Unternehmen und ihre Mitarbeiter müssen kontinuierlich mit Informationen versorgt werden. Dafür gibt es spezifische Informationssysteme. Mit dem Begriff der Serviceorientierten Architekturen (SOA) wird eine neue Generation von Informationssystemen charakterisiert. Dabei geht es darum, aus lose gekoppelten Teilsystemen (EDV-Systemen, Softwaresystemen) Anwendungssysteme zusammenzusetzen, mit denen der Mensch seine spezifischen Aufgaben erfüllen kann. Für die Unternehmen kann das bedeuten, dass sie ganz neue Informationssysteme einführen und einsetzen müssen. Jan vom Brocke geht in diesem Buch der Frage nach, ob und unter welchen Bedingungen das wirtschaftlich ist. Seine Ziele sind:
- Entscheidern Hilfestellung zu geben, um besser beurteilen zu können, inwiefern SOA in spezifischen Anwendungssituationen nutzbringend eingesetzt werden kann.
- Eine generelle Bewertung der Nutzungsmöglichkeiten neuer Technologien zu ermöglichen; technologische Möglichkeiten und wirtschaftliche Interessen sollen sich so besser aufeinander abstimmen lassen.
- Ein Modell für die erweiterte Wertorientierung in der Wirtschaftsinformatik zu geben.
Das Buch ist eine wissenschaftlich fundierte Arbeit, die sich zunächst an diejenigen richtet, die Methoden und Instrumente zur wirtschaftlichen Bewertung für die Praxis entwickeln wollen. So arbeitet vom Brocke eine Controllingmethode heraus, die eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung zu SOA sein soll.
Im ersten Teil des Buches beschreibt der Autor zunächst die Merkmale serviceorientierter Architekturen und sogenannter hybrider Systeme. Sie werden zu eine Modell für serviceorientiertes Prozessmanagement zusammengefügt. Dafür entwickelt vom Brocke dann im zweiten Teil seine Methode des serviceorientierten Prozesscontrollings. Er beschreibt den Aufbau der Methode und den Ablauf. Zudem zeigt er auf, welche Erweiterungs- und Adaptionsmöglichkeiten es gibt.
Schließlich wendet er seine Methode im letzten Teil des Buches auf ein fiktives Beispiel an. Dabei erläutert er auch, wie er die Methode als internetbasiertes Werkzeug umgesetzt hat.
Das Buch mag einige Impulse vermitteln, um in einem wissenschaftlichen Rahmen etwas über die Wirtschaftlichkeit von SOA auszusagen – obwohl die Ergebnisse, die vom Brocke dazu am Ende zusammenstellt auch vage bleiben. Für den Praktiker, der nun wissen will, ob und in welcher Form er seine Informationssysteme erneuern soll lassen sich aus dem strengen Formalismus keine klaren Aussagen ableiten.
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