Eschenbach, Rolf; Eschenbach, Sebastian; Kunesch, HermannStrategische Konzepte Management-Ansätze von Ansoff bis Ulrich

Eine Beschreibung wichtiger Management-Konzepte aus dem 20. Jahrhundert - und der Erfinder der Konzepte. Die biografische Perspektive des Managements.

2003, Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 4., überarbeitete und erweiterte Aufl., 303 Seiten
ISBN-10: 3791021346
ISBN-13: 9783791021348
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 4 von 5 Punkten bewertet

Die richtige Strategie zu haben, gilt als ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmen und Führungskräfte. Der Begriff „Strategie“ bleibt dabei oft diffus. Mal sind damit Entscheidungen von langfristigem Charakter gemeint (Zeitbezug), mal sind es die darin liegenden Erfolgspotenziale für das Unternehmen (Inhaltsbezug). Die drei Autoren Rolf Eschenbach, Sebastian Eschenbach und Hermann Kunesch aus Österreich haben in diesem Buch einen biografischen Zugang zum strategischen Denken in der Managementlehre gewählt.

Sie vergleichen die Strategie-Modelle und -Konzepte von Management-Lehrern des 20. Jahrhunderts. Sie alle haben es in der Wissenschaft, viele auch in der Praxis zu einiger Berühmtheit geschafft. Betrachtet man die Diskussionen zum Thema Strategie, so haben sie diese nachhaltig geprägt. Oft dadurch, dass sie die Zunft der Unternehmensberater maßgeblich beeinflusst haben oder selbst welche sind.

Die Autoren beginnen ihr Buch mit zwei einleitenden Kapiteln:

  • Zunächst beschreiben sie selbst die Bedeutung strategischer Konzepte in der Unternehmensführung.
  • Im zweiten Kapitel stellen sie den Bezug moderner Management-Strategien und strategischem Denken zu ihren „militärischen Vorläufern“ her. Neben vier anderen „Militärstrategen“ ragt Carl von Clausewitz mit seinem epochemachenden Werk „Vom Kriege“ heraus.

Im dritten Kapitel beginnt die Vorstellung der Management-Strategen und ihrer Modelle und Konzepte. Sie gehen dabei nach immer demselben Schema vor:

  • Sie stellen den Autor vor,
  • erläutern die Grundlagen und die Inhalte seines Konzepts,
  • nennen Stärken und Schwächen,
  • beschreiben die Bedeutung für die Unternehmensführung und
  • geben Literaturhinweise.

Im Einzelnen handelt es sich um sechzehn Konzepte mit den folgenden Quintessenzen:

  • Erkennen schwacher Signale, um rechtzeitig reagieren zu können: Igor Ansoff
  • Verständnis für strategische Aufgaben erzeugen: Peter F. Drucker
  • Verbindung von Strategien mit operativen Steuergrößen: Aloys Gälweiler
  • Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses zur Unternehmensstrategie: Pankaj Ghemawat
  • Ausrichtung auf die eigenen Kernkompetenzen: Gary Hamel, Coimbatore Prahalad
  • Prozessablauf der Strategieplanung: Arnoldo Hax, Nicolas Majluf
  • Prozesse des Strategischen Managements: Hans Hinterhuber
  • Messbarkeit von Strategie im operativen Ergebnis: Robert S. Kaplan, David P. Norton
  • Hervorheben unsichtbarer Vermögenswerte: Hiroyuki Itami
  • Problemlösungsverhalten in einem System: Fredmund Malik
  • Visionsfindung und andere strategische Instrumente: Rudolf Mann
  • Zusammenhang zwischen Strategie und Organisationsstruktur: Henry Mintzberg
  • Branchenanalyse und Wertschöpfungskette: Michael Porter
  • Strategien als geschlossener Prozess in einem System: Gilbert Probst, Peter Gomez
  • Bewältigung von Komplexität und Aufbau von Erfolgspotenzialen: Cuno Pümpin
  • Systemisches Management: Hans Ulrich

Die Autoren beschließen ihr Buch mit einer Beschreibung des PIMS-Programms. Ein Computer-Modell, das über die Faktoren erfolgreicher Unternehmensführung aufklären will – insofern die Biografie der maschinellen Ausprägung berühmter Management-Vordenker.

Zum Ausklang verdeutlichen die Autoren noch einmal den Unterschied von strategischem und operativem Handeln am Beispiel einer Geschichte zur Vorratsbewirtschaftung im häuslichen Keller. Dies zeigt, dass es ihnen vor allem um eine aufklärerische Haltung geht; sie wollen den Leser zum selbständigen „strategischen Denken“ anregen – und oft sind es ja die persönlichen Geschichten, die dabei motivieren.

Es ist sicherlich sehr löblich, dass die Autoren eine solche Vielzahl strategischer Konzepte vorstellen. Das starre Schema, das sie ihrer Darstellung geben, führt aber leider dazu, dass die jeweiligen Eigenarten, das Besondere verblassen. So wird das Lesen schnell eintönig. Trotzdem bleibt das Buch interessant für alle, die sich einen schnellen Überblick verschaffen wollen.


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