Es gibt eine Fülle von Büchern zum Thema Präsentationstechnik. Wer selbst öfter erlebt, wie schlecht die allermeisten Präsentationen immer noch sind, wünscht allen mehr Leser und versteht, dass auch der Springer-Verlag mit diesem Buch seinen Teil zur Aufklärung beitragen will. Die Inhalte der Bücher sind durchaus immer sehr unterschiedlich, aber die zentralen Erfolgsbausteine behandeln sie alle. Auch das Autorenteam der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, das dieses Buch erarbeitet hat. Wer eine gute Präsentation halten will, sollte folgendes beachten:
- ordentliche und gewissenhafte Vorbereitung
- klare Zielsetzung
- Einstellung auf die Zielgruppe
- achten auf die persönliche Wirkung, das Äußere genauso wie die eigenen Worte und den Umgang mit den Zuhöreren und Zuschauern
- angemessene Visualisierung der Inhalte auf Folien (oder anderen Medien)
Die Autoren legen dabei besonderen Wert auf zwei wichtige Elemente der Präsentation (und damit heben sie sich auch von manchem anderen Ratgeber ab). Sie erklären, wie wichtig es ist, das Thema und die Inhalte gut zu recherchieren, sie richtig zu strukturieren und die Präsentation selbst sorgsam zu erstellen. Und es kommt ihnen auf die Rhetorik und Verständlichkeit besonders an.
So zählen sie unterschiedliche Quellen wie das eigene Wissen, Internet oder Kreativitätspotenziale auf, um die Inhalte einer Präsentation zusammenzustellen. Sie erklären, welch große Bedeutung die Argumente in einer Präsentation haben. Sie gilt es treffend auszuwählen und in die richtige Reihenfolge zu bringen. Die Ausführungen zur Vortragsgestaltung beinhalten einige wertvolle Anregungen, die zur Gestaltung von Powerpoint-Folien sind im Kern hilfreich, sind aber auch oft zu zaghaft. Außerdem fehlen gerade hier gute Beispiele (die verwendeten scheinen die eigenen Appelle nur wenig zu unterstützen).
Im ersten Teil des Buches nehmen die Autoren Bezug zu einigen der bekanntesten Kommunikations-Theorien. Sie erklären, was ihre Vertreter herausgefunden haben und was ihre Modelle kennzeichnet. So bekommt der Leser einen Eindruck, was Kommunikation alles ausmachen kann und wie er dies bei seinen Präsentationen nutzen kann. Im Hauptteil entwickeln sie dann den Prozess der Präsentationserstellung und beschrieben die einzelnen Schritte ausführlich. Dabei stellen sie viele Werkzeuge (manche ausführlich, andere weniger) vor und geben vor allem eine Fülle von Tipps und Hinweisen für die Umsetzung.
Eine Besonderheit sind die Ausführungen der Autoren zur interkulturellen Kommunikation. Hier erfährt der Leser, worauf er achten muss, wenn er einen Vortrag in einem anderen Land oder einer anderen Kultur hält. Grundlage dafür ist die Vorstellung von sogenannten monochronen und polychronen Kulturen. Dieses Kapitel ist eine gute Hilfe für diejenigen, die vor ausländischen Kunden oder Kollegen eine Präsentation halten müssen.
