Jost, Hans RudolfUnternehmenskultur Wie weiche Faktoren zu harten werden

Weil die Unternehmenskultur scheinbar so schwer zu fassen ist, wagen sich nur wenige an ihre aktive Gestaltung. Der Autor zeigt, wie man "Kultur" messen und damit - in Grenzen - auch managen kann.

2003, Zürich: Orell Füssli Verlag, 179 Seiten
ISBN-10: 3280050294
ISBN-13: 9783280050293
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 4 von 5 Punkten bewertet

Schlagwort: Unternehmenskultur

Der Autor dieses Buches, Hans Rudolf Jost, befasst sich als Berater und Trainer vor allem mit Veränderungs-/Change-Management. Aus diesem Grund weiß er, wie schwierig dies in Unternehmen ist und welche besondere Bedeutung so genannte „weiche Faktoren“ im Unternehmen dabei haben. Sie werden oft unter dem Begriff der „Unternehmenskultur“ zusammen gefasst.

So geht auch Jost diesem Phänomen nach und versucht es zu fassen und in „harte Fakten“ zu transformieren.

Im ersten Kapitel beschreibt Jost sein Verständnis von Unternehmenskultur und fasst es in der Aussage zusammen: „Unternehmenskultur ist die Summe der Geschichten, die man sich erzählt.“

Im zweiten Kapitel berichtet Jost von einer Befragung bei schweizerischen Unternehmen, Verwaltungs-Organisationen und Unternehmensberatern zum Thema „Unternehmenskultur“. Seine zentralen Erkenntnisse stellt er in diesem Kapitel vor. Zentrale Fragestellungen waren dabei unter anderem:

  • Was sind Treiber der Unternehmenskultur?
  • Wie wird sie gemessen?
  • Welche Typen gibt es?
  • Wie wird die eigene Unternehmenskultur eingeschätzt?
  • Wie wird die Unternehmenskultur vermittelt und kommuniziert?

In den folgenden Kapiteln beschreibt Jost dann eine Vielzahl von Aspekten zur Unternehmenskultur. Er schreibt von Vertrauen und Glaubwürdigkeit, von der Divergenz zwischen kommuniziertem Bild und gelebter Realität, von der besonderen Rolle der Manager und insbesondere von den Geschichten in Unternehmen. Sie sind ja Träger der Unternehmenskultur.

Wie Geschichten funktionieren und wie man mit Geschichten Unternehmenskultur schafft, zeigt der Autor in den folgenden Kapiteln ausführlich auf. Sie tragen unter anderem zur Dynamisierung bei und machen Kultur erlebbar. Es gibt aber auch Gefahren, wenn die Geschichten nicht stimmig sind oder wenn sie zur Routine verkommen. Zum Führen mit Geschichten hat Jost ein Modell des Appreciative Inquiry entwickelt, das er als Handlungshilfe und Methodik ausführlich vorstellt.

In seinen letzten Kapiteln geht Jost auf die Verknüpfung von Unternehmenskultur mit Kennzahlen und mit dem geschäftlichen Erfolg (ebenfalls in Kennzahlen zu beschreiben) ein. Kultur wird so erfasst und gemessen – und kann dann beeinflusst bzw. gemanagt werden: Vom Blindflug zum Sichtflug.

Schon die Ergebnisse der Befragung sind sehr aufschlussreich und interessant für alle, die sich mit diesem Thema befassen. Insbesondere die Thesen, die Jost aufgestellt hat und die die Befragten beurteilen, geben ein facettenreiches Bild von Unternehmenskultur. Aber auch sonst gibt Jost ein sehr differenziertes Bild von Unternehmenskultur und Instrumenten, um diese zielgerichtet zu gestalten.


Das könnte Sie auch interessieren

Paul, MichaelRaus aus dem Irrenhaus! Stoppt den Wahnsinn - Wie Unternehmen aufräumen und den Weg zurück in die Normalität finden

Unternehmen mit Irrenhäusern zu vergleichen ist eine Beleidigung, die Unternehmer nicht auf sich sitzen lassen sollten. Darum sollten die Verantwortlichen sicherstellen, dass das Unternehmen wieder auf die Spur kommt. Hilfe verspricht dieses Buch. weiterlesen »

Bernoff, Josh; Schadler, TedEmpowered - Die neue Macht der Kunden Wie Unternehmen und ihre Mitarbeiter Facebook & Co. nutzen können

Um zu reklamieren zücken heute verärgerte Kunden ihr Smartphone und posaunen ihren Unmut in die Welt hinaus. Damit Unternehmen schnell und effektiv drauf reagieren können, sollten Mitarbeiter ermutigt werden, sich im Web zu tummeln. Die Autoren plädieren dafür, die neuen Medien in den Wertschöpfungsprozess zu integrieren. Dazu bedarf es nicht nur neuer Prozesse, sondern auch einer neuen Kultur. weiterlesen »

Lienhart, AndreaRespekt im Job Strategien für eine andere Unternehmenskultur

Respekt ist ein wichtiges Element der Kultur in jedem Unternehmen. Doch leider wird er oft nicht sehr gepflegt. Darunter leiden nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Leistungen des Betriebs. Nur wer sich selbst respektiert, ist offen dafür, auch anderen Respekt entgegenzubringen. Führungskräfte tragen dabei eine besondere Verantwortung als Vorbilder für die gesamte Belegschaft. Mit vielen Tipps und Anregungen zur Reflexion zeigt Andrea Lienhart, wie sich ein respektvoller Umgang entwickeln lässt. weiterlesen »