In einer modernen Informations- und Wissensgesellschaft läuft ohne Kommunikation gar nichts. Dies gilt für Organisationen jeglicher Art: Ob Verein, öffentlich-rechtliche Institution oder private Unternehmung – wer nach außen hin auftritt, muss wissen, wie er das Feld der Beziehungen zur Öffentlichkeit, sprich Public Relations (PR), effektiv bespielt. Dieser Problematik widmet sich das neue Buch der Fachfrau für Öffentlichkeitsarbeit und PR, Stephanie Grupe.
Grupe möchte dem Leser einen kompakten, zügigen und vor allem praktischen Einstieg in die Welt der PR verschaffen, entsprechend verzichtet die Autorin auf die sonst so langatmig zu lesenden, dutzende Seiten umfassende wissenschaftstheoretische Diskussion am Anfang einer Publikation. Der Leser soll, so ist schon im Vorwort zu lesen, relativ schnell eigene PR-Wege einschlagen und umsetzen können. „Learning by doing“ lautet die Devise.
Kapitel 1 startet mit einer kurzen Einführung in die Grundlagen der PR. Das muss sein, denn auch für ein praxisnah gehaltenes Fachbuch gehört ein Mindestmaß an Theorie dazu. Vor allem für diejenigen, die sich bislang mit PR noch gar nicht oder nur rudimentär beschäftigten. Gerade für Einsteiger in die Materie bietet sich etwa das Unterkapitel „Abgrenzung zwischen PR und Werbung“ an. Wie oft kommt es nämlich im Alltag von Unternehmen vor, dass Laien die Bedeutung der Begriffe PR und Werbung beziehungsweise Marketing in einen Topf schmeißen – und am Ende ist dann fälschlicherweise alles Werbung.
Nach einem weiteren Kapitel, das von der Konzeption und Planung von PR handelt, geht es auch gleich „in medias res“. Verschiedene Teilbereiche der PR werden abgehandelt:
- Presse- und Medienarbeit
- Interne Kommunikation
- Standort-PR
- Consumer Relations
- Online-PR
Nicht zur Sprache kommt der Teilbereich Krisen-PR.
Am Beispiel des Kapitels „Presse- und Medienarbeit“ kann der Leser die praktische Ausrichtung beziehungsweise Intention des Buches erkennen: Immer wieder werden die einzelnen Unterkapitel mit Checklisten durchzogen, die teilweise eine ganze oder sogar mehrere Seiten füllen. Grupes Buch lebt von dieser Aufmachung. Hinzu kommen zahlreiche Abbildungen wie etwa ein detaillierter Muster-Ablaufplan einer Pressekonferenz oder auch eine Leserbefragung für ein Mitarbeiter-Magazin aus dem Kapitel „Interne Kommunikation“, dem übrigens mit seinen elf Unterkapiteln der größte Raum zugestanden wird. Mehr Praxis geht nun wirklich nicht.
Schade jedoch, dass ausgerechnet dem Fachartikel als der Königsdisziplin der Pressearbeit im Unterkapitel „PR-Instrument für die Pressearbeit“ nicht mehr Raum zugestanden wird. Vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Unternehmen gar keine genaue Vorstellung davon haben, was einen professionellen Fachartikel eigentlich ausmacht – die objektive und lösungsorientierte Darstellung einer bestimmten wirtschaftlichen oder branchenspezifischen Problem- oder Fragestellung.
Fachartikel hätten sich auf diese Weise auch von verkappten Werbe- oder PR-Texten abgrenzen lassen, die in Wahrheit darauf abzielen, das eigene Unternehmen oder die eigenen Produkte oder Dienstleistungen in den Vordergrund zu rücken. Hilfreich wäre es zum Beispiel gewesen, den Fachartikel als eigene journalistische Textsorte gegenüber anderen Genres abzugrenzen, wie zum Beispiel dem Anwenderbericht oder der Success Story, die wegen der einseitigen Sicht auf den Anbieter beziehungsweise Hersteller als Werbetext einzuordnen ist.
Es macht Sinn und ist auch gut, dass die Autorin das Thema „Exposé“ separat und in direktem Anschluss an den Fachartikel beziehungsweise die Reportage bespricht. Gerade im Hinblick auf Beiträge für die Presse, seien es nun Fachartikel, Best-Practice-Fälle oder auch Anwenderberichte, gehört das Schreiben eines Exposés unbedingt dazu – und sollte von den Presse- oder Marketing-Abteilungen beherrscht werden. Gut, dass es in Grupes Buch Erwähnung findet.
Wer von den praktischen Erfahrungen einer gestandenen PR-Frau profitieren möchte, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Durch das ausführlich gegliederte Inhaltsverzeichnis lassen sich auch Teilbereiche der PR (Beispiele: Kundenmagazin, Mitarbeiterfeste, Tag der offenen Tür) schnell ausfindig machen und entsprechend nutzen. Und wer schon immer einmal wissen wollte, wie er Veranstaltungen richtig plant und umsetzt, arbeitet sich einfach durch die dazugehörigen, fünf Seiten umfassenden Checklisten. Da bleiben garantiert keine Frage offen.
- Corporate Identity
- Expertenwissen
- Internet
- Kommunikationsmanagement
- Kommunikationspolitik
- Krisenmanagement
- Kundengewinnung
- Markenmanagement
- Marketing-Instrument
- Mittelstand
- Mundpropaganda
- Networking
- Onlinemarketing
- Social Media
- Social Media Marketing
- Unternehmensimage
- Unternehmenskultur
- Viral Marketing
- Werbewirkung
- Werbung
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