Buch:
- wie man erkennt, was Kunden über einen sagen,
- wie man selbst dafür sorgen kann, dass Kunden begeistert über einen sprechen.
Damit Mundpropaganda funktioniert, braucht es Netzwerke. Kunden müssen mit anderen Menschen in einer Beziehung stehen, damit sie über ihre Erfahrungen mit dem Produkt sprechen können. Röthlingshöfer beschreibt, wie sich Informationen verbreiten können, welche Mechanismen dabei wirken und was die Verbreitung fördert. Unter anderem knüpft er an die Theorie der Meme von Richard Dawknis an.
Nach dieser Einführung mit theoretischen Anknüpfungen geht der Autor auf das besondere Phänomen der Mundpropaganda ein. Damit meint er jegliche direkte oder indirekte Kommunikation zwischen Menschen über Produkte, Dienstleistungen oder Marken – ohne kommerzielles Interesse. Das Mundpropaganda-Marketing hat zum Ziel, positive Mundpropaganda zu fördern und negative einzudämmen – soweit sich dies steuern oder beeinflussen lässt. Das ist sehr wichtig für das Unternehmen, denn damit lassen sich im Wettbewerb zahlreiche positive Effekte erzielen, die Röthlingshöfer in seinem zweiten Kapitel ausführlich beschreibt und erläutert. Diesen Mehrwert macht er auch an dem einen oder anderen Beispiel aus der Praxis sichtbar.
Für den Leser aus dem Bereich Marketing dürfte das spannendste Kapitel sein, das erklärt, wie man Mundpropaganda auslöst. Röthlingshöfer stellt neun wirksame Methoden vor:
- Exklusivität
- Überraschung
- Nützlichkeit
- Humor
- Cause/ guter Zweck
- Timing
- Einbeziehung
- Machbarkeit
- Ausprobieren
In den weiteren Kapiteln erläutert der Autor, wie sich Mundpropaganda verbreitet und welche Personen dabei besonders aktiv sind. So lernt der Leser die Wirkmechanismen und Zusammenhänge kennen. Besonders wichtig dabei ist, zu erkennen, wann und zu welchen Gelegenheiten Personen über das Produkt sprechen. Erst wer das richtig erkennt, findet auch die Ansatzpunkte, diese Prozesse zu beeinflussen oder sogar zu steuern. Auch für diejenigen, die negative Mundpropaganda eindämmen wollen, ist das essenziell.
Ebenfalls von besonderer Bedeutung sind die Medien, über die sich Mundpropaganda verbreitet. Hier spielen immer mehr neue Medien und das Internet eine wichtige Rolle. So meint der Autor: Jedes Unternehmen müsse heutzutage bloggen. Gerade über das Internet lasse sich auch am besten feststellen, ob und wie Menschen über das Unternehmen und seine Produkte sprechen.
Die Ausführungen Röthlingshöfer sind sehr differenziert und gerade deshalb voller Ideen und Anregungen – gerade auch für den Praktiker. Zahlreiche Beispiele helfen bei der eigenen Ideenfindung und bei der Umsetzung. Viele Tipps und Handlungsanleitungen zeigen, wie Mundpropaganda funktionieren kann und wie Unternehmen und das Marketing davon profitieren können.
