Manche Chefs sind sehr schwierig. Sie peinigen ihre Mitarbeiter durch cholerisches oder unberechenbares Verhalten, verlangen Unmenschliches, nörgeln nur – von Lob und Anerkennung keine Spur. Das belastet viele Mitarbeiter. Sie müssen sich, wenn sie an ihren Job gebunden sind, eigene Schutzmechanismen entwickeln, um im Umfeld ihres Chefs zu bestehen.
Doch nicht nur in solchen Situationen ist Tapferkeit gefragt. Auch wenn es einfach darum geht, eine andere Meinung zu vertreten als der Chef, muss mancher Mitarbeiter schon viel Mut zusammennehmen. Denn unter Umständen kann es den Job oder zumindest die Karriere kosten. Wie sollen Mitarbeiter also im Unternehmen, in einer solchen Atmosphäre und solchen Rahmenbedingungen ihre Interessen vorbringen und durchsetzen?
Die beiden Beraterinnen und Coachs Claudia Harss und Karin von Schumann erläutern dies in diesem Buch. Sie sagen: Tapferkeit hat viel mit Reflexion des eigenen Verhaltens und einer realistischen Einschätzung der Umwelt und der Möglichkeiten zu tun. Dabei wollen sie helfen. Den Autorinnen geht es dabei vor allem darum, dem Leser – Mitarbeiter oder Teamleiter in einem beliebigen Unternehmen – Selbstvertrauen zu vermitteln. Es gebe keinen Grund, Angst zu haben im Beruf und sich klein zu machen. Weder gegenüber dem Chef, noch gegenüber Kunden, Kollegen oder den eigenen Mitarbeitern. Und auch Veränderungen im Unternehmen können man selbstbewusst begegnen.
Voraussetzung ist, dass man seine Stärken und Schwächen kennt. Deshalb beginnen sie auch mit einem Selbsttest, der die eigene Einstellung zur Arbeit, zum Unternehmen und zu anderen Menschen dort beleuchten und bewerten soll. Dann analysieren Harss und von Schumann drei wichtige Bereiche, bei denen Tapferkeit gefordert sein kann:
- das Verhältnis zum eigenen Chef,
- das Verhältnis zu Kollegen, Mitarbeitern und Kunden,
- die Einstellung gegenüber Veränderungen.
Sie erläutern zunächst sehr ausführlich, wie diese Verhältnisse und Beziehungen in der Praxis gestaltet sein können. Welche Rolle der betroffene Mitarbeiter (der Leser) dabei einnimmt und was es ihm schwer macht, Tapferkeit zu beweisen. Sie analysieren das Verhalten des Chefs, der Kollegen, der Mitarbeiter und der Kunden und zeigen auf, welche Instrumente zur Gestaltung der Beziehung diese einsetzen.
Dann machen sie sichtbar, wie man sich dem entziehen kann und wie man ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelt. Dabei beziehen sie sich auf unterschiedliche Modelle und Werkzeuge, die oft sehr anspruchsvoll sind. Dem Leser wird nur schwerlich klar, wie er das denn in seinem Alltag und seiner spezifischen Situation umsetzen soll. Auch wenn die Autorinnen noch so oft betonen: Seien Sie sachlich, nüchtern und selbstbewusst; reden Sie mit Ihrem Chef, lassen Sie sich nicht unterkriegen. Der Leser fragt sich: Aber wie mache ich das. Nur zu antworten: Sie müssen sich eben trauen, ist zu wenig.
Dennoch: Es sind eine Reihe von Ansätzen in diesem Buch, die bei einem Einstieg helfen. Oft hilft ja schon der Perspektivenwechsel, das erste Bewusstsein, die vielen Beispiele, die Harss und von Schumann nennen. Und im letzten Kapitel bekommt der Leser auch einen Schritt-für-Schritt-Fahrplan, wie er an seinem Selbstbewusstsein arbeiten und seine Tapferkeit entwickeln kann.
- Beförderung
- Beziehungsmanagement
- Coaching
- Fachkompetenz
- Führungskompetenz
- Führungspsychologie
- Führungsstil
- Gesprächsführung
- Jobwechsel
- Kernkompetenz
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- Konfliktmanagement
- Motivation
- Organisationspsychologie
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- Selbstmanagement
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- Vertrauen
- Zusammenarbeit
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