In Unternehmen muss es schnell gehen. Wer im Wettbewerb erfolgreich sein will, muss beweisen, dass er schneller ist als seine Konkurrenz. Das erwarten die Kunden. Besondere Herausforderungen stellt das an die Forschung und die Entwicklung neuer Produkte. In vielen Branchen gilt: Wer mit einem neuen Produkt oder einer echten Innovation als erster am Markt ist, schöpft besondere Gewinne ab. Auch wenn nicht immer ausgemacht ist, dass der „First Mover“ und nicht der „Follower“ das erfolgreiche Unternehmen ist, so kann sich doch keines mehr erlauben, in der Produktentwicklung zu viel Zeit zu verschwenden.
Darauf weist der Unternehmensberater Andreas Romberg in seinem neuen Buch noch einmal eindringlich hin. Er sieht vor allem die Gefahr, dass deutsche Unternehmen ins Hintertreffen gegenüber ihren asiatischen Konkurrenten geraten, wenn sie nicht ständig zeigen, dass sie ihre neuen Produkte schneller an den Markt bringen.
Der aus seiner Sicht richtige und wichtige Vorgehensweise dazu ist das sogenannte Lean Development, die schlanke Entwicklung. Schon vor über 20 Jahren kam es zu einer Lean-Euphorie, als herausgearbeitet wurde, was die japanischen Autobauer so viel besser machten, als ihre internationalen Konkurrenten. Dazu gehörte auch die Produktentwicklung. Auch wenn die Unterschiede heute andere sind, die Prinzipien der schlanken Entwicklung sind für alle immer noch maßgeblich.
Welche das aus Sicht Rombergs sind, stellt er in diesem Buch vor. Dabei spricht er nur die wichtigen Prinzipien an, nicht die Details und keine Werkzeuge. Für sein Konzept des Lean Developments bedient er sich unterschiedlicher „Best Practices“ – insbesondere aus der Automobilindustrie. Ihm geht es dabei vor allem darum, darauf hinzuweisen, wie viel Zeitverschwendung im Produktentwicklungsprozess häufig steckt. Beispiele, die er nennt, sind:
- viele Schnittstellen
- redundante Aufgaben
- Überlast der Ressourcen
- mangelnde Zuverlässigkeit
- wechselnde Prioritäten
- viele Änderungen
- fehlende Standards
- hohe Variantenvielfalt
- zu hohe Genauigkeiten
Um diese Problemfelder zu beseitigen, nennt Romberg vier Ziele der schlanken Entwicklung, die Unternehmen verfolgen müssten:
- Störungsfreiheit durch robuste Prozesse, Ordnung, Vorausdenken und sofortige Fehlerbeseitigung
- Fluss, indem ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen und nicht zu viele Aufgaben durch den Entwicklungsprozess geschickt werden (One-Piece-Flow)
- Rhythmus, der sich finden lässt, wenn die konzeptionelle Arbeit im Vorfeld sorgfältiger ist, Standards eingehalten werden und die Kommunikation perfekt funktioniert
- Sog, indem nur das entwickelt wird, wofür es auch einen tatsächlichen Bedarf gibt (wobei Romberg hier Einschränkungen zugunsten des Ausprobierens macht)
Auch wenn der Autor die Situation in den Unternehmen gerne dramatisiert, so lenkt er damit auch den Blick auf die kritischen Bereiche im Prozess der Produktentwicklung. Es gelingt ihm in diesem schmalen Buch, genau die kritischen Handlungsfelder aufzuzeigen und dem Leser damit viele interessante Einsichten zu geben, wo er Verbesserungen initiieren kann. Im letzten Teil des Buches wird es an einigen Stellen sogar recht konkret. Doch schon die Fokussierung auf die zentralen Erfolgsfaktoren und deren prägnante Darstellung machen das Buch lesenswert.
- Change Management
- Geschäftsmodell
- IT-Management
- Ideenmanagement
- Innovationskultur
- Innovationsprozess
- Kontinuierliche Verbesserung
- Kreativität
- Open Innovation
- Organigramm
- Outsourcing
- Produktion
- Produktivität
- Produktmanagement
- Produktpolitik
- Projektmanagement
- Technologie
- Wettbewerb
- Wissensmanagement
- Zukunftsmanagement
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