Kira Klenke

Studieren kann man lernen Mit weniger Mühe zu mehr Erfolg

Die Hochschulprofessorin Kira Klenke vermittelt ein Selbstcoaching-Programm, mit dem nicht nur Studierende ihren persönlichen Lern- und Arbeitsstil finden und damit bessere Ergebnisse erzielen können. Es geht um Motivationsmethoden, Lerntechniken und mentale Tricks – und darum, das eigene Potenzial auszuschöpfen.

Springer Gabler, 2012, 150 Seiten, 2013, Taschenbuch
ISBN-10: 3834933120
ISBN-13: 9783834933126
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Mit ihrem Buch will die Statistik-Professorin und zertifizierte NLP-Trainerin, Kira Klenke, zeigen, wie man nicht unter seinen Möglichkeiten bleibt. Die Versprechungen sind groß: Am Ende des Selbstcoaching-Programms soll der Leser kraftvoller, selbstbestimmter, mit Freude und erfolgreicher lernen können.

Stagnationsphasen beim Lernen sind notwendig

Die Autorin geht zunächst auf ihr Selbstcoaching-Konzept und dem damit verbundenen Nutzen für den Leser ein. Beim Lesen des ersten Kapitels wird deutlich, dass es sich hier um ein Arbeitsbuch handelt, das den Coachee durch sein Studium (oder Berufsleben) begleiten soll.

Danach erklärt die Autorin unter anderem, wie das menschliche Gehirn arbeitet: Für welche Arbeitsleistung welche Gehirnhälfte verantwortlich ist, wie das Unterbewusstsein Informationen filtert und wie der Lernfortschritt verläuft. Damit wird dem Leser bewusst, welche Lern- und Denkmuster das Lernen bestimmen und er kann dieses Wissen gezielt nutzen. Zum Beispiel dass der Lernfortschritt nicht linear, sondern in Stufen vorangeht, Stagnationsphasen beim Lernen also normal – ja sogar notwendig – sind. Allein diese Tatsachen zu kennen, sorgt bei vielen Lernenden sicherlich schon für Erleichterung. Nützlich und effektiv (nicht nur für das Studium und nicht nur für den, der schreibt) ist auch die Arbeitsmethode „Kreatives Schreiben“. Welche Prinzipien und Finessen dahinterstecken, erläutert Kira Klenke verständlich.

Der erste Schritt bei der Realisierung eines Wunsches ist das bewusste Setzen von Zielen. Dieser Schritt ist meist schwieriger als die Umsetzung und wird oft unterschätzt. Gerade deshalb widmet die Hochschulprofessorin dem wichtigen Thema „Ziele“ ein eigenes, umfangreichen Kapitel. Sie zeigt dabei unter anderem, wie man vom Problem zum Ziel kommt (Das Gegenteil eines Ziels ist ein Problem), wie ein Ziel formuliert wird (smart) und wie ein Ziel verfolgt werden soll (Visualisierung). Die Autorin behandelt außerdem, wie der individuelle Glaube über den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe oder die Wahrnehmung der eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten, diese zu meistern, das Lernen beeinflusst.

Ein Buch für Studium und Karrierefragen

Die Autorin kennt sehr gut die Lage der Studierenden aus Sicht einer Lehrenden – und lässt diese Erfahrungen in Form von Erzählungen einfließen. Das macht dieses Buch authentisch. Manchmal sind es scheinbar banale Dinge, die Kira Klenke dem Leser näherbringt. Dass es aber wichtige Puzzleteile im Gesamtbild „mehr Erfolg mit weniger Mühe“ sind, wird schnell beim Durcharbeiten dieses Buchs klar. Der Leser erlebt dabei einige Aha-Erlebnisse.

Zu Beginn jedes Kapitels stellt die Autorin die Lernziele vor, deren Umsetzung der Leser am Ende des Kapitels beziehungsweise Unterkapitels anhand einer Checkliste prüfen kann. Das Buch beinhaltet viele Reflexionsaufgaben und Übungen sowie praktische Techniken und einfache Tipps. Nette Geschichten verbildlichen die Erklärungen. Die Autorin streut immer wieder passende Zitate zwischen den Textbausteinen ein.

„Studieren kann man lernen“ wendet sich vorrangig an Studierende. Doch auch wer eine neue Sprache lernen will oder nach einer Veränderung im Beruf strebt, kann dieses Buch nutzen. Denn auch für Karrierefragen sind die vorgestellten Coaching-Werkzeuge, Coaching-Fragen und das Wissen über wichtige psychologische Zusammenhänge sowie auf Neurolinguistische Programmierung (NLP) basierte Prozesse hilfreich.