Qualitätsmanagement ist etwas außer Mode gekommen, denn Qualität wird heute als eine Selbstverständlichkeit gesehen. Nur selten gilt sie noch als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb der Unternehmen. Gleichwohl ist sie für viele noch immer eine Herausforderung, was kostenintensive und imageschädigende Rückrufaktionen beweisen.
Besondere Bedeutung im Rahmen der Qualitätsmanagement-Bewegung hat die European Foundation for Quality Management (EFQM) gewonnen, die schon vor vielen Jahren ein Modell entwickelt hat, das Unternehmen helfen will, nicht nur ihr Qualitätsmanagement zu verbessern, sondern das Unternehmen insgesamt erfolgreicher zu machen. Exzellente Leistungen werden dabei mit dem European Quality Award ausgezeichnet.
Ane Gucanin unterzieht nun das EFQM-Modell einer strengen Prüfung, ob es tatsächlich zu Wettbewerbsvorteilen führt. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschreibt sie zunächst das Total Quality Management als ein umfassendes Management-Konzept, das nicht nur auf den Aspekt Qualität ausgerichtet ist. Dann führt sie das so genannte AGIL-Schema als theoretischen Bezugsrahmen ein. Es ist ein Handlungskonzept aus der Soziologie und beschreibt abstrakt, wie Menschen Aufgaben bzw. Probleme lösen. Die vier Hauptschritte sind:
- Adaption (Anpassung)
- Goal Attainment (Zielerreichung)
- Integration
- Latent Pattern Maintenance (Bewahrung latenter Strukturen)
Mit diesem Theorie-Modell unterwirft die Autorin das EFQM-Modell ihrer Prüfung, ob und wie es zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit beiträgt. Sie geht dabei die einzelnen Elemente des EFQM-Modells systematisch durch. Das sind:
- Führung
- Politik und Strategie
- Mitarbeiterorientierung
- Ressourcen
- Prozesse
- Ergebniskriterien
Sie kommt zu dem Ergebnis, dass das EFQM-Modell keineswegs dazu geeignet ist, Qualitätsmanagement einzuführen und den Erfolg des Unternehmens zu verbessern. Der Grund ist, dass einige wichtige organisatorische Gestaltungs- und Handlungsparameter nicht berücksichtigt werden, andere übergewichtet sind. Es würde zu sehr auf rationale Steuerungsfaktoren und prozessuale Managementelemente gesetzt. Das reiche aber in der Praxis nicht aus.
Ane Gucanin setzt sich aus soziologischer und handlungstheoretischer Perspektive sehr intensiv mit dem EFQM-Modell auseinander und hinterfragt dessen Elemente sehr differenziert. Für den betrieblichen Praktiker mag diese Auseinandersetzung sehr akademisch sein. Gleichwohl liefert sie einige kritische An- und Einsichten in das Qualitätsmanagement, die auch für die Praxis wichtig sind.
- Audit
- Customer Relationship Management
- Fehleranalyse
- Gewährleistung
- ISO 9000
- IT-Management
- Informationstechnik
- Kontinuierliche Verbesserung
- Kundenorientierung
- Kundenzufriedenheit
- Mittelstand
- Produkthaftung
- Prozessmanagement
- Qualitätskontrolle
- Qualitätsmanagementmethoden
- Qualitätszirkel
- Servicequalität
- Six Sigma
- Software
- Teamarbeit
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