Moesslang, MichaelSo würde Hitchcock präsentieren Überzeugen Sie mit dem Meister der Spannung

Die besten Präsentatoren schauen immer von anderen ab, um noch besser zu werden. Der Präsentations-Experte Michael Moesslang hat sich vieles vom Altmeister der spannenden Filmkunst, Alfred Hitchcock, abgeschaut und das in diesem Buch in einen anregenden Ratgeber verpackt. Auch wenn es oft altbekannte Regeln sind, so sind sie hier doch aus einem ganz neuen Blickwinkel und mit vielen Tipps für Details präsentiert. Das Buch macht Mut, mit seinen eigenen Präsentationen neue, wirksame und spannende Wege zu gehen.

München: Redline Verlag, 2011, 288 Seiten
ISBN-10: 3868812989
ISBN-13: 9783868812985
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Wenn ein Vortrag oder eine Präsentation spannend ist, dann hören alle zu. Aber nicht jeder fühlt sich in der Lage, aus seinen nüchternen Informationen zum Projektstand, zu den Umsatzzahlen im letzten Jahr oder zu den technischen Spezifikationen seines Produkts eine spannende Powerpoint-Präsentation zu erstellen. Obwohl die meisten Präsentatoren und Vortragenden im Fernsehen oder Kino spannende Krimis und andere Filme gesehen haben. Aber nachmachen ist doch schwer?

Einer der Meister der Spannung war der Regisseur Alfred Hitchcock. Einer seiner Tricks war meist: Der Zuschauer wusste mehr als die Schauspieler und man war so gespannt, wann der Protagonist auf der Leinwand mit dem konfrontiert wurde, was der Zuschauer schon wusste. Aber Hitchcock hatte noch viel mehr auf Lager – und das stellt der Präsentations-Experte Michael Moesslang in seinem neuen Buch vor.

Er vermittelt die wichtigen Regeln zum Vortragen und Präsentieren, die man meist in jedem guten Ratgeber auch liest, in einem ganz neuen Gewand. Er illustriert sie an den Erzähltechniken und an den filmerischen Mitteln Hitchcocks, die dieser in seinen vielen Filmen genutzt hat. Und er leitet daraus eine Fülle einfacher, aber sehr hilfreicher Tipps für jeden Präsentatoren ab – ob Anfänger oder Profi. Dabei kommt es Moesslang vor allem darauf an, dass die Präsentationen spannend werden für das Publikum.

Zunächst stellt er im ersten Teil des Buches (der erste Akt) vor, was spannende Präsentationen grundsätzlich ausmacht und was deshalb alle Präsentationen ausmachen sollte. Er schildert kurz einige Beispiele (Präsentationen bei TED) und macht damit sichtbar, wie einfach eine spannende Präsentation sein kann und wie schwierig es doch ist, sich darauf einzulassen, den Mut zu haben, anders zu präsentieren, und die Zeit zu investieren, um die Präsentation so aufzubereiten, wie man es sich als Zuhörer selbst auch wünscht. Besonders hilfreich ist dabei eine lange Liste von typischen, aber eben schlechten Vortragsbestandteilen, die Moesslang allerdings in ironischer Weise darstellt und die der Leser deshalb in seinem Kopf verdrehen muss – was nicht so leicht fällt.

Im zweiten Teil stellt Moesslang dann die Zutaten spannender Präsentationen vor. Das meiste kennt der erfahrene Leser, der schon viele Ratgeber zu diesem Thema gelesen hat. Aber die Verbindung mit Hitchcock macht es dann doch wieder spannend und anregend. Insbesondere die Zutaten, die sich Moesslang aus den Krimis abgeschaut hat:

  • Suspense: erzeugt die Erwartung, dass etwas Bestimmtes eintritt, und Zweifel, ob es nicht doch anders ausgeht
  • Tension: eine Szene oder ein Ereignis wird verlangsamt oder verzögert
  • Surprise: es geschieht etwas Unerwartetes oder plötzlich

Diese und ein paar weitere Elemente einer Präsentation stellt der Autor in Form von Hinweisen, vielen Tipps und eben immer wieder in Bezug auf die Erzähl- und Filmtechniken Hitchcocks vor; nur leider mit zu wenig konkreten Beispielen. So ist man als Leser durchaus einsichtig und gewillt, aber die Frage nach dem „wie genau?“ bleibt doch offen.

Ein weiteres wichtiges Element sind Geschichten. Moesslang erklärt, was eine gute Geschichte ausmacht und wie man sie findet. Sie kann gewürzt werden mit Humor. Aber Vorsicht: Hier wird das Eis besonders dünn. Darauf weißt Moesslang auch deutlich hin, ohne bei diesem heiklen Thema konkrete Tipps zu geben, wie man den richtigen und passenden Humor findet.

Bei jeder Präsentation kommt es immer auch auf die Details an. Die richtige Einladung, die technische Ausstattung, die Position von Redner, Projektor, Laptop, Flipchart und der Zuhörer und Zuschauer, das Licht, die Kleidung. Worauf man dabei alles achten kann, erklärt der Autor ebenso akribisch und mit vielen Aspekten, an die man vielleicht noch nicht gedacht hat. Das gilt auch für die vielen Tipps zur Sprache und zum Auftreten vor dem Publikum (der dritte Akt). Hier kann der Leser sich noch viele Anregungen aus diesem Buch holen.

Nach einem spannenden Vortrag fällt der Vorhang. Sie stehen einfach da. In der Mitte. Applaus. (Ist doch für alle Beteiligten schön.)


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