Bazil, Vazrik; Wöller, Roland (Hrsg.)Rede als Führungsinstrument Wirtschaftsrhetorik für Manager

Der Sammelband zeigt auf, warum die Rede für Vorstände in Unternehmen eine große Bedeutung hat, in welchem Zusammenhang sie steht, und was die guten von den schlechten Reden und Rednern unterscheidet.

Wiesbaden: Gabler Verlag, 2008, 238 Seiten
ISBN-10: 3834906840
ISBN-13: 9783834906847
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 4 von 5 Punkten bewertet

Kommunikation im Allgemeinen und die Rede im Besonderen gehören zu den wichtigsten Aufgaben der Führungskräften. Insbesondere für Vorstände hat sie eine entscheidende Bedeutung – im Bereich Marketing, Public Relation, Investor Relation und insbesondere als Führungsinstrument. So hat die Rede Wirkung nach innen und nach außen. Hier verbinden sich die kommunikativen Fähigkeiten des Vorstands und des Vorstandsvorsitzenden mit dem Image des Unternehmens.

In ihrem Ratgeber zeigen die Autoren dieses Sammelbandes auf, in welchem Kontext die Rede im Unternehmen zu sehen ist und welche Schlussfolgerungen Praktiker, die häufig Reden halten dürfen, daraus ziehen können. So befassen sich die ersten drei Beiträge mit der Rede aus Unternehmenssicht. Welche Funktion hat sie und worauf muss deshalb geachtet werden. Der Kommunikationsexperte Eberhard Posner zeigt auf, wie eine Rede aufgebaut und welche Merkmale sie haben sollte. In weiteren Beiträgen erläutern die Autoren, welche Funktion eine Rede im oder für das Unternehmen haben kann. Vazrik Bazil und André Petras nutzen das Semiometrie-Modell von TNS um zu zeigen, welche Wertvorstellungen in Reden gelegt werden können, um spezifische Zielgruppen zu erreichen.

Im zweiten Teil des Buches steht der Redner im Blickfeld der Erläuterungen. Hier geht es um die Selbstinszenierung, das sogenannte Impression Management. Ziele dabei können sein:

  • sich beliebt machen
  • sich als kompetent darstellen
  • sich als Vorbild darstellen
  • andere einschüchtern
  • sich als hilfsbedürftig darstellen
  • die Unschuld verteidigen
  • Ausreden
  • Rechtfertigung

Werner Dieball weist in seinem ausführlichen Beitrag darauf hin, welche Elemente den guten Redner ausmachen. Die Inhalte seiner Rede sind dabei nur ein Erfolgsfaktor, Stimme und äußere Erscheinung sind weitere Erfolgsfaktoren. Dabei lässt er offen, welchen Anteil sie bei guten Rednern haben; entscheidend ist, dass sie zusammenpassen. Was deshalb zu beachten ist, erläutert Dieball ausführlich und an einigen Beispielen.

Schließlich ist die Rede selbst Thema des dritten Teil des Buches. Hier zeigen die jeweiligen Autoren einzelne Elemente, die eine Rede bestimmen auf. Das reicht von der Umgebung (Ort und Räumlichkeit) über das Storytelling bis hin zu Metaphern und Mnemotechniken, die hilfreich sein können.

Fast alle Beiträge sind für sich genommen interessant und aufschlussreich. Der Leser erfährt viele Fakten und manche Tipps (im Wesentlichen durch konkrete Beispiele). Was sich nicht so recht erschließt: wie die einzelnen Beiträge zusammengehören. Die Dreiteilung Unternehmen, Redner und Rede wurde von den einzelnen Autoren scheinbar nur am Rande beachtet. So verliert das Buch an seinem Charakter als Ratgeber oder Leitfaden.


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