Sackmann, SonjaUnternehmenskultur Erkennen, Entwickeln, Verändern

Dem oft ungreifbaren Phänomen "Unternehmenskultur" geht die Autorin auf sehr systematische Weise nach. Sie beschreibt, wie man Unternehmenskultur erkennt und gestaltet.

2002, Neuwied, Kriftel: Hermann Lucherhand Verlag, 261+16 Seiten
ISBN-10: 3472050497
ISBN-13: 9783472050490
Bewertung: 4 von 5 Punkten
Schlagwort: Unternehmenskultur

Oft schreibt man es der Unternehmenskultur zu, wenn organisatorische Maßnahmen versanden, wenn Fusionen scheitern – wenn man mit seiner Managementphilosophie am Ende ist. Die Unternehmenskultur scheint alle Faktoren zu umfassen, die sich nicht greifen lassen, die nicht zu managen sind.

Dabei lässt sich Unternehmenskultur durchaus erkennen, entwickeln und verändern – wie Sonja Sackmann, Professorin, die in Deutschland, in der Schweiz und in den USA gleichermaßen zuhause ist und an vielen renommierten Forschungseinrichtungen gearbeitet hat. In über zwanzig Jahren konnte sie so vielfältiges Wissen und Erfahrungen um das „Phänomen“ Unternehmenskultur zusammentragen. In diesem Buch stellt sie es kompetent zusammen.

Dazu teilt sie ihre Darstellung in zwei Teile: Im ersten Teil erklärt sie, was Unternehmenskultur ist. Sie grenzt diese von anderen Elementen und Konzepten der Managementlehre ab. Sie beschreibt, wie sich Unternehmenskultur zeigt, wie sie entsteht und welche Auswirkungen sie auf Organisationen hat. Hier einige Beispiele, was Unternehmenskultur ist:

  • Unternehmenskultur ist Charakteristikum einer Gruppe.
  • Das Wesentliche von Unternehmenskultur besteht aus grundlegenden Überzeugungen.
  • Kultur beeinflusst Wahrnehmung, Denken, Handeln und Fühlen.
  • Kultur ist aus Erfahrung entstanden – gelernt.
  • Kultur ist nicht mehr bewusst.
  • Unternehmenskultur wird an neue Gruppenmitglieder weitergegeben.

Genauso benennt sie, was Unternehmenskultur nicht ist: Unternehmenskultur ist nicht

  • etwas, das nur einige Firmen haben,
  • gleichzusetzen mit Humanisierung der Arbeitswelt,
  • Betriebsklima,
  • das „Schöngeistige“ oder die „Hochkultur“,
  • ist nicht per se besser, wenn stärker und/oder homogener.

Im zweiten Teil zeigt sie, wie man mit Unternehmenskultur umgehen kann. Sie lässt sich also durchaus managen, ja in vielen Situationen muss man sogar ein kulturbewusstes Management an den Tag legen: Bei schnellem Wachstum, bei Führungswechsel, bei Generationswechseln, bei Firmenzusammenschlüssen oder Joint Ventures. Das Managen von Unternehmenskultur umfasst nach Sackmann drei Phasen:

  • Verstehen
  • Verändern
  • Gestalten

In jeweils einem umfassenden Kapitel erläutert sie Modelle, Konzepte und Instrumente, um diese Schritte zu gehen.

Alle Kapitel im Buch werden durch eine Fallstudie und Leitfragen ergänzt. Diese helfen, die Ausführungen zu vertiefen und besser zu verstehen. Sie illustrieren die einzelnen Aussagen. Außerdem stellt die Autorin eine Reihe von Multiple-Choice-Fragen an das Ende jedes Kapitels. Diese überzeugen nicht. Sie sind allgemein, manchmal auch banal und wollen den Leser nur testen, ob er auch brav alles gelesen hat; ums Verstehen geht es kaum. Dagegen sind die Gliederung, zahlreiche Abbildungen, Stichwortverzeichnis, Linkliste und ein ausführliches Literaturverzeichnis sehr hilfreich. Sackmann gibt einen schematischen Überblick über das „Phänomen“ Unternehmenskultur. Insofern ist ihr Buch eine empfehlenswerte Einführung. In die Tiefe der Theorien, Modelle und Methoden dringt sie nicht. Hier muss der interessierte Leser weitere Literatur und Studien bemühen.


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